Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben.
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Vom einfachen Leben

 

I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived. I wanted to live deep and suck all the marrow of life....

Henry David Thoreau

 

 Für uns steht einfaches Leben für zweierlei. zum einen ein nicht ausschließlich konsumorientiertes Leben, in dem man überlegt mit seinen Ressourcen, sowohl im Sinne von Arbeitskraft als auch im Sinne von Geld und Zeit umgeht. Ein Leben, in dem  es wichtiger ist, wenige, qualitativ hochwertige und sinnvolle Dinge zu besitzen, als sich den neuesten meist überflüssigen Modetrends zu unterwerfen. Natürlich predigen wir nicht die Verweigerung von Arbeit und von Beiträgen zu unserer Gesellschaft. Aber Überstunden nur der Überstunden wegen sind sinnlos. Wenn ich eine wichtige interessante Aufgabe habe andererseits, dann sind auch Überstunden wichtig und interessant. Aber sie bringen dann auch voran, bedeuten einem persönlich etwas. Gleiches gilt auch für den Beruf. Wenn ich mich mit meinem Beruf identifizieren kann, dann habe ich auch Freude daran, bin engagiert, genieße, was ich tue. Und dann hat auch mein Arbeitgeber etwas von meinen Talenten, da ich dann gerne und mit Freude mein bestes gebe.

Um uns mit Gleichgesinnten austauschen zu können haben wir das Forum zum Einfachen Leben eröffnet. Leider scheint der Gedanke in Deutschland nicht so richtig Fuß zu fassen, denn Diskussionsbeiträge tauchen nur sehr spärlich auf. 

Zum anderen steht einfaches Leben aber auch fuer eine Vereinfachung in uns selbst. Auch die Befreiung von Ängsten und Sorgen, von dem was andere von uns denken oder was die Gesellschaft als "richtig" ansieht ermöglicht eine Vereinfachung unseres Lebens.

Im folgenden fürs erste ein paar Links zu Seiten über einfaches Leben, leider in englisch, da es wohl noch kaum ein Bewußtsein in Deutschland für einfaches Leben gibt.
 

Frugal by Choice
Viele Infos zum sparsamen Leben und eine tolle Newsletter.
(Link vom Autor der Seite gemeldet)

The Simple Living Network - Home
Eine gute Website für den Start
Voluntary Simplicity and Financial Independence
Finanzielle Unabhängigkeit ist der Schlüssel zum einfachen Leben
Center for a New American Dream - Simple Living
Noch eine Quelle mit vielen guten Tips
The Frugal Gazette
Eine Newsletter zum Thema
Frugal Living Resources
Eine sehr gute und ausführliche Liste von Referenzen und Links


1.) Äußere Vereinfachung

Warum kaufen wir uns Dinge ? Ist wirklich alles nötig, was wir zuhause haben ? Warum habe ich mir all die tollen technischen Geräte gekauft, die mir das Leben scheinbar erleichtern und warum nutze ich sie dann nicht ? Jeder von uns hat es schon einmal erlebt, wenn beim Frühjahrsputz Dinge aufgetaucht sind, von denen wir sogar schon vergessen hatten,dass wir sie gekauft haben. Vieles, was uns die Werbung als unbedingt notwendig sugerieren will, ist es nicht. Eigentlich benötigt der Mensch nur ein Dach über dem Kopf, wärmende Kleidung, Nahrung und den Kontakt zu Menschen, die er liebt. All die Werbebotschaften behaupten, dies könne man mit ihren Produkten erhalten. Aber stimmt das wirklich ? In Wahrheit scheint mir 99 Prozent der Werbung uns zu belügen, uns vorzugaukeln, wir würden ein besseres Leben mit Produkt X oder Gerät Y führen, was aber definitiv nicht stimmt. Dinge können uns das Leben erleichtern, aber es nicht schön, glücklich, liebvoll werden lassen. Die Verknüpfung imaterieller Werte mit materiellen Gütern in der Werbung täuscht uns über die Wirklichkeit.

2.) Innere Vereinfachung

Viele Menschen leben nicht in der Gegenwart, sondern arbeiten, sparen, kämpfen für eine unbestimmte Zukunft. Wir vergessen oft das Leben zu geniessen, weil wir sagen, erst muss ich noch dies oder jenes erreicht haben. Auch gesellschaftliche Konventionen hindern uns daran, das Leben zu geniessen und das Glück und die Zufriedenheit in uns zu finden. Wenn ich täglich Überstunden mache und mich für jeden freien Tag fast schäme, den ich fern der ach so wichtigen Arbeit geniesse, dann kann ich nicht glücklich sein, sondern suche das Glück in mir zugetragenen Dingen. Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll, und ob er nun arbeitslos oder Manager eines Großkonzerns ist, ist in Wirklichkeit nicht interessant. Wichtig ist lediglich wie menschlich, wie sozial diese Person ihr Leben gestaltet. Wichtig ist, daß der Mensch hinter dem steht was er tut, sei es nun sein Beruf oder die Dinge, die ihm privat wichtig sind.

Auch definieren wir unseren Sinn des Lebens heute viel zu häufig aus der bezahlten Arbeit ohne zu fragen, ob wir auch eine Arbeit haben, die uns Freude bereitet und für die wir uns engagieren, weil wir Freude an der Arbeit haben. Und jede mögliche Tätigkeit, die uns kein Geld einbringt, sei es nun eine ehrenamtliche Tätigkeit oder die Erziehung unserer Kinder bzw. die Arbeit an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen wird eher als unwichtig oder nebenher zu erledigen angesehen. Dabei ist doch jede Arbeit nur dann eine gute Arbeit und wird gut erledigt, wenn sie wichtig für die Person ist, wenn sie mit ihrem Wesen dahinter stehen kann. Arbeit muß ein durchaus wichtiger Teil meines Lebens sein, aber nur, wenn ich auch einen Ausgleich zu meiner Arbeit habe, wenn ich die Balance zwischen Beruf und Privatem finde, kann ich in beiden Gebieten optimales leisten. Und ebenso wichtig ist, daß die Arbeit mir etwas bedeutet, mir wichtig ist, weil ich sie tun will, nicht, weil sie Geld bringt, denn nur dann leiste ich gute Arbeit.

Es wäre zu wünschen, daß wir Menschen wieder mehr als Personen mit vielen Facetten, vielen Aufgaben und Rollen betrachten. Wir sollten wieder mehr mit den Menschen leben, nicht neben ihnen. Und wir sollten die Menschen mehr nach dem beurteilen, was sie sind, nicht was sie tun.

3.) Einfaches Leben bedeutet nicht Armut oder Verzicht

Dies mag für manche nach einem Widerspruch klingen, aber wir propagieren hier weder die totale Askese noch einen völligen Verzicht auf materielle Güter.
Aber wichtig ist der Schritt der Wahl, ob etwas wirklich notwendig ist, ob es wirklich neu sein muß und welche Last wir uns damit zusätzlich aufbürden.

Ein Beispiel: Indem ich mir für die Küche einen elektrischen Entsafter kaufe, gebe ich zum einen Geld aus, für das ich zuvor gearbeitet habe. Somit wende ich meine Arbeitskraft auf, um dafür etwas zu erhalten, das mir nutzen soll. Tut das ein Entsafter aber wirklich? Wenn ich regelmäßig frische Fruchtsäfte trinke und auch den Aufwand nicht scheue, jeweils das Obst vorzubereiten, zu entsaften , und vor allem danach den Entsafter wieder aufwendig zu reinigen macht solch eine Anschaffung durchaus Sinn (wobei hier auch noch eingerechnet werden müßte, ob das Entsaften der Früchte ökonomisch sinnvoll ist, das heißt, ob ich damit Geld spare, wenn ich selbst entsafte anstelle frischgepressten Saft zu kaufen).
Ich werde hier nicht generell werten, ob elektrische Küchengeräte, seien es nun Entsafter oder andere sinnvoll sind oder nicht.
In unserem Haushalt verwenden wir sehr gezielt einzelne elektrische Helfer, aber nur dort, wo sie auch Sinn machen.
So haben wir eine Universalküchenmaschine um die diversen Knet-, Häcksel- und Schneidefunktionen zu nutzen, da wir sehr viel Gerichte aus frischen Produkten produzieren und häufiger selber backen.
Auch einen Wasserkocher besitzen wir, da es oft ökonomischer ist, heißes Wasser für z.B. Tee im Kocher zu machen als den Herd dafür anzuheizen.
Auf viele andere Utensilien (elektrische Dosenöffner, elektrische Brotmesser und ähnliches) haben wir bewußt verzichtet, da wir sie nicht für sinnvoll halten.

Man muß einfach abwägen, was man wirklich nutzt. Und dort sollte man dann richtig "zuschlagen" im Sinne von wirklich guten Geräten. Für uns ist zum Beispiel das Internet ein wichtiger Faktor mit seinen vielen Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Freunden und Verwandten.
 

Dies sind nur ansatzweise einige Gedanken zu diesem Thema. Wir werden hier noch weiteres ergänzen und würden uns sehr über eure Kommentare und euer Feedback freuen. 

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