Das erste Damen-Eishockey-Team der Schweiz, wurde 1980
in Freiburg gegründet, innert 4 Jahren kamen 8 weitere
Mannschaften dazu. 1985/86 fand die erste sogenannte
"Gruppenmeisterschaft" in der in der Schweiz statt,
aufgeteilt in Ost- und Westgruppe. Ein Jahr später wurde dann
erstmals um Meisterehren gekämpft. Das Frauen-Eishockey begann
sich rasant zu entwickeln; jährlich kamen mehr Teams dazu. Als
Vorstufe zu einer Nationalmannschaft wurde die
"Swiss-Selection" gegründet. Diese nahm dann im April
1987 am 1. inoffiziellen "World-Tournament" in Toronto
teil. 1988 gab es in der Schweiz bereits 18 Damen-Teams mit etwa
350 lizenzierten Spielerinnen. In der NLA-Meisterschaft war relativ schnell klar, dass der Weg zum Titel nur über den amtierenden Meister Reinach führen würde. Dem Vorjahres-Champion konnte gegen Ende der Qualifikation einzig Lyss wieder näher rücken. Beim erstmals ausgetragenen Finalturnier in Reinach zeigten diese beiden Teams vor der Rekordkulisse von über 550 Zuschauern ein zum Schluss hochdramatisches Endspiel. Dabei rettete Reinach vom stolzen 5:0 nach 2 Dritteln noch ein Tor Vorsprung über die Zeit. Das Finalwochenende war beste Werbung für's Fraueneishockey und wird in der kommenden Saison in Romanshorn ausgetragen. Hinter den beiden Spitzenteams kämpften die restlichen 4 Mannschaften bis kurz vor Schluss erbittert um die restlichen 2 Plätze am Finalweekend. Dabei schafften mit Illnau/Effretikon und St. Gallen die beiden routinierteren Equipen die Qualifikation. Aufsteiger Langenthal zog sich gut aus der Affäre und belegte den 5. Rang. Lugano konnte sich im erstmals ausgetragenen Playout gegen die Spielgemeinschaft Zug/Seewen den Ligaerhalt trotzdem sichern. Diese für die unterklassigen Vereine ungerechten Entscheidungsspiele wurden zum Glück auf die neue Saison hin wieder fallengelassen. Die Spiele verliefen bis auf sehr wenige Ausnahmen, ausgeglichen. Doch innerhalb der einzelnen Teams sind die Unterschiede immer noch riesengross, auch sind die Kader meistens noch zu klein. Auf die neue Saison hin konnte man in NLA-Clubs Transferaktivitäten wie noch nie beobachten. Viele junge Spielerinnen wechselten von der NLB, LKC oder direkt von einer Knabenmannschaft in die höchste Liga. Hier scheint die vom Verband durchgeführte Spielerinnensichtung Früchte getragen zu haben. Auch die immer besser funktionierenden Auswahlteams sind als Sprungbrett in eine höhere Liga zu betrachten. In der kommenden Saison dürfte die Meisterschaft erneut sehr ausgeglichen verlaufen, Prognosen zu wagen ist deshalb sehr schwierig. Einzig Meister Reinach hat nachdem nicht geräuschfrei erfolgten Abgang von Trainer Toni Neuenschander einen brutalen Aderlass hinter sich. Mit einem sehr schmalen Kader kann das Ziel nur Ligaerhalt heissen. Die Nationalliga B ist leider nach wie vor sehr unausgeglichen. Die NLB-Meisterschaft stand ganz im Zeichen der überlegenen Spielgemeinschaft Zug/Seewen. Weinfelden, BOMO/Thun und Biel bildeten das Mittelfeld. Der Absteiger wurde von den beiden Aufsteigern (aufgrund des Zusammenschlusses von Zug und Seewen) unter sich ausgemacht. Dabei scheint sich mit Bern96 die Mannschaft mit dem stabileren Umfeld durchgesetzt zu haben.Mit Basel hat eine Mannschaft den Aufstieg geschafft, die seit Jahren zur Spitze der LKC zählte. Mit Hilfe von 2 tschechischen Verstärkungen konnte in der Gruppe die starke Konkurrenz aus Wettingen und in den Aufstiegsspielen Rapperswil in Schach gehalten werden. In der Leistungsklasse C haben sich mit Bäretswil und Montana erneut 2 Mannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen. Da mit Oberthurgau II und Prilly zwei neue Teams entstanden, sind gleich viele Mannschaften für die Meisterschaft gemeldet. In Zukunft muss vermehrt für das Fraueneishockey geworben werden, wenn wir endlich eine kontinuierliche Steigerung der Anzahl Mannschaften und Spielerinnen erreichen wollen. Die Nationalmannschaft muss nach der verpassten Olympiateilnahme an der WM in Peking im April beweisen, dass der Wiederaufstieg in die A-Gruppe keine Eintagsfliege war. Obwohl in der letzten Saison nach dem Olympia-Denkzettel einiges in Bewegung kam (Ruhe und Kompetenz im Trainerstab der Nati, vermehrte Spiele gegen starke Novicenteams, auf die neue Saison hin sogar regelmässige Spiele (in die Meisterschaft integriert) gegen Novicen-Top Mannschaften, etc.) gibt es noch viel zu tun. Wenn der SEHV nicht bald ein Programm zur Förderung des Fraueneishockeys startet (wie es USA, Canada, Deutschland, Schweden, Finnland etc. längst haben!), werden wird schon in absehbarer Zeit von der A-WM nur noch träumen können! |