| |
Für
uns steht einfaches Leben für zweierlei. zum einen ein nicht ausschließlich konsumorientiertes
Leben, in dem man überlegt mit seinen Ressourcen, sowohl im Sinne von Arbeitskraft
als auch im Sinne von Geld und Zeit umgeht. Ein Leben, in dem es
wichtiger ist, wenige, qualitativ hochwertige und sinnvolle Dinge zu besitzen,
als sich den neuesten meist überflüssigen Modetrends zu unterwerfen.
Natürlich predigen wir nicht die Verweigerung von Arbeit und von Beiträgen zu unserer Gesellschaft. Aber Überstunden nur der Überstunden wegen sind sinnlos. Wenn ich eine wichtige interessante Aufgabe habe andererseits, dann sind auch Überstunden wichtig und interessant. Aber sie bringen dann auch voran, bedeuten einem persönlich etwas.
Gleiches gilt auch für den Beruf. Wenn ich mich mit meinem Beruf identifizieren kann, dann habe ich auch Freude daran, bin engagiert, genieße, was ich tue. Und dann hat auch mein Arbeitgeber etwas von meinen Talenten, da ich dann gerne und mit Freude mein bestes gebe.
Um uns mit Gleichgesinnten
austauschen zu können haben wir das Forum
zum Einfachen Leben eröffnet. Leider scheint der Gedanke in Deutschland
nicht so richtig Fuß zu fassen, denn Diskussionsbeiträge tauchen
nur sehr spärlich auf.
Zum anderen steht
einfaches Leben aber auch fuer eine Vereinfachung in uns selbst. Auch die
Befreiung von Ängsten und Sorgen, von dem was andere von uns denken
oder was die Gesellschaft als "richtig" ansieht ermöglicht eine Vereinfachung
unseres Lebens.
Im folgenden fürs
erste ein paar Links zu Seiten über einfaches Leben, leider in englisch,
da es wohl noch kaum ein Bewußtsein in Deutschland für einfaches
Leben gibt.
Frugal
by Choice
Viele Infos zum
sparsamen Leben und eine tolle Newsletter.
(Link vom
Autor der Seite gemeldet)
The
Simple Living Network - Home
Eine gute Website
für den Start
Voluntary
Simplicity and Financial Independence
Finanzielle Unabhängigkeit
ist der Schlüssel zum einfachen Leben
Center
for a New American Dream - Simple Living
Noch eine Quelle
mit vielen guten Tips
The
Frugal Gazette
Eine Newsletter zum
Thema
Frugal
Living Resources
Eine sehr gute und
ausführliche Liste von Referenzen und Links
1.) Äußere
Vereinfachung
Warum kaufen wir
uns Dinge ? Ist wirklich alles nötig, was wir zuhause haben ? Warum
habe ich mir all die tollen technischen Geräte gekauft, die mir das
Leben scheinbar erleichtern und warum nutze ich sie dann nicht ? Jeder
von uns hat es schon einmal erlebt, wenn beim Frühjahrsputz Dinge
aufgetaucht sind, von denen wir sogar schon vergessen hatten,dass wir sie
gekauft haben. Vieles, was uns die Werbung als unbedingt notwendig sugerieren
will, ist es nicht. Eigentlich benötigt der Mensch nur ein Dach über
dem Kopf, wärmende Kleidung, Nahrung und den Kontakt zu Menschen,
die er liebt. All die Werbebotschaften behaupten, dies könne man mit
ihren Produkten erhalten. Aber stimmt das wirklich ? In Wahrheit scheint
mir 99 Prozent der Werbung uns zu belügen, uns vorzugaukeln, wir würden
ein besseres Leben mit Produkt X oder Gerät Y führen, was aber
definitiv nicht stimmt. Dinge können uns das Leben erleichtern, aber
es nicht schön, glücklich, liebvoll werden lassen. Die Verknüpfung
imaterieller Werte mit materiellen Gütern in der Werbung täuscht
uns über die Wirklichkeit.
2.) Innere
Vereinfachung
Viele Menschen
leben nicht in der Gegenwart, sondern arbeiten, sparen, kämpfen für
eine unbestimmte Zukunft. Wir vergessen oft das Leben zu geniessen, weil
wir sagen, erst muss ich noch dies oder jenes erreicht haben. Auch gesellschaftliche
Konventionen hindern uns daran, das Leben zu geniessen und das Glück
und die Zufriedenheit in uns zu finden. Wenn ich täglich Überstunden
mache und mich für jeden freien Tag fast schäme, den ich fern
der ach so wichtigen Arbeit geniesse, dann kann ich nicht glücklich
sein, sondern suche das Glück in mir zugetragenen Dingen. Jeder Mensch
ist einzigartig und wertvoll, und ob er nun arbeitslos oder Manager eines
Großkonzerns ist, ist in Wirklichkeit nicht interessant. Wichtig
ist lediglich wie menschlich, wie sozial diese Person ihr Leben gestaltet.
Wichtig ist, daß der Mensch hinter dem steht was er tut, sei es nun sein Beruf oder die Dinge, die ihm privat wichtig sind.
Auch definieren
wir unseren Sinn des Lebens heute viel zu häufig aus der bezahlten
Arbeit ohne zu fragen, ob wir auch eine Arbeit haben, die uns Freude bereitet und für die wir uns engagieren, weil wir Freude an der Arbeit haben. Und jede mögliche Tätigkeit, die uns kein Geld einbringt,
sei es nun eine ehrenamtliche Tätigkeit oder die Erziehung unserer
Kinder bzw. die Arbeit an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen wird
eher als unwichtig oder nebenher zu erledigen angesehen. Dabei ist doch
jede Arbeit nur dann eine gute Arbeit und wird gut erledigt, wenn sie wichtig für die Person ist, wenn sie mit ihrem
Wesen dahinter stehen kann. Arbeit muß ein durchaus wichtiger Teil meines Lebens sein, aber nur, wenn ich auch einen Ausgleich zu meiner Arbeit habe, wenn ich die Balance zwischen Beruf und Privatem finde, kann ich in beiden Gebieten optimales leisten. Und ebenso wichtig ist, daß die Arbeit mir etwas bedeutet, mir wichtig ist, weil ich sie tun will, nicht, weil sie Geld bringt, denn nur dann leiste ich gute Arbeit.
Es wäre zu
wünschen, daß wir Menschen wieder mehr als Personen mit vielen
Facetten, vielen Aufgaben und Rollen betrachten. Wir
sollten wieder mehr mit den Menschen leben, nicht neben ihnen. Und wir
sollten die Menschen mehr nach dem beurteilen, was sie sind, nicht was sie tun.
3.) Einfaches
Leben bedeutet nicht Armut oder Verzicht
Dies mag für
manche nach einem Widerspruch klingen, aber wir propagieren hier weder
die totale Askese noch einen völligen Verzicht auf materielle Güter.
Aber wichtig
ist der Schritt der Wahl, ob etwas wirklich notwendig ist, ob es wirklich
neu sein muß und welche Last wir uns damit zusätzlich aufbürden.
Ein Beispiel:
Indem ich mir für die Küche einen elektrischen Entsafter kaufe,
gebe ich zum einen Geld aus, für das ich zuvor gearbeitet habe. Somit
wende ich meine Arbeitskraft auf, um dafür etwas zu erhalten, das
mir nutzen soll. Tut das ein Entsafter aber wirklich? Wenn ich regelmäßig
frische Fruchtsäfte trinke und auch den Aufwand nicht scheue, jeweils
das Obst vorzubereiten, zu entsaften , und vor allem danach den Entsafter
wieder aufwendig zu reinigen macht solch eine Anschaffung durchaus Sinn
(wobei hier auch noch eingerechnet werden müßte, ob das Entsaften
der Früchte ökonomisch sinnvoll ist, das heißt, ob ich
damit Geld spare, wenn ich selbst entsafte anstelle frischgepressten Saft
zu kaufen).
Ich werde hier
nicht generell werten, ob elektrische Küchengeräte, seien es
nun Entsafter oder andere sinnvoll sind oder nicht.
In unserem Haushalt
verwenden wir sehr gezielt einzelne elektrische Helfer, aber nur dort,
wo sie auch Sinn machen.
So haben wir
eine Universalküchenmaschine um die diversen Knet-, Häcksel- und
Schneidefunktionen zu nutzen, da wir sehr viel Gerichte aus frischen Produkten
produzieren und häufiger selber backen.
Auch einen Wasserkocher
besitzen wir, da es oft ökonomischer ist, heißes Wasser für
z.B. Tee im Kocher zu machen als den Herd dafür anzuheizen.
Auf viele andere
Utensilien (elektrische Dosenöffner, elektrische Brotmesser und ähnliches)
haben wir bewußt verzichtet, da wir sie nicht für sinnvoll halten.
Man muß einfach abwägen, was man wirklich nutzt. Und dort sollte man dann richtig "zuschlagen" im Sinne von wirklich guten Geräten. Für uns ist zum Beispiel das Internet ein wichtiger Faktor mit seinen vielen Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Freunden und Verwandten.
Dies sind nur
ansatzweise einige Gedanken zu diesem Thema. Wir werden hier noch weiteres
ergänzen und würden uns sehr über eure Kommentare und euer
Feedback freuen.
|