Tag 1: Von Möckmühl nach Mulfingen
Los
ging das Ganze bereits am 16. an dem wir unsere Taschen und den Lastenhänger
bei Susanne und Ralf Domino in deren Garage deponierten. Wir wollten am
17. morgens nach einem letzten "normalen" Frühstück dort starten
und hatten deshalb die ganze Ausrüstung dort deponiert.
Zunächst hatten wir ja die Tour über
den Jagst-Kochertal Radweg geplant, dann aber doch noch beschlossen, die
Strecke über die Tauber zu wagen, auch deshalb, weil dort in den passenden
Streckenabschnitten auch Campingplätze zur Verfügung standen.
Nur nach der ersten Etappe würden wir auf einem Privatgrundstück
campieren, daß Verwandten der Dominos gehörte.
Die
erste Etappe führte uns an der Jagst entlang auf dem seit kurzem sehr
gut ausgebauten Jagsttalradweg durch idyllische Landschaften. Die Strecke
läßt sich sehr angenehm fahren, es gibt dort nur leichte Steigungen
und der Radweg ist fast durchweg gut ausgebaut. Vorbei am Kloster Schöntal
ging die Fahrt. Das Kloster ist ein interessanter Haltepunkt und beherbergt
die sterblichen Überreste des Götz von Berlichingen, der die
Region zwischen Jagsthausen und Möckmühl stark geprägt hat.
Schöntal eignet sich gut als erster Haltepunkt für eine Rast
und das Kloster ist eine Besichtigung wert. Wir allerdings hatten noch
ein gutes Stück Fahrt vor uns, weshalb wir Schöntal links (eigentlich
rechts) liegen ließen und weiterführen über Berlichingen
um letztlich in Mulfingen, dem Ziel unserer ersten Etappe anzukommen.
Bei der ersten größeren Rast
an diesem Tag gab es auch den ersten technischen Defekt. Bei Uwes Rad war
die Hälfte der Luft aus dem Hinterreifen verschwunden. Nach einem
Reifenwechsel, der allerdings nicht ganz richtig gemacht wurde stellte
sich heraus, daß der Schlauch innen am Ventil einen leichten Materialfehler
hatte, der sich erst durch die kombinierte Last von Hänger und vier
Gepäcktaschen auswirkte. Beim Aufziehen des Mantels wurde dann nicht
genau geprüft, ob der Mantel auch rundum sitzt, was dazu führte,
daß Uwe zwei Tage lang mit einer Unwucht im Rad fuhr. Erst als Uwe
das gesamte Hinterrad nachgeprüft hatte, fand er den Defekt. Dies
schon als erster Tipp, immer genau prüfen, ob der Reifen aufs Rad
auch wirklich richtig aufgezogen wurde, speziell, wenn man den Wechsel
nicht selbst durchgeführt hat.
Vor dem Aufbau unserer Zelte füllten wir allerdings noch bei einem Bauern unsere Wasservorräte für die abendliche Mahlzeit auf. Da wir uns nicht mit schwerem Essen tagsüber belasten wollten, wurde erst abends die warme Mahlzeit gekocht und über den Tag verteilt gab es Müsliriegel, Traubenzuckertabletten und bei Sibylle und mir stilles Wasser versetzt mit Vitamintabletten, während Susanne und Ralf lediglich Wasser tranken.
Der Aufbau der Zelte gestaltete sich
sehr einfach, wobei Sibylle und ich für das Zelt noch eine Zeltunterlage
(eine einfache Plane, die man im Baumarkt für circa 14 DM erstehen
kann) mitgenommen hatten, was sich bald als sehr nützlich herausstellen
sollte.
Beide Familien hatten Familienzelte dabei,
was pro Familie zwar ca. 8 Kilo Gewicht bedeutet, dafür aber uns allen
ausreichend Platz bot und speziell bei schlechtem Wetter auch einen angenehmen
längeren Aufenthalt im Zelt ermöglichte.
Zudem
ließ sich der Vorraum des Zeltes als Garage für die Kinderanhänger
und Fahrräder verwenden. Wir hatten uns das Sky Lounge von X-Tend
gekauft, während Susanne und Ralf das Flexibility von Jack Wolfskin
verwendeten. Das Sky Lounge hatten wir unter anderem deshalb ausgewählt,
weil die seitliche Öffnung und somit auch der Raum zwischen den beiden
Innenkabinen nicht nur 1 Meter sondern 1 Meter 50 breit ist. Allerdings
hatten wir die Innenkabine zuhause gelassen um einen größeren
Aufenthaltsraum zu bekommen und um das Gewicht zu reduzieren.
Jan
hatte schon am ersten Abend sichtlich viel Spaß beim Zelten und began,
die nähere und weitere Umgebung grabschend zu erkunden. Dabei schaffte
er es sogar, still und heimlich eine schöne fette Nacktschnecke zu
ergrabschen und sich in den Mund zu stopfen. Gott sei Dank bekam das allerdings
Sibylle mit, was zuerst zu einem gehörigen Schreck dann aber zur allgemeinen
Heiterkeit beitrug. Das erste Abendessen bestand aus verschiedenen Nudeln
und einer Bolognese Sauce, wobei die Kinder bei den Großen mitessen
durften, allerdings natürlich die speziell angepassten Portionen.
Danach verschwanden wir recht schnell in unsere Zelte, nur Ralf setzte
sich noch ein wenig an die Jagst um zu angeln. Währenddessen genossen
wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Am
nächsten Morgen gab es dann "frischen" Kaffee (Instant Pulver
mit Instant Milch) und dazu Marmeladen- oder Honigbrote. Danach war aber
auch bereits der Aufbruch zur nächsten Etappe angesagt, da unsere
Tagesstrecken für eine Familientour doch recht lang waren. Im Schnitt
fuhren wir pro Tag circa 40 km, was für eine Gruppe aus 4 Radfahrern
mit drei Kinderanhängern und mit zwei Kindern nicht unbedingt die
idealste Weite ist. Für die nächste Tour haben wir deshalb auch
maximale Tagesetappen von ca. 25 km angesetzt, um frühzeitig an den
entsprechenden Zeltplätzen anzukommen und auch noch die Umgebung erkunden
zu können. Empfehlenswert ist unserer Ansicht nach eine Ankunft spätestens
um ca. 15:00 Uhr sodaß nach dem Aufbau des Zeltes noch etwas Zeit
für ein Rahmenprogramm bleibt.
Tag 2: Von Mulfingen nach Bemberg
Nach dem Abbau der Zelte und dem erneuten
Beladen der Anhänger ging es auf zur nächsten Etappe, die uns
nach Bemberg bei Roth am See führen sollte, wo ein Campingplatz auf
uns wartete. Hier gab es bereits die ersten Probleme mit der vorab festgelegten
Routenplanung, auch deshalb, weil wir jetzt ein Stück Weges vor uns
hatten, das es so nicht als festgelegte Radtour gab und wir auf die dazwischen
vorhandenen Radwege angewiesen waren. Hier ergab sich auch gleich der nächste
Tipp für Radtouren.
Wenn
es einen Radweg gibt, der auf der Karte verzeichnet ist und daneben eine
scheinbar kürzere Strecke, die allerdings nicht als Radweg ausgezeichnet
ist, lieber dem Radweg folgen. Wie sich nämlich schon während
dieser Etappe zeigen sollte, waren die Radwege mit bedacht in der Karte
verzeichnet worden (was mich als ADFCLer nicht wundert, aber das ist ein
anderes Thema) und die scheinbaren Abkürzungen stellten sich meist
als nicht sehr Radfahrerfreundliche Routen bzw. sogar als Wegstrecken direkt
auf befahrenen Straßen heraus.
Auch
diese Etappe bot landschaftlich einige interessante Abschnitte allerdings
wurde, da wir vom Jagst ins Taubertal wechseln mußten jetzt die Strecke
doch hügeliger, so daß die Fahrt mit den Hängern anstrengender
wurde, wobei ich es genoß mal wieder etwas "unter Last" zu fahren.
Speziell die Gegend um Langenburg ist landschaftlich sehr schön, mit
vielen kleinen idyllischen Orten. Empfehlenswert ist hier auch eine größere
Rast, da Langenburg ein interessantes Automobilmuseum bietet. Allerdings
bedeutet ein Besuch in Langenburg selbst einen starken Anstieg aus dem
Tal, da Langenburg auf der Anhöhe liegt. Hier ist eventuell eine Zwischenetappe
eine gute Idee.
Ziel
dieser Etappe war Bemberg, und dort ein kleiner Campingplatz, der aber
gut gepflegt war und für zwei Familien mit zwei Zelten und zwei Kindern
mit ca. 30 DM für eine Übernachtung doch recht günstig war.
Für die Duschen benötigten wir Münzen, die man bei der Verwaltung
kaufen konnte, wobei die Duschen zwar nicht das neueste vom neuesten waren,
aber durchaus gepflegt.
Auch hier waren die Zelte schnell aufgebaut,
wobei sich unsere Aluminium Heringe als vorteilhaft erwiesen, denn auch
auf diesem Zeltplatz benötigten wir keinen Hammer um unsere Heringe
in den Boden zu bekommen.
Noch
immer hatten wir mit starker Bewölkung zu leben, und auch die
abendlichen Temperaturen waren noch recht frisch, so daß wir den
Abend im Vorraum unseres Sky Lounge verbrachten, da bei uns die Schutzfolie
unter dem Zelt auch für einen trockenen Untergrund sorgte, wenn spät
abends das Gras bereits wieder feucht wurde. Und natürlich genossen
wir alle eine Dusche an diesem Abend und ein Abendessen, das dieses
Mal aus Nasi Goreng bestand. Diese Stärkung war auch nötig, denn
der nächste Tag begann gleich mit einem starken Aufstieg, der uns
hoch auf die Ebene führte und unserem nächsten Etappenziel Rothenburg
entgegen.
Tag 3: Von Bemberg nach Rothenburg
Leider
war die Hochebene nicht ganz so eben wie wir uns das dachten, so daß
wir immer wieder mit Steigungen zu kämpfen hatten, die gerade ein
wenig zu steil waren und deshalb zum Absteigen zwangen. Andererseits war
das ganz gut, da wir so unsere Kräfte schonen konnten, und nicht völlig
ausgelaugt in Rothenburg ankamen. Kurz vor Rothenburg ging es dann hinab
ins Tal, da wir in einem kleinen Ort vor Rothenburg campieren würden.
Der Abstieg war so steil, daß Sibylle und ich mit gezogener Bremse
fahren mußten, um nicht die maximale Geschwindigkeit des Hängers
zu überschreiten, und einen Überschlag zu provozieren. Laut Hersteller
erlaubt der Cheetah z.B. nur 25km/h maximal, aber wir haben festgestellt,
daß auch mit
knapp
über 30km/h der Hänger noch recht gut reagiert und stabil rollt.
Alles darüber jedoch wird zum Risiko und bei überraschenden Brems-
oder Ausweichmanövern riskiert man im Mindestfall ein Umkippen des
Hängers. Aber auch mit gedrosselter Geschwindigkeit war die Abfahrt
sehr schön, und das Tal in das wir kamen belohnte uns mit einem sehr
schönen Blick auf Rothenburg.
Dort angekommen erwartete uns der schönste
Campingplatz unserer Tour. In Detwang gelegen erwartetet uns ein gepflegtes
Gelände, und ein Platz, der speziell für durchreisende Camper
vorbereitet war. Ein kleiner Laden bot das notwendigste für den Spätankommenden
und beim Duschen kam die nächste Überraschung, denn hier gab
es die Duschen kostenlos dazu.
Weil wir uns hier so wohl fühlten und nachdem wir Detwang und die Kirche dort mit dem Thilman Riemenschneider Altar besichtigt hatten, beschlossen wir, in einem örtlichen Gasthof, dem "Schwarzen Lamm" zu Abend zu essen.


(übrigens
ist ein Leggero ohne Kindersitz ein hervorragender Lastenanhänger,
zumal durch die hohe Kabine ein enormer Stauraum entsteht. Ich würde
niemandem empfehlen, die kleine offizielle Lastenanhängerversion zu
nehmen. Dort reduziert sich der Stauraum um die Hälfte. Und auch wenn
der Preis recht hoch ist, im Vergleich zu den Billig-Baumarkt-Lastenanhängern
bietet der Leggero eine sichere, große und fahrtechnisch sehr gute
Lösung.)
Doch auch in Detwang blieben wir nur über Nacht, denn schon am nächsten Morgen sollte es weitergehen, zu unserem letzten Etappenziel, einem ehemaligen Militärgelände, das nun einen Campingplatz beherbergte, und wo wir einen eintägigen Aufenthalt mit dem Besuch des Bad Mergentheimer Wildparks eingeplant hatten.
Tag 4: Von Rothenburg nach Bad Mergentheim
Dieses Mal hatte man uns vorgewarnt. Da
wir beim ADFC aktiv sind und immer nach Infos und Erfahrungsberichten von
Radlern suchen, kam es uns gerade gelegen, daß an diesem Abend ein
Tourenradler, der schon große Touren hinter sich hatte, neben uns
sein Zelt aufschlug. Er hatte eine ADFC Karte dabei, die die Strecke beschrieb,
die noch vor uns lag. Und eine der Anmerkungen bereitete uns auf das nun
kommende erneute Auf und Ab vor. Im Gegensatz zum Jagsttal verläuft
der Radweg von Rothenburg ab bis Creglingen nicht direkt am Fluß
sondern der Weg klettert immer wieder etwas aus dem Tal heraus, fällt
dann wieder ab um wieder an den Hügeln emporzusteigen. Zwar mussten
wir nie ganz auf die Anhöhe, aber auch dieses ständige Auf und
Ab ist anstrengender als eine "Genußfahrt" im Tal. Hier auch gleich
wieder ein weiterer Tipp. Ein großer Vorteil der ADFC Radwanderkarten
liegt in den Steigungspfeilen, die in der Karte angeben, wie stark und
wie steil der Weg ansteigt. Leider, so merkte dieser Radler an, hatte man
die Pfeile auf der Creglinger Strecke wohl weggelassen, er hatte aber auch
eine Erklärung dafür. Da die Steigungen zwar nicht sehr lange
anhielten aber immer wieder kamen, hätte man wohl die gesamte Strecke
mit Pfeilen markieren müssen, was die Route recht unleserlich gemacht
hätte.
Jan störte das ganze natürlich
herzlich wenig, er tat, was er sehr oft auf dieser Tour tat, er schlief
und ließ sich auch durch schlechte Wegstrecke oder manch eine Pause
nicht stören. Die Tour an sich verlief bis Bad Mergentheim eher ruhig,
dort jedoch verfuhren wir uns total, so daß wir eine Strecke von
fast 2 km einen steilen Berg aufstiegen, obwohl der offizielle Radweg im
Tal um diesen Berg herumführte, fast genauso lange war und zudem ohne
Steigungen. Bei der Abfahrt, nachdem der Fehler erkannt wurde mußte
Uwe sogar von seinem Rad absteigen, da bei einem sehr steilen Gefälle
der Hänger durch den dort liegenden Split zu schieben began und zweimal
beinahe ins Rad gekracht wäre. Hier somit ein dringender Tipp an alle,
die diese Tour nachfahren wollen. Im Tal bleiben und den offiziellen Radweg
nutzen, wenn man dann in Bad Mergentheim in der Innenstadt ist, den Campingplatzschildern
folgen. Damit erspart ihr euch eine anstrengende und unnötige Tortur.
Nach diesem Umweg verfuhren wir uns fast ein zweites Mal, weil wir anstelle den direkten Weg zum Campingplatz zu fahren dem Radweg Richtung Dörzbach folgten. Gott sei Dank entdeckten wir eine Möglichkeit über eine provisorische Brücke nochmal über den Bach zu gelangen der dort floß, so daß wir anstelle 2km abwärts in den nächsten Ort und dann wiederum 2 Kilometer zurück fahren zu müssen nur knapp 500 Meter wieder zurück mußten.
Allerdings
entpuppte sich auch der Campingplatz eher als eine Enttäuschung, da
es sich wirklich um ein ehemaliges Bundeswehrgelände handelte. Das
bedeutete, daß der Boden nur aus einer dünnen Grasnabe und ansonsten
aus viiielen Steinen bestand, und der ganze Campingplatz ein langer unansehnlicher
Schlauch war, auch waren die Duschen mit 1.50 DM pro Duschmarke sehr teuer
und wir bezahlten für uns und für zwei Tage Aufenthalt knapp
über 100 DM. Hier benötigten wir das erste Mal den Hammer um
die Aluminium Heringe in den Boden zu rammen, aber mit etwas Feingefühl
fand sich immer eine Lücke zwischen den Steinen, und keiner der Heringe
wurde bei der Aktion verbogen. An diesem Abend brauchte Uwe zum Abreagieren
auch noch ne Fahrt in die Innenstadt, zumal unseren Kochern der Sprit ausging.
Auch das kann man gleich als Tipp sehen. Lieber die große Vorratsflasche
für Kocherbenzin nehmen, denn an gereinigtes Benzin für den Kocher
zu kommen war nicht gerade trivial und die örtliche Tankstelle weigerte
sich, uns normales Benzin oder Diesel abzufüllen. Deren Vorschlag
war allen ernstes die Flasche mit Feuerzeugbenzin aufzufüllen. Deshalb
schaffen wir uns für die nächste Tour die 1 Liter Flasche an.
Ein angenehmer Aspekt des Campingplatzes war hingegen, daß Uwe ohne
Gepäck nur mit seinem Rad lediglich knapp 10 Minuten brauchte, um
in der Innenstadt zu sein. Währenddessen wurde dann auf dem Campingplatz
alles fürs Abendessen vorbereitet. An diesem Abend gab es Nudeln mit
Käsesahnesauce.
Danach ruhten wir uns alle ein wenig aus,
denn am nächsten Tag wollten wir ja in den Wildpark.
Tag 5: Unser Bad Mergentheim Aufenthalt
Am nächsten Morgen gab es dann nochmals
eine Fahrt nach Bad Mergentheim um zum einen die Vorräte an Lebensmitteln
aufzufüllen, zum anderen um gereinigtes Benzin für unsere Kocher
zu bekommen. Letztlich fand Uwe dann eine Apotheke, die uns einen Liter
Benzin geben konnte.
Auf dieser Tour war auch Jan dabei und
er entwickelte sich zum Star der Tour. Immer wieder folgten uns die Blicke
der Passanten und bewunderten Jan in seinem Cheetah und mehrfach musste
ich die Funktionen erklären und den Cheetah einmal komplett zum Kinderwagen
und dann wieder zum Anhänger umbauen.
Bevor wir in den Park marschierten, wurde
das Vorzelt des Hauckschen Zeltes noch etwas umgeräumt und somit konnten
wir beide Räder sowie den Leggero komplett im Vorraum unterbringen,
so daß unsere Ausrüstung komplett den Blicken entschwunden war.
Ein nicht zu unterschätzender Diebstahlschutz.
Für diesen Tag besorgte Uwe Gyros mit Gemüse und stockte auch die Vorräte für Jan auf, damit wir uns den ganzen Tag im Wildpark aufhalten konnten.
Der Wildpark ist wirklich sehenswert, er
ist schön angelegt und gut gepflegt. Für Kinder gibt es tolle
Spielmöglichkeiten und die Tiere haben schöne, artgerechte "Gehege".
Sogar Kormorane und Affen gibt es in diesem Park, und speziell die Haustierschauen
sind sehenswert.
Auch der Abenteuerspielplatz ist sehr
schön angelegt und bietet viel Spaß für die Kinder und
gute Möglichkeiten zur "Erholung" für die Eltern (;
Jan genoß besonders die Schaukel
und hatte einen Riesenspaß. Der Park ist auf jeden Fall einen Besuch
wert, man sollte aber wirklich einen ganzen Tag einplanen, damit man den
ganzen Park in Ruhe genießen kann.
Von dieser Etappe gibt es nicht viel zu berichten. Aufgrund erneuter Navigationsfehler kletterten wir gleich zu Beginn wieder anstelle des Radweges eine mindestens 3 Kilometer lange Strecke steil bergauf. (Auch hier noch ein Tipp zwischendurch: Wenn es erst mal drum geht, während der schon begonnenen Tour die Route nochmal zu planen, sollte dies nur eine Person tun, und diese sollte sich mit dem Lesen von Karten auskennen, damit vermeidet ihr nicht nur Ärger sondern auch unnötige Anstrengungen, der dümmste Spruch der bei einer Tour kommen kann lautet nämlich: Setzt ihr euch zusammen und klärt die weitere Tour. Denn es ist immer ein Kampf unterschiedlicher Interessen und zum Schluß fühlt sich keiner für die Fehler verantwortlich). Oben angelangt begegneten wir einem großen Pulk von Radfahrern, die wohl über den Radweg gekommen waren, den sie als nicht sonderlich steil beschrieben. Danach war unser einziges Ziel, mit wenig neuen Fehlfahrten nach hause zu kommen. Das gelang auch, wenn wir auch den Heimatort nicht mehr gemeinsam anfuhren, sondern uns in Oberkessach zumindest räumlich stärker voneinander absetzten. Dank der Überlast in Uwes Rad hatte sich zum Schluß in der Schaltung auch noch eine Rückhaltefeder verabschiedet, so daß Uwe die letzten ca. 30 km mit nur drei Gängen (nämlich in den drei Schaltstufen jeweils dem höchsten) fahren konnte. Und bei einem Versuch, den Schaltungsausfall wenigstens notdürftig zu reparieren verlor Uwe dann auch noch nach einem beinahe Streit ein knapp 200 DM teures Multfunktionswerkzeug. Aber ansonsten verlief die Heimfahrt eigentlich problemlos (;
Letztlich haben wir daraus einiges an Erfahrungen
für weitere Touren gewonnen und die Fahrt an sich auch sehr genoßen,
zumal wir festgestellt haben, daß zumindest Jan, Sibylle und Uwe
wunderbar gemeinsam campen können.
Unsere Ausrüstung
(Im Moment erst
mal die Haucksche Ausrüstung)
Zelt: X-Tend
Sky Lounge mit Platz für bis zu 5 Personen, Zeltunterlage 3x4 Meter
Kocher: MSR
XGKII (Entgegen anderer Meinung läßt sich der Kocher auf verschiedene
Stärken regeln)
Isomatten:
3 x Termarest
Schlafsäcke:
Zwei Billigprodukte (bzw. ein sehr alter) und ein Colmean Bamboose
M10 <- Von diesem haben wir uns das linke Gegenstück gekauft, denn
er ist bis -10 Grad sehr angenehm und ausserdem selbst für Uwes Länge
gut geeignet. Jan bekam Papas alten Schlafsack, allerdings gekürzt
auf passende Länge
Fahrradtaschen:
Carradice Shopper Taschen für den Heckträger mit jeweils 30 Liter
Stauraum. Für Uwes Rad Carradice Lowrider Taschen, alle aus gewachster
Baumwolle und sehr gut wasserdicht. Lenkertaschen von Tatonka. Anstelle
komplett wasserdichter Taschen bevorzugen wir die "Müllbeutel" Variante,
wir verpacken unsere Kleidung innerhalb der Tasche nochmals in stabile
Plastikbeutel und für ganz schweren Regen hat jede Tasche noch eine
von diesen blauen Mülltüten als Notfallüberzug. Die speziellen
Überzüge sind teuer und meist unnötig.
Anhänger:
Chariot Cheetah als Hänger für Jan. Sehr praktisch durch
die Umbaumöglichkeit zum Jogger und Kinderwagen. Als Lastenanhänger
der Leggero Classico, in den das Zelt, die Schlafsäcke sowie diverses
Zubehör passte.
Geschirr:
Globetrotter Topfset mit Pfanne und Kessel (Aus Alu und dadurch schön
leicht)
Fahrräder:
Uwe:B.U.N.D. Fahrrad mit 24 Gang Shimano Schaltung und Lowrider sowie drei
Flaschenhaltern, davon einer am Lenker. Multifunktionslenker und Standlicht
vorne sowie hinten.
Sibylle: Mountainbike
mit Verkehrssicherheitsausrüstung (Lichtanlage, Schutzbleche) 21 Gang
Schaltung Shimano. Beide Fahrräder waren ausgestattet mit Webberkupplungen
mit eingebautem Hinterbauständer.
Video: Sony
Digital 8 Camcorder 210 für Filmdokumentation und die Bilder auf diesen
Seiten.
Sonstiges:
Sibylle und Uwe
trugen während der Tour Helme (bitte keine Flames deswegen. Jan kriegt
auch einen, sobald er selbst fährt oder ihn im Hänger tragen
kann). Außerdem lohnt sich die Anschaffung einer Radlerbrille, denn
Fliegen und Mücken in den Augen können sehr unangenehm sein.
Auch an eine gute Diebstahlsicherung solltet ihr denken. Wir werden bei
der nächsten Tour die Bügelschlösser noch mit einer akustischen
Alarmanlage kombinieren, die bei Durchtrennung des Sicherungskabels einen
lauten Alarm auslöst. Damit läßt sich alles möglich
recht wirkungsvoll sichern.
Was wir uns noch anschaffen werden, durch Erfahrungen aus dieser Tour:
Großes Allzweckmesser
(schon angeschafft: Gerber EZ-out)
Multifunktionswerkzeug
als Ersatz für das verlustig gegangene: (Schon angeschafft: Leatherman
PSTII, sehr gute Schere und auch sonst sehr gut verarbeitet)
Große 1
Liter Brennstoffflasche
Klappstühle
(Dreibeine aus Aluminium, witzigerweise hat die jetzt Sibylle bereits geschenkt
bekommen)
Rolltisch (Läßt
sich sehr kompakt zusammenrollen und ist leicht)
Wasserbeutel
10 L von Ortlieb, wir hatten auf der Tour nur einen 5 Liter Kanister
aus Plastik, der sehr sperrig war und den wir schon mal wegen "Verlusts"
während der Fahrt wieder aufsammeln mussten.
LED Taschenlampe:
Spart Energie und ermöglicht auch mal abends länger im Zelt noch
was zu lesen.
Zeltstangen für
das Vordach (sollten möglichst klein zusammenschiebbar sein):
Ein Luxus, aber zum draußen sitzen ganz angenehm.
Tipps aus den Erfahrungen dieser Tour:
Besorgt euch gute
Radwanderkarten aus der Gegend, in der ihr eine Tour plant. Plant die Tour
im Voraus, wenn notwendig fahrt Teile ab, die kritisch sind, und haltet
euch soweit es geht an diese Route.
Damit haltet ihr
den Zeitplan ein, verfahrt euch nicht unnötig und habt auch was von
den Orten entlang des Weges.
Radwanderkarten haben nicht umsonst eingezeichnete Routen. Wenn es möglich ist, haltet euch an die Routen. Nur in Ausnahmefällen lohnt es sich, von diesen Routen abzuweichen, denn die meisten Routen sind nicht umsonst gewählt worden. Meist stecken dahinter speziell für Radfahrer geeignete Strecken.
Und vor allem, plant die Route nicht für die trainierten Radler sondern für das "schwächste Glied". Kein Radmarathon, wenn bei der Tour auch Gelegenheitsradler dabei sind.
Informiert euch vor der Tour genau über eure Ausrüstung: Dank fehlerhaften Wissens haben wir während der Tour unnötig viel Benzin fürs Kochen verbraucht und Uwes Fahrrad fuhr 2 Tage lang mit falsch montiertem Reifen.
Jeder kümmert
sich um seine Ausrüstung selbst. Hätte Uwe diese Regel beachtet,
wäre es nicht zu dem Reifenproblem an seinem Rad gekommen und auch
andere Fehler wären nicht passiert.
Trennt klar die
Ausrüstung wenn ihr mit anderen fahrt. Idealerweise sollten sich z.B.
Familien auch getrennt auf den weiteren Weg machen können (z.B. wenn
unterwegs eine Gruppe noch andere Orte anfahren will oder aus irgendwelchen
Gründen die Tour abbrechen muß). Das heißt, jeder hat
das dabei, was die Familie braucht.
Plant kurze Etappen, es sei denn ihr wollt wirklich den ganzen Tag fahren. Wir finden, man sollte an den Orten an denen man rastet auch die Möglichkeit haben, den Ort kennenzulernen. Wenn man erst abends ankommt ist man dazu meist zu erschlagen. Lieber eine Etappe fahren, die scheinbar zu kurz ist, denn der Weg ist immer etwas anders als auf der Karte.
Trennt euer Werkzeug
und sorgt für Ersatz
Uwe z.B. hatte von
den vorhandenen Reifengrößen mindestens einen Ersatzschlauch
dabei, und es wurde auch einer benötigt. Natürlich kann man auch
flicken, aber das klappt nicht immer und kostet zuviel Zeit. Und nach dieser
Tour hat er sich anstelle eines Multifunktionsfahrradwerkzeugs diverse
Einzelwerkzeuge gekauft.
Wenn jetzt durch
dumme Umstände etwas verloren geht, ist nicht gleich alles weg.
Überlegt euch auch Kleinigkeiten zuvor. Eine gute Idee ist z.B. einmal das Kochen mit nur einer "Platte" nämlich dem Benzinkocher zu üben. Denn dann erst merkt man, wie kompliziert es werden kann, z.B. Ein Gericht aus mehreren Komponenten zu kochen.
Wenn ihr mit Hängern unterwegs seit. Denkt daran, es soll kein Gewaltmarsch werden und eine Fahrt mit Hänger ist bei weitem anstrengender als nur mit beladenen Rädern. Übt vorher und achtet auf die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten. So hat Uwe einen schweren Unfall mit dem Leggero vermieden.
Verteilt die Last
gleichmäßig auf die Räder. Speziell zu stabilen Lowridern
können wir nur raten. Und die schweren Dinge sollten in die Lowrider,
während Kleidung und leichtes in die hinteren Taschen gehört.
Die Lenkertaschen
sollten nur leichte Sachen beinhalten (Futter während der Fahrt).
Achtet darauf, daß das Gewicht der linken und rechten Taschen annähernd
gleich ist. Und wenn ihr all euer Material zusammen habt, dann geht es
nochmal durch und fragt euch nochmal, brauchen wir das wirklich ??
Speziell wenn ihr mit Kindern unterwegs seit. Denkt auch an die Regentage. Wenn ihr nicht auch bei Regen einfach weiterfahren wollt, dann sollte euer Zelt geräumig genug sein, um sich nicht auf den Keks zu gehen (Die Familienzelte haben einen Grund für diesen Namen). Nehmt Spiele mit (kleine handliche natürlich) und was zu lesen, auch wenn ihr es möglicherweise garnicht braucht.
Investiert lieber
etwas mehr in die Ausrüstung, wenn ihr dafür gute Qualität
bekommt die auch etwas länger hält.
Und vor allem. Genießt
die Fahrt, hetzt nicht, versucht keine Rekorde aufzustellen sondern seht
es als einen "Spaziergang" auf Rädern. Dann habt ihr auch was von
der Gegend, in der ihr unterwegs seit.