Bilder der Thörler Bahn / Pictures of the
Thörler Bahn
Thörler
Bahn von Oskar Sembach (sehr ausführlich und komplett mit
aktuellen Fahrplänen)
Homepage der StLB
Gekürzter Text aus "Bahn im Bild 36", Verlag Peter Pospischil, A-1020 Wien, Novaragasse 44, mit freundlicher Genehmigung des Verlages:
Abridged text from "Bahn im Bild 36", Verlag Peter Pospischil, A-1020 Vienna, Novaragasse 44, Austria, courtesy of the publisher:
Der Steiermärkische Landtag befaßte sich 1886 mit dem Bau einer schmalspurigen Lokalbahn von Mariazell nach Kapfenberg, zumal sich im Einzugsgebiet nicht nur eine beträchtliche Eisenindustrie etabliert hatte, sondern sich auch bedeutende Kohlevorkommen und Waldbestände befanden. Nach der Konzessionserteilung konnten im Winter 1892/93 die Bauarbeiten vergeben werden. Zur Ausführung gelangte das Detailprojekt der Lokalbahn Kapfenberg - Au-Seewiesen.
In 1886 the Parliament of the Provice of Styria considered construction of a narrow-gauge local railway from Mariazell to Kapfenberg as the area was not only witnessing the development of a substantial iron industry but was also rich in coal deposits and woodland. After the franchise had been granted, construction work was commissioned in the winter of 1892/93 and work started on the Kapfenberg - Au-Seewiesen local line.
Die eingleisige Bahn folgt von der Anschlußstation Kapfenberg dem Lauf des Thörlbaches und der Mariazeller Bundesstraße, tritt dann in das Gebiet des Hinterbergbaches, um dann im Talboden des Seebaches den Endpunkt Au-Seewiesen zu erreichen. Die umfangreichsten und schwierigsten Arbeiten ergaben sich im engen und vielfach gewundenen Thörlgraben, da dort nicht nur beträchtliche Erd- und Felsarbeiten erforderlich waren, sondern auch, weil der im engen Tal lebhafte Fuhrwerksverkehr nicht unterbrochen werden durfte. Größere Anstrengungen waren auch beim Bau des bei km 11 errichteten Tunnels nötig.
From the Kapfenberg junction, the single-track line runs along Thörlbach and the Mariazeller highway, continues along the Hinterbergbach and finally reaches Au-Seewiesen, situated in the valley of the Seebach. The most difficult section proved Thörlgraben, a narrow and winding valley, where a considerable amount of earth-moving and excavation work was required as well as careful planning as vehicle traffic, which was very brisk in this area, was not to be disrupted. Another major challenge was the construction of a tunnel.
Nach 210 Arbeitstagen war die 22,9 km lange Strecke vollendet, die nachstehende Verkehrsstellen aufwies:
After 210 days of work, the 22.9 km-section was completed with the following stopping points:
Die Haltestelle Einöd bei Kapfenberg wurde später eingerichtet.
The Einöd stop near Kapfenberg was set up only at a later date.
Während die Anschlußstation keine eigenen Baulichkeiten erhielt, waren die übrigen Bahnhöfe mit Aufnahmsgebäuden, Güterschuppen und Laderampen versehen. Die Haltestellen Winkl und Hinterberg hatten einfache Wartehütten, bei den anderen Haltestellen dienten die in der Nähe befindlichen Werksrestaurationen als Warteräume. Die Zugförderungsanlagen befanden sich in Kapfenberg Lokalbahn und im Endbahnhof. In der Haltestelle Margarethenhütte und im Bahnhof Thörl zweigen Schleppbahnen von 300 und 600 m Länge zu den dort etablierten Industriewerken ab.
While no extra buildings were erected at the junction, all the other stations were provided with reception buildings, goods sheds, and loading platforms. The Winkl and Hinterberg stops had simple shelters, for the other stops it was nearby factory cantines that served as waiting rooms. Train service points were at the Kapfenberg Lokalbahn and the terminal station. From the Margarethenhütte stop and the Thörl station sidings of 300 and 600 m length branched off to nearby factories.
Da der Bahnhof Kapfenberg Südbahn für schmalspurige Gleisanlagen zu wenig Platz bot, wurde zu dem 0,6 km entfernten Lokalbahnhof, heute Kapfenberg Landesbahn, eine vierschienige Gleisanlage (jetzt Dreischienengleis) errichtet, um mit Hilfe der Schmalspur-Triebfahrzeuge auch Normalspur-Güterwagen dorthin zu überstellen.
As the Kapfenberg Südbahn station did not have sufficient space for narrow-gauge tracks, 600 metres of 4-rail (today, three-rail) track were laid to reach Lokalbahnhof, today called Kapfenberg Landesbahn, to enable transfer of standard-gauge rolling stock by means of narrow-gauge locos.
Zur Erstausstattung der Bahn gehörten drei C-gekuppelte Tenderlokomotiven, die Krauss in Linz aus der C1-Grundtype der Schmalspurlokomotiven entwickelt hatte. Vier bauartgleiche Maschinen wurden dann 1898 als Reihe Z an die Pinzgauer Lokalbahn geliefert. Im Jahre 1896 wurde noch wegen der anfänglich guten Betriebserträge die Clt-nP »Graz« von Krauss, Linz, nachgeliefert.
The first locos running on the line were C-type locos developed by Krauss in Linz from the C1 basic type of Austrian narrow-gauge locos. In 1898 four locos of the same type, designated Series Z, were supplied to Pinzgauer Lokalbahn. As operating results were initially quite good, the Clt-nP "Graz", again made by Krauss, followed in 1896.
Der Fahrpark umfaßte 4 Personenwagen 1./3. Klasse, 4 Personenwagen 3. KI., 2 kombinierte Post- und Dienstwagen, 6 gedeckte und 24 offene Güterwagen, 1 Schneepflug, 1 Draisine und 3 Bahnwagen sowie einen sogenannten Einschaltwagen". Er lief auf Schmalspurgleisen und war mit Zug- und Stoßvorrichtungen für Normal- und Schmalspur ausgerüstet. Heute wird der Wagen nicht mehr verwendet, da eine Lokomotive zusätzlich mit einem Normalspurkupplungsbügel ausgestattet wurde.
The rolling stock comprised 4 1st/3rd class coaches, 4 3rd class coaches, 2 combined post and equipment vans, 6 closed and 24 open wagons, 1 snow plow, 1 Draisine inspection trolley and 3 trailers as well as an "insert" wagon, which was running on narrow-gauge tracks and designed as a pull-push wagon for standard-gauge and narrow-gauge stock. Today, this wagon is no longer used as one of the locos has been fitted with an extra coupler for standard-gauge stock.
Erstmalig erreichte am 17. 11. 1893 eine Lokomotive Thörl und am 21.11.1893 den Endbahnhof Au-Seewiesen. Die feierliche Eröffnung der Bahn fand am 8.12.1893 statt. Obwohl die niederösterreichisch-steirische Alpenbahn St. Pölten - Mariazell - Gußwerk 1907 fertiggestellt war, kam es aus Kostengründen nie zur geplanten Verbindung mit der Landesbahn Kapfenberg - Au-Seewiesen. Die Strecke von Seebach-Turnau zum 3 km entfernten Endbahnhof Au-Seewiesen wurde mit 31.12.1964 eingestellt und bald darauf abgetragen.
It was on November 17, 1893 that the first locomotive reached Thörl and, on November 21, 1893, the Au-Seewiesen terminal station. The formal inauguration ceremony was held on December 8, 1893. Even though the St. Pölten - Mariazell - Gußwerk Alpine line running through both Lower Austria and Styria was completed in 1907, the link to the Kapfenberg - Au-Seewiesen Landesbahn was never established, for cost reasons. Service on the 3-km section from Seebach-Turnau to the Au-Seeweisen terminal station was discontinued effective Dec. 31, 1964 and the tracks soon dismantled.
Die Dampftraktion hielt sich relativ lange, da der Lokalbahnhof eine größere Werkstätte besitzt, die alle großen Arbeiten an den Maschinen ausführen konnte. Als erste Diesellokomotive traf 1958 die von der SKGLB (SalzKammerGut LokalBahn) erworbene D40 ein, im Jahre 1964 folgte eine Streckenlokomotive und 1971 traf die von der DB (Deutsche Bahn) erworbene schwere Diesellok VL21 ein. Von den jugoslawischen Schmalspurbahnen in Bosnien beschafften die Steiermärkischen Landesbahnen zwei Dieselmaschinen.
Steam locos continued to operate on this line for a relatively long time as Lokalbahnhof has a well-sized work-shop able to attend to all major maintenance and repair jobs. The first diesel loco, a D40 acquired from SKGLB (SalzKammerGutLokalBahn), arrived in 1958, to be followed in 1964 by a main-line loco, and in 1971 by the heavy-duty VL21 diesel loco bought from DB (Deutsche Bahn). Two additional diesel locos were purchased by Steiermärkische Landesbahnen from the Yugoslav narrow-gauge lines of Bosnia.
Während die Güterbeförderung von und bis Thörl eine gute Auslastung zeigte, fehlten die Voraussetzungen für einen florierenden Personenverkehr. Durch die Bahn wird zwar das landschaftlich wunderschöne Gebiet des Hochschwabmassivs erschlossen, doch liegen die großen Ortschaften weitab, sodaß die fahrplanmäßige Personenbeförderung bereits am 15.3.1959 eingestellt wurde. Seither finden regelmäßig Dampfsonderfahrten für Eisenbahnfreunde und Touristen statt.
While goods transport from and to Thörl was running close to capacity the line lacked the potential for passenger traffic. While the line provided access to the scenic mountainous landscape of the Hochschwab it was running far from any major settlements and scheduled passenger service was therefore discontinued as early as March 15, 1959. Since then, special outings with steam traction have been organised at regular intervals for railway enthusiasts and tourists.
Detaillierte Informationen über Dampfsonderfahrten erhalten Sie bei den Steiermärkischen Landesbahnen, A-8010 Graz, Radetzkystraße 31, Tel: +43(316)812581-0, Fax: +43(316)81258125 sowie bei der Bahnhofleitung Kapfenberg-Landesbahn, Bahnhof StLB, A-8605 Kapfenberg, Tel: +43(3862)22129, dem club 760 - Verein der Freunde der Murtalbahn, Postfach 51, A-8850 Murau, und dem Eisenbahnverein Thörlerbahn, Postfach 2, A-8600 Bruck/Mur, Tel: +43(3862)55288 und +43(3862)56641.
More detailed information on specially organised steam trips is available from Steiermärkische Landesbahnen, A-8010 Graz, Radetzkystraße 31, phone +43(316)812581-0, fax: +43(316)81258125 and from the station mas-ter of Kapfenberg-Landesbahn, Bahnhof StLB, A-8605 Kapfenberg, phone +43(3862)22129; club 760 - Verein der Freunde der Murtalbahn, Postfach 51, A-8850 Murau; and Eisenbahnverein Thörlerbahn, Postfach 2, A-8600 Bruck/Mur, phone +43(3862)55288 and +43(3862)56641.
Bilder der Thörler Bahn / Pictures of the
Thörler Bahn