Aus dem
Tagblatt vom 05.02.2000 © St.Galler Tagblatt Leistungsklasse B im VisierDie SC Weinfelden-Eishockey-Damen in der Aufstiegspoule LKC/LKB Ohne grosses Aufheben haben sich die Damen des SC Weinfelden in den letzten drei Jahren sportlich wie teammässig enorm steigern können. Das Überstehen der bevorstehenden Qualifikation wäre das i-Pünktli für ausgezeichnete Aufbauarbeit. albert gründler Die neuere Geschichte des
im Jahre 1987 gegründeten
SC-Weinfelden-Eishockey-Damenteams ist eine Geschichte
mit allen möglichen Facetten. Aufstieg, Abstieg,
Mittelfeldplatzierung, Kooperation und so weiter, und so
fort. Doch die eigentliche Trendwende von einem
Trüpplein williger Frauen, die mal von diesem, mal von
jenem Trainer ein Konzept verpasst bekamen, änderte, als
der theoretisch wie praktisch erfahrene Trainer Röbi
Egger zu den Weinfelderinnen wechselte. Enorme Begeisterung Innert drei Jahren hat
der Geschäftsführer eines Schuh- und Sportgeschäftes
die Weinfelderinnen in der Organisation (defensiv wie
offensiv), bezüglich dem «Handwerk» Eishockey sowie
mental enorm weiter gebracht. Egger: «Ich bin stolz auf
mein Team, dass sich praktisch von 0 auf 100 weiter
entwickelt hat und das noch heute so engagiert ist wie zu
Beginn meiner Trainertätigkeit. Es ist ein Team, das
durch dick und dünn geht und ein enormes inneres Feuer
entwickeln kann.» Dass die Weinfelder Eishockey-Damen
für «höhere Weihen» gerüstet sind, beweist die
Tatsache, dass sie in der demnächst zu Ende gehenden
Meisterschaft 1999/ 2000 in der Leistungsklasse C alle
zwölf Partien siegreich beendeten, zum Teil mit
sogenannten Steinzeit-Resultaten. Und dass die
Mittelthurgauerinnen gar «B-reif» sind, bewiesen die
Partien gegen B-Absteiger Wallisellen, der in allen
Begegnungen überzeugend bezwungen werden konnte. In der
bevorstehenden Qualifikation bezüglich Aufstieg in die
LKB geht es nun ans «Eingemachte». Bereits am 12.
Februar treffen die Weinfelderinnen in Küsnacht auf den
Sieger der Gruppe 1A; daran schliessen sich weitere
Spiele an, ehe ein Aufstieg gefeiert werden kann.
Möglich, jedoch noch nicht entschieden ist, dass
eventuell eine Aufstockung verbandsseitig erfolgen
könnte. Ungeachtet dessen ist Trainer Egger, der eine
sportliche Lösung bevorzugen würde, überzeugt, dass
seine Damen das Potenzial besitzen, um in die
Leistungsklasse B zu promovieren: «Ein Aufstieg ist
möglich, obwohl es ein grosser leistungsmässiger Sprung
ist.» Zukunft bereits in Planung Wenn der Aufstieg
glückt, kommen Trainer Egger und Manager Schwarzenbach
nicht darum herum, die Latte der Anforderungen bedeutend
höher zu legen, denn ein Durchmarsch wie in der LKC ist
kaum vorstellbar. Zudem umfasst das Programm 24 Partien
(LKC: 12 Spiele). Taktisch, technisch und auch mental
sind verstärkte Anstrengungen nötig, und auch das
einmalige Wochentraining dürfte kaum mehr genügen. Fest
steht bereits, dass das Umfeld von Vereinsseite her
Retuschen erfahren wird. Denn auch hier ist man
hellhörig geworden, was die Damen inzwischen leisten,
denn 100 Zuschauer und mehr an einzelnen Matches sind
kein Pappenstil. So oder so, nachdem der HC Thurgau von
der Güttingersreuti wegziehen wird, ergibt sich eine
ausgezeichnete Situation bezüglich Eiszeiten, die
früher zum Teil auswärts eingekauft werden mussten.
Trainer Röbi Egger hat seinen Blick ebenfalls bereits in
die Zukunft gerichtet. Das Sommertraining würde im Mai
gestartet, das Eistraining müsste schon Mitte August
einsetzen und selbst für das Trainingslager hat er schon
gewisse Vorstellungen - Italien, die Gegend um Cortina d
Ampezzo, schwebt ihm vor. Doch von Träumen will der
gewiefte Eishockeykenner im Moment nichts wissen: «Jetzt
gilt es, alle Kräfte zu bündeln und die Damen nochmals
optimal einzustellen. Wenn wir auch in den
Entscheidungsspielen eine verschworene Gemeinschaft
bleiben, können wir das Ziel LKB realisieren. Dann
könnten wir uns am diesjährigen Mages-Cup vom 2. April
in der Güttingersreuti in Weinfelden erstmals als neuer
LKB-Teilnehmer präsentieren». |