Mit 12 Jahren entdeckte ich bei einem Besuch einen Fischertechnik-Baukasten und damit die Elektronik, womit Elektronik-Entwicklung mein erstes Berufsziel wurde. Nach einigen Praktika im Studium begann ich hieran allerdings zu zweifeln, da man in diesen Firmen die Entwickler am liebsten in dunkle Labors steckte, die sie möglichst auch zum Essen nicht verlassen sollten, und bei Gelingen des Projekts der Chef das Lob einheimste; nur wenn es schiefging, war der Entwickler schuld...
Seit Schülerzeitungszeiten konnte ich allerdings an keiner Redaktion vorbeigehen, ohne daß man mich zum Mitmachen bewegen wollte. Dabei gab es natürlich stets Gelächter über mein Kürzel, das sich im Journalismus automatisch aus den Anfangsbuchstaben des Namens ergibt. Mittlerweile habe ich mich mit diesem "Spitznamen" aber angefreundet. Seit 1978 hatte ich immer wieder in diversen Funk-, Elektronik- und Computerzeitschriften Fachaufsätze, Bauanleitungen, Tests und Interviews veröffentlicht, darunter auch „Funk" und „Funkschau".
Nach dem Studium 1989 legte ich beide Talente zusammen und wurde nach 3 Monaten Softwareentwicklung in einem kleineren Unternehmen beim Schaltnetzteilhersteller PULS als technischer Redakteur und Pressesprecher tätig. Entwicklung reizte mich in diesem Bereich ganz und gar nicht, und im Funkbereich war in diesen Jahren außer Militärtechnik wenig geboten. Die Konjunkturkrise, die die Firma ab 1992 schwer beutelte, führte allerdings dazu, diese bis dahin recht erfolgreiche Tätigkeit 1993 zu beenden.
Nun machte ich meinen „Dauer-Nebenjob" Fachjournalismus bei der Traditionszeitschrift „Funkschau" zum Hauptberuf und schrieb Fachartikel und Meßtests, die sogar die Stiftung Warentest übernahm. Dies war nun eigentlich mein Traumjob, allerdings war die Zeit der Traditionen dort bereits vorbei, und einige Kollegen überkam beim Anblick eines Lötkolben oder einer Platine Widerwillen, der sich in Absurditäten niederschlug wie der Behauptung, eine durch das Müsli einer Kollegin eingeschleppte Mottenplage wäre in Wahrheit durch meine Musterplatinen bedingt oder dem Satz, was sich nicht fertig bei Karstadt kaufen lasse, sei keinen zweiten Blick wert. Da ich mich aber nach wie vor nicht in ein Labor wegschließen lassen wollte, strich ich 1995 die „Schau" nach über 12 Jahren schweren Herzens aus meinem Leben und blieb nur der „Funk" weiter treu. Und auch dem Funk, denn mittlerweile hatten sich mit der digitalen GSM-Telefontechnik auch kommerziell interessante Anwendungen ergeben.
Die neuen Telefone hatten mich schon von 1993 an bei der „Funkschau" begleitet und anfangs bei den Praxistests für so manches unfreiwilliges Aufsehen gesorgt. Sei es, weil ein Pulk Fußballfans beim „Gassiführen" des ersten Motorola „Microtac" im Münchner Olympiapark Dreharbeiten zu „Raumschiff Enterprise" vermutete - was sehr vorteilhaft war, denn man machte mir eine Gasse frei! - oder weil mein 20 Jahre alter Ford ausgerechnet auf einer Funkmeßfahrt mitten auf dem Mittleren Ring liegenblieb und dem netten Helfer beim Anblick der vier nagelneuen Autotelefone in diesem rollenden Museumsstück beinah der Schlag traf - er schleppte mich aber trotzdem noch zur nächsten Werkstatt und nicht zur Polizei...
Ein weiterer Interessensschwerpunkt war die Datenübertragung, die mich mittlerweile in Form von „Packet-Radio" schon über 10 Jahre begleitet, und auch in der „drahtgestützten" Variante immer interessanter wurde. Beides zusammengelegt ergibt Datenübertragung in GSM-Netzen, und genau das machte ich folgerichtig ab Juli 1995 hauptberuflich als Produktmanager im Marketing beim Service-Provider Cellway.
Doch die Schreiberei liegt mir zu sehr im Blut, als daß ich sie
aufgeben könnte. Deshalb sagte ich im Dezember 1997 Cellway und Bayern
"good bye" und schreibe nun bei einer bekannten Computer-Zeitschrift in
einem größeren Verlag, der sich in Hamburg am Axel-Springer-Platz
befindet! ;-)