Walkman und Sexualität

oder: "Zeige mir Deine Ohrwärmer, und ich sage Dir, was Du für einer bist!"

Etwas Psychologie für Anfänger

Schon länger wurde von vielen Psychologen vergeblich nach der Ursache für den unter der heutigen Jugend so verbreiteten exzessiven Rockmusikkonsum gesucht. Dr. Everett Whitehead von der Boston University of Medicine hat sich schon des längeren mit diesem Thema beschäftigt. Dr. Whitehead hatte vorher bereits in der Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Neil Chadwick am California Institute of Agrar Technology den Einfluß von Musikberieselung auf die Legequote von Haushühnern untersucht, weshalb ihm der Problemkreis bereits vertraut war. Nach eingehenden Studien an einigen 100 Jugendlichen veröffentlichte Whitehead seine Ergebnisse in einer ca. 200 Seiten starken Abhandlung.

Demnach äußert sich die Stellung eines Menschen in der Gesellschaft auch in seinen Musikhörgewohnheiten. Dies wird bei Rockmusik besonders deutlich, da es sich hierbei um eine sehr emotionsbetonte Musik handelt. Im folgenden will ich einige kurze Beispiele aus dieser Studie aufführen, die bei der Boston University of Medicine, Detonation Boulevard 207, Boston/Massachusetts für 10 US-Dollar erhältlich ist.

Rockmusik wird zu den verschiedensten Zwecken gebraucht: zur Entspannung, zum Wachbleiben, zum Mädchen aufreißen, um die Nachbarn zu ärgern, um das verstimmte Klavier, auf dem die kleine Schwester gerade übt zu übertönen, zum Baden, zum Kaffeekochen, zum Ausflippen, bei vielen Leuten richtiggehend als Droge.

Da bekanntlich die meisten Drogen Entzugserscheinungen hervorrufen, wenn man sie absetzt, hier meist Händezittern, Verstimmung, Reizbarkeit, Gefühlskälte, wurde von einem Betroffenen der Walkmann erfunden. Dieses Gerät mitsamt Kopfhörern läßt sich z.B. sehr gut unter einem Parka verstecken, wodurch das "Laster" für die Mitmenschen unsichtbar bleibt. Für Mädchen gibt es als Alternative seit kuzem hohle Ohrwärmer, in die man den Kopfhörer nach außen unsichtbar einlegen kann. Zwischen Walkmann und Flachmann bestehen nicht nur sprachliche Gemeinsamkeiten...

Dieses ist jedoch nur einer der vielen Berieselungsmöglichkeiten, die Dr. Whitehead untersuchte. Es zeigte sich z.B. bei Musiksüchtigen Exhibitionismus darin, daß diese armen Leute Stereoradiorecorder von Gewichten und Dimensionen mit sich herumschleppen, die dem Normalbürger als Heimgerät voll genügen würden. Dies führt natürlich zu Folgeschäden wie Bandscheibenschäden und Rückgratverkrümmung. Nicht zu verwechseln mit diesen Personen sind Leute, die zwar nur ein mittelgroßes Gerät benutzen, dieses aber prinzipiell auf voller Lautstärke. Dies tun meist Angeber, Schwerhörige (also Discjockeys und Musiker) und Sadisten, wobei die Unterscheidung selbst dem Fachmann schwerfällt.

Etwas schüchterne Personen bevorzugen logischerweise eher kleine Geräte, meist Taschenradios. Unsere oft infolge falscher Erziehung eingeschüchterten und verklemmten Mitbürger schließlich sind die Hauptbenutzer der Geräte ohne Lautsprecher, der "Walkmänner".

Eine weitere Differenzierung der verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen ist möglich, wenn man nicht nur den Gerätetyp, sondern auch die bevorzugte Musikart in Betracht zieht, was naturgemäß bei den Walkmanhörern nicht so leicht möglich ist. Auf diesem Gebiet werden auch die meisten Fehler gemacht, da sich viele Psychologen mitt der heutigen Pop- und Rockmusik nur sehr mangelhaft auskennen. Auch spielt es eine Rolle, ob der Patient die meist englischen Texte der Songs verstehen kann oder nicht. Darum ist dieser Teil der Studie sehr ungenau und verschwommen ausgefallen. Es sei nur soviel gesagt: Wenn Deine Freundin/Dein Freund sehr schüchtern wirkt, aber z.B. bevorzugt Rod Stewart, AC/DC oder Pat Benatar hört, dann will sie/er zwar, traut sich aber nicht. Und wenn jemand in der U-Bahn Schnulzen hört und dabei heftig die Haltestangen umklammert, ist die Situation für Eingeweihte ziemlich klar!

WDR

PS: Hörst Du gerade Musik??