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Waldviertlerbahn: Gmünd - Groß Gerungs


Bilder der Waldviertler Bahn / Pictures of the Waldviertler Bahn
Die Waldvierteler Schmalspurbahnen


Gekürzter Text aus „Bahn im Bild 62", Verlag Pospischil, A-1020 Wien, Novaragasse 44, mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Text abridged from "Bahn im Bild 62", Verlag Pospischil, A-1020 Vienna, Novaragasse 44, by courtesy of the publishers.

In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand das Projekt einer Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite von Gmünd nach Norden über Alt Nagelberg, Litschau und Neubistritz nach Neuhaus, mit einer Abzweigstrecke von Alt Nagelberg nach Heidenreichstein und einer südlichen Bahnstrecke nach Groß Gerungs. Die Strecke Neuhaus - Neubistritz liegt heute in der CSSR (jetzt: Tschechische Republik).

It was in the nineties of the past century that plans were developed for a narrow-gauge project with a track width of 760 mm running from Gmünd to the north, passing Alt Nagelberg, Litschau and Neubistritz and ending at Neuhaus, with a branch from Alt Nagelberg to Heidenreichstein and a southern branch to Groß Gerungs. Today, the Neuhaus - Neubistritz section is located in the Czech Republic.

Die Bauarbeiten begannen am 1.5.1901. Am 1.3.1903 konnte der letzte Streckenabschnitt bis Groß Gerungs eröffnet werden. In Gmünd entstand ein eigener Schmalspurbahnhof mit sieben Gleisen sowie Heizhaus- und Werkstättenanlagen. Der Fahrpark der Schmalspurbahnen im niederösterreichischen Waldviertel entsprach zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme den Normalien der Zeit.

Construction work started on May 1, 1901. On March 1, 1903 the last section ending at Groß Gerungs was opened . In Gmünd, a railway station was built with seven tracks, heating facilities and workshops. At the time operations started the narrow-gauge rolling stock of the Waldviertel line in Lower Austria was in conformity with the standards of the time.

Durch die Grenzziehung in Folge des ersten Weltkrieges lag der alte Bahnhof von Gmünd in der CSSR (Ceske Velenice). Die ÖBB bauten daher die Haltestelle Gmünd der normalspurigen Franz-Josefs-Bahn zum Bahnhof aus. Gleichzeitig begann der Bau eines neuen Schmalspurbahnhofes neben dem neuen Normalspurbahnhof. Die Züge nach Groß Gerungs konnten nun direkt, ohne das österreichische Staatsgebiet zu verlassen, verkehren.

The new borders drawn after World War I caused the old station of Gmünd to lie in Czechoslovakia (Ceske Velenice). The ÖBB therefore converted the Gmünd stop of the standard-gauge Franz-Josefs-Bahn to a regular station. On its completion the trains running to Groß Gerungs could be operated as a direct service without having to leave Austrian territory.

Im Jahre 1985 wurde der Beschluß gefaßt, diese Strecken im Grenzgebiet durch Modernisierung der Bahn auf eine neue wirtschaftliche Basis zu stellen und weiterhin in Betrieb zu belassen. Dafür wurden ab 1.6.1986 auf der Strecke nach Groß Gerungs neue Triebwagen eingesetzt. Die modernen Triebwagen, die teilweise bis auf 60 km/h erhöhte örtlich zulässige Geschwindigkeit sowie neue, fahrgastgerecht gelegene Haltestellen sollen wieder neue Fahrgäste gewinnen.

In 1985 a resolution was passed to modernise the railways in the border area to provide a sound economic basis and to ensure continued operations. From June 1, 1986 the line to Groß Gerungs has been served by new motor coaches. These modern coaches, higher speed limits of up to 60 km/h and new user-friendly stops have been part of a campaign to attract new passengers.

Neben der nördlichen Linie verläßt die südliche Strecke den gmünder Bahnhof, steigt in das Tal der Lainsitz ab und biegt dann nach Süden um. Rechter Hand ist das gmünder Gleisdreieck, es wird zum Wenden von Fahrzeugen verwendet, zu sehen. Die Strecke unterfährt die Franz-Josefs-Bahn und erreicht die Haltestelle Ehrendorf. Zwischen Äckern und über sanft gewelltes Flachland strebt die Strecke nach dem Passieren der Haltestelle Dietmanns der behäbig hingelagerten Bauernsiedlung Eichberg mit dazugehörige Haltestelle zu.

The southern line, on leaving the station of Gmünd, runs down into the valley of the Lainsitz and then turns south. The line crosses the Franz-Josefs-Bahn in an underpass and reaches the Ehrendorf stop. Passing through fields and a slightly undulating plain the line passes the Dietmanns stop and runs on to Eichberg.

Die Bahn umfährt den lang hingezogenen Bergrücken des Wallers bis sie die Halte- und Ladestelle Alt Weitra erreicht. In Sichtweite der aus dem Jahr 1525 stammenden Wallfahrtskirche von Unserfrau steigt die Strecke an, um die Höhe von Weitra zu gewinnen. Der Bahnhof Weitra liegt am Rand des seit 1158 bekannten Städtchens (Stadrecht: 1208). Die Talsenke vor dem Hausschachen mit ihren tief eingeschnittenen Wasserläufen wird von der Bahn auf zwei Viadukten übersetzt. Rechter Hand liegt der Schloßberg mit dem 1590 bis 1606 erbauten Schloß. Haltestellen bestehen in Langfeld und Schöllbüchl. Nach der Halte- und Ladestelle St. Martin bei Weitra führt die Bahntrasse zum Bahnhof Steinbach-Groß Pertholz.

It continues around the Waller ridge until it reaches the Alt Weitra stop and loading yard. In full view of the Unserfrau pilgrimage church dating back to 1525 the line then continues uphill to reach the altitude of Weitra. The station of Weitra is situated on the fringe of this little town, which can be traced back as far as 1158 (town charter: 1208). Two viaducts lead across a valley basin with steep watercourses. On the right-hand side the line passes by Schloßberg with the castle built 1590 to 1606. The next stops are Langfeld and Schöllbüchl. After the stop and loading yard St. Martin bei Weitra the line runs on to the Steinbach-Groß Pertholz station.

Die Strecke steigt mit Steigungen bis 26 ‰ an, um so die mitteleuropäische Hauptwasserscheide zwischen Donau und Elbe zu überwinden. Dies ist der technisch bedeutsamste Teil der gesamten Bahnlinie, der im Volksmund den Namen »Kleiner Semmering« bekommen hat mit seinem fortwährenden Wechsel von bis zu 16 m hohen Dämmen und tiefen Einschnitten. Durch fast unberührte Natur fürht die Strecke zur Haltestelle Abschlag. Weiter strebt die Bahn bergauf. Die Wasserstation und Haltestelle Bruderndorf liegt zwischen dem 44 m langen Kleinen Bruderndorfer Tunnel und dem 262 m langen Großen Bruderndorfer Tunnel. Im wundervollen, unberührten Bergwald liegt die neue Haltestelle Bruderndorf. Hinter einem etwa acht Meter tiefen Einschnitt ist endlich die mitteleuropäische Hauptwasserscheide erreicht. Jetzt wird von der Bahn das Bruderndorfer Hochplateau überquert und erreicht den Bahnhof Langschlag. Nach den Haltestellen Harruck und Heinreichs wird der Endbahnhof in Markt Groß Gerungs erreicht.

It then climbs up even higher at gradients of up to 26 ‰ to cross the central European watershed between Danube and Elbe. In terms of engineering, this is the key section of the entire line, known as "Little Semmering" on account of the constant alternation between up to 16-m dams and deep ravines. The line continues through almost virgin nature, passing the Abschlag stop and struggling uphill. The Bruderndorf stop with its watering station lies between the 44-m Kleiner Bruderndorfer Tunnel and the 262-m Großer Brudendorfer Tunnel. The new Bruderndorf stop is situated amidst a wonderfully unspoilt mountain forest. After crossing an 8-metre deep ravine the line finally reaches the central European watershed. From there, it runs across the Bruderndorf plateau and reaches Langschlag station. Having passed the stops of Harruck and Heinriechs it finally arrives at the terminal station of Markt Groß Gerungs.

Dampfzüge fahren zwischen Gmünd NÖ und Groß Gerungs jeden Samstag, Sonn- und Feiertag zwischen 1. Mai und 27. Oktober. Detaillierte Auskünfte erteilt die ÖBB gerne unter Tel: +43(2852)54120. Nach einer Fahrt mit dem Dampfbummelzug der ÖBB empfiehlt es sich, dem Markt Groß Gerungs mit seiner aus dem 14. Jahrhundert stammenden Pfarrkirche und seinem wohlgepflegten Marktplatz einen Besuch abzustatten.

Steam trains run between Gmünd/Lower Austria and Groß Gerungs on Saturdays, Sundays and holidays between May 1 and October 27. For detailed information call ÖBB on phone No. +43(2852)54120. After a ride on the ÖBB steam train it is a good idea to visit Markt Groß Gerungs with its 14th century church and picturesque market square.


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Die Waldvierteler Schmalspurbahnen


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