Wälderbähnle: die Bregenzerwaldbahn


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Der folgende Text stammt von Mag. Markus Rabanser (Bregenzerwald-Museumsbahn), mit freundlicher Genehmigung des Autors:

Die Bregenzerwaldbahn

Lokomotiven, Gastronomie, wichtige Telefonnummern, Verkehrsverbindungen, Seitenanfang

Spurweite: 760 mm
eröffnet am 15. September 1902
Streckenlänge: 35,4 km
Streckenhöchstgeschwindigkeit: 45 km/h
offizielle Einstellung: 29. Jänner 1985

Die Bregenzerwaldbahn (BWB) war eine für Österreich typische Schmalspurbahn in der Spurweite von 760 mm (Bosnische Spur). Sie führte von der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz durch das Vorortgebiet nach Kennelbach. Dort gelangte die Strecke in das 19 Kilometer lange Engtal der Bregenzerache. Der Streckenverlauf in diesem Bereich war wildromantisch, denn außer der Bahn gab es entlang des Flusses keine anderen Verkehrsverbindungen. Die zu den Bahnhöfen gehörenden Dörfer waren mehrere Kilometer weit von den Bahnstationen entfernt, teilweise gab es nur schmale Wanderpfade die zu den Haltestellen führten.

Am Ende des Achtales erreichte die Bahn Egg, den größten Ort des Bregenzelwaldes. Danach führte die Trasse weiter nach Andelsbuch und durch den sogenannten Bersbucher Wald. Hinter diesem liegt heute die Endstation Bersbuch der Bregenzerwald-Museumsbahn. Bald darauf folgt der Bahnhof Schwarzenberg, danach fällt die Strecke und überquert beim sogenannten Sporenegg die Bregenzerach auf einer 31 Meter langen Blechträgerbrücke. Durch Wälder führt die Bahn nun oberhalb der Straße weiter bis zur Haltestelle Reuthe. Das Haltestellenhäuschen ist auch heute noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Durch Wiesen geht es nun weiter, einmal wird nochmals die Bregenzerache gequert, um nach etwa einem Kilometer die Endstation Bezau zu erreichen.

Auf der Bregenzerwaldbahn verkehrten von der Betriebsaufnahme an die bewährten Lokomotiven der Baureihe U. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dann auch andere Baureihen eingesetzt (Uv, Bh und Uh). Im Jahr 1937 wurden die diesel-elektrischen Gepäcktriebwagen der Baureihe 2041/s (heute 2091) nach Bregenz stationiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben einige ehemalige Heeresfeldbahnlokomotiven im Stand der Zugförderungsstelle Bregenz.

Zu Beginn der 60er Jahre konnte durch die Lokomotiven 2095.04 - 07 auf die Dienste der "Dampfer" und der 2091er verzichtet werden. Die Reihe 2095 blieben bis zur Einstellung der Bregenzelwaldbahn hier stationiert.

 

Während der gesamten Betriebsdauer war die Bahn im Engtal der Bregenzerache den Gewalten der Natur ausgesetzt. Oftmals kam es hier zu Erdrutschen und Vermurungen. Ein großer Erdrutsch bei km 7,1 war im Juli 1980 auch der Grund für die Einstellung des Bahnbetriebes auf der Teilstrecke Kennelbach - Egg. Im Oktober desselben Jahres wurde auch die Strecke Egg - Bezau aus Sicherheitsgründen gesperrt. Lediglich auf der 4,7 Kilometer langen Strecke von Bregenz nach Kennelbach verkehrten noch die Züge bis zum 9. Jänner 1983, danach wurde auch diese Strecke im Schienenersatzverkehr bedient.

Im November 1985 wurde der Verein "Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn" gegründet, der es sich zur Aufgabe machte, von Bezau aus eine Museumsbahn wieder in Betrieb zu nehmen. Am 18. Mai i 987 ging die erste Lokomotive des Vereines, die D 1 "Hilde" in Betrieb. Als Waggons kamen umgespurte Wagen der 1.000-mm-Slrecke Innsbruck - Fulpmes (Stubaitalbahn) zum Einsatz. Die Züge konnten damals nur in Richtung Schwarzenberg geschoben werden, da der Bahnhof wegen einer zugeteerten Straßenüberquerung nicht erreicht werden konnte.

Am 13. Mai 1989 konnte dieses Hindernis beseitigt werden, seither verkehren die Züge der Museumsbahn bis zur Haltestelle Bersbuch (km 6,1).

Am 17. August 1990 konnte die erste Dampflokomotive der Museumsbahn in Bezau erwartet werden. Es handelte sich um ein Leih-Stück des Lokomotiv-Sammlers Walter Seidensticker. Diese Dampflokomotive, die 798.101 war bereits zu ÖBB-Zeiten auf der BWB im Einsatz. Es handelte sich um eine ehemalige Heeresfeldbahn (Henschel 25892/1941). Dieses Triebfahrzeug mußte am Ende der Saison 1992 wieder ihrem Besitzer zurückgegeben werden. Im Sommer 1993 wurde daher eine weitere Leihlokomotive eingesetzt. Es handelte sich dabei um die in Polen gebaute Px 48-1913 (Chrzanów 3247/1953). Mit dieser Maschine konnte die Zeit bis zum Eintreffen der U 25, der ersten vereinseigenen Dampflokomotive überbrückt werden. Diese konnte schließlich am 30. Juli 1993 in Bezau abgeladen werden und führt seitdem die Dampfzüge der Museumsbahn. Um auch originale Waggons anbieten zu können, wurde erstmals im Jahr 1995 auf einem Untergestell eines Güterwagens ein Personenwagen nach den Plänen von 1898 aufgebaut. Weitere zwei Waggons derselben Bauart folgten in den nächsten Jahren.

Mit der Inbetriebnahme der 2091.08, eine diesel-elektrische Lokomotive der ersten Generation, gelang es, auch im Bereich der Dieseltriebfahrzeuge originale Lokomotiven aufzutreiben. Die 2091.08 führt seit 1997 die planmäßigen Dieselzüge auf der Museumsbahn.

Die nächsten Pläne des Vereines sind die Wiederaufarbeitung der Uh 102, der letzten in Österreich gebauten Dampflokomotive für die Bosnische Spurweite und eine allfällige Streckenverlängerung nach Andelsbuch. Besonders letzteres Projekt ist auf den Good-will der verantwortlichen Politiker angewiesen. Doch hat die Museumsbahn mit ihren über 40.000 Fahrgästen pro Jahr gute Argumente, die für die Verlängerung der westlichsten Schmalspurbahn der 760-mm-Spur Österreichs sprechen.

 

Fahrzeuge der Museumsbahn (Stand zum 31. Oktober 1997):

Geschichte, Gastronomie, wichtige Telefonnummern, Verkehrsverbindungen, Seitenanfang

D1"Hilde"

Bauart: C-dh
Baujahr: 1943
Dienstgewicht: 16,6 t
v/max 20 km/h

Diese Lokomotive wurde für die Heereskolonialbahnen als Type HK 130C gebaut. Das bedeutet, daß diese Lokomotive für eine variable Spurweite bis 1.067 mm konstruiert worden war. Nach ihrem Einsatz bei der Heeresfeldbahn kam die Maschine zur deutschen Baryt-Industrie in Bad Lauterberg und wurde später an die Höllentalbahn (Payerbach-Reichenau - Hirschwang) in Österreich verkauft. Schließlich kam sie als Ersatzteilspender zur Steiermärkischen Landesbahn nach Weiz. Von dort konnte sie der BWB-Museumsbahnverein schließlich in schrottreifem Zustand erwerben. Heute wird die D 1 "Hilde" bei der Museumsbahn vor allem als Bauzug-Lokomotive eingesetzt.

 

D2"Margreth"

Bauart: B
Baujahr: 1961
Dienstgewicht: 20,5 t
v/max: 25 km/h

Diese Lokomotive wurde von Gmeinder im Jahre 1961 gebaut. Sie war zunächst auf der Zementbahn in Budenheim eingesetzt und kam 1986 auf die Museumsbahn Warthausen - Ochsenhausen in Baden-Württemberg. Von dort konnte sie im April 1989 erworben werden, stand in Bezau noch mehrere Jahre abgestellt und wird nun als Lokomotive für Sonderzüge und als Ersatz für die 2091.08 eingesetzt.

 

D3

Bauart: B
Baujahr: 1962
Dienstgewicht: 8t
v/max 18 km/h

Die von Jenbacher gebaute Lokomtive wurde zunächst auf einer Werkbahn in Ternitz eingesetzt. Im Oktober 1988 konnte sie nach Bezau gebracht werden. Aufgrund ihrer geringen Leistungsfähigkeit war sie nur als Bauzug- oder Vorspannlokomotive eingesetzt. Derzeit steht sie abgestellt in Bezau und sucht einen neuen Käufer.

 

U 25 "Bezau"

Bauart: C1 n2t
Baujahr: 1902
Dienstgewicht: 24,2 t
v/max 35 km/h

Die U 25 wurde unter der Fabriknummer StEG 2998/1902 für die Eröffnung der Bregenzerwaldbahn gebaut und war bis 1938 hier im Einsatz. Danach war sie auf der Pinzgauer Lokalbahn, der Zillertalbahn und der Steyrtalbahn eingesetzt. Nach der Einstellung der Steyrtalbahn kam sie 1982 wieder zur Pinzgauer Lokalbahn um dort die Dampfbummelzüge von Zell am See nach Krimml zu führen.

Nach Ablauf der Kesselfrist im Jahr 1986 wurde sie schließlich als Denkmallokomotive in Eichgraben in Niederösterreich abgestellt.

Seit Bestehen des Museumsbahnvereins bestanden Bemühungen, die letzte originale Bregenzerwaldbahn-Lokomotive zu erwerben. 1992 konnte die U 25 durch die Yv 1 getauscht werden, letztere steht nun in Eichgraben abgestellt.

Die U 25 jedoch wurde in der Werkstätte der Zillertalbahn aufgearbeitet und konnte am 14. August 1993 nach Bezau gebracht werden. Seither führt diese Lokomotive die Dampfzüge der Museumsbahn.

 

2091.08

Bauart: 1Bo1
Baujahr: 1940
Dienstgewicht: 23 t
v/max 50 km/h

In den Jahren 1936 bis 1940 wurden insgesamt zwölf dieser ursprünglich als Gepäcktriebwagen bezeichneten Baureihe in Betrieb genommen. Ab 1937 wurden diese Triebfahrzeuge auf der Bregenzerwaldbahn eingesetzt. Ihre bescheidene Leistung von 210 PS reichte jedoch nicht aus, die Dampflokomotiven völlig zu verdrängen, dies konnte erst durch die Inbetriebnahme der Baureihe 2095 (600 PS) zu Beginn der 60er Jahre geschehen. Die 2091 wurden somit auf der Bregenzerwaldbahn nicht mehr benötigt und wurden zu anderen ÖBB-Schmalspurbahnen umstationiert.

Im November 1995 ergab sich für die Museumsbahn die Gelegenheit, die 2091.08 zusammen mit der 2091.04 (Ersatzteilspender) zu erwerben. Seit der Saison 1997 wird die 2091.08 vor allen planmäßigen Diesel-Zügen der Museumsbahn eingesetzt.

 

Uh 102

Bauart: C1 h2t
Baujahr: 1931
Dienstgewicht: 28,lt
v/max 40 km/h

Die Uh 102 (ÖBB-Bezeichnung 498.08) war die letzte in Österreich gebaute Dampflokomotive für die Bosnische Spurweite. Sie wurde von der Lokomotivfabrik Floridsdorf gebaut und war in St. Pölten, Zell am See und Garsten stationiert. Die ersten Lokomotiven der Baureihe Uh wurden mit der sehr anfälligen Caprotti-Ventilsteuerung gebaut.

Der Nachbau - die Reihe Uh 100 - bekam die besser geeignete Lentz-Ventilsteuerung. Der Museumsbahnverein plant, die Uh 102 mit Ersatzteilen der in Bezau als Denkmallokomotive abgestellten Uh 3 (498.03) wieder in Betrieb zu nehmen.

 

Wichtige Telefonnummern:

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Bahnhof Bezau: +43 (5514) 3174
Geschäftsstelle der Museumsbahn: +43 (5513) 6192

Fax:

+43 (5513) 6192-4

Die Museumsbahn ist jeweils von Pfingsten bis Mitte Oktober in Betrieb. Während dieser Zeit fahren an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen planmäßige Züge. Während der Hochsaison im Juli und August fahren zusätzlich auch an Dienstagen und Donnerstagen planmäßige Züge.

Sonderzüge können jederzeit bestellt werden (Tel.-Nr. der Geschäftsstelle).

Die Kapazität beträgt zirka 280 Personen pro Zug.

 

Gastronomische Adressen in Bezau:

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Hotel Gams, Platz 44, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2220; Fax +43 (5514) 2220-24
Hotel Post, Brugg 35, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2207; Fax +43 (5514) 2207-22

Gasthof Bezauer Hof, Bahnhof 142, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2214
Gasthof Engel, Platz 29, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2203
Gasthof Hirschen, Platz 40, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2382; Fax +43 (5514) 3470
Gasthof Sonne, Kriechere 66, 6870 Bezau, Tel +43 (5514) 2262; Fax +43 (5514) 2912

Verkehrsverbindungen

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Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Bezau von Dornbirn und Bregenz aus zu erreichen. Die Buslinien der Bahn und Post verkehren an Werktagen im Stundentakt, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen bestehen zumindest alle zwei Stunden Verbindungen.


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