Aus dem
Tagblatt vom 23.10.1999 © St.Galler Tagblatt Interkantonale Truppe ist gefordertDer DSC St. Gallen rekrutiert seine Spielerinnen in nicht weniger als fünf Kantonen Das Dameneishockey hat es auf Clubebene in der Schweiz schwer, sich behaupten zu können. Der DSC St. Gallen ist der einzige NLA-Club in der Ostschweiz, seine Spielerinnen sind in der gesamten Ostschweiz wohnhaft. albert gründler Eishockey hat es in der
Ostschweiz schwer. Clubs wie Herisau und der HC Thurgau
machten schlimme Zeiten durch, ehe sie finanziell wieder
gesundeten. Unter einem noch bedeutend schwierigeren
Umfeld behaupten sich Damen-Eishockeyclubs, die, bis sie
ein gewisses sportliches Niveau erreicht haben, enorm
viel Kraft und Durchstehvermögen benötigen. Nachwuchsarbeit vorrangig Obwohl der Schweizerische
Eishockeyverband in der nun beginnenden Saison 99/2000 es
ermöglicht, in der Nationalliga A drei sowie in der
Nationalliga B und C zwei Ausländer einzusetzen, zieht
es der DSC St. Gallen vor, ohne Ausländerinnen den
Ligaerhalt, ja vielleicht sogar Rang vier zu schaffen.
Präsident Claudio Ortelli: «Wenn wir ohne
Ausländerinnen nicht absteigen, haben wir schon viel
erreicht. Zudem möchte ich dem Nachwuchs die Chance
geben, Verantwortung zu übernehmen.» Auch der neue
DSC-Trainer Michael Fischer ist überzeugt, dass er mit
seinem Team den Ligaerhalt schaffen kann. Er unterstützt
das jetzige Langfristkonzept, in dem talentierte
Spielerinnen in den Vereinen früh erfasst und zur
Weiterausbildung in sogenannte Regionauswahlen gesteckt
werden. Sie können sich fürs B- und später sogar fürs
A-Team empfehlen, was einer internationalen Karriere
gleichkäme. Fischer: «Die Erfahrungen in den Auswahlen
und Nationalteams befruchten letztlich die Entwicklung
der Vereine beim Aufbau der eigenen Spielerinnen.» Gut dotiertes Kader Der DSC St. Gallen ist
für die Meisterschaftssaison 99/2000 personell gut
gerüstet. Das Kader enthält einige Nationalspielerinnen
beziehungsweise ehemalige Nationalspielerinnen. Das
Sommertraining wurde im Mai mit zwei wöchentlichen
Einheiten gestartet, seit August befindet sich das Kader
bereits auf dem Eis. Neben zwei Trainingslagern in Flims
und Grüsch kamen auch einige Testspiele zur
Durchführung, das Team ist also für die kommen- de
Meisterschaft gut vorbereitet. Präsident Ortelli: «Die
jüngste Spielerin ist 16jährig, die älteste 30. Obwohl
die Spielerinnen aus allen Himmelsrichtungen kommen,
herrscht ein bäumiger Teamgeist, der Ligaerhalt oder
sogar Rang vier scheint mir nicht unmöglich zu sein.»
Nicht weniger als fünf Spielerinnen kommen aus dem
Thurgau (Erlen, Bischofszell, Kreuzlingen und
Rothenhausen). Zu ihnen gehört auch Kathrin Vonwiller.
Sie ist im Damen-SC Weinfelden gross geworden und
wechselte auf die neue Saison hin zu St. Gallen, mit
guten Gründen: «Ich freue mich besonders darauf, Hockey
auf höherem Niveau spielen zu können. Der Wechsel kam
auf Initiative des DSC zustande; ich bin am Mages-Cup, an
dem auch St. Gallen mitspielte, offenbar beo-bachtet und
daraufhin kontaktiert worden». Happiges Programm Morgen Sonntag wird die NLA-Meisterschaft im Damen-Eishockey mit der Heimpartie gegen Lyss gestartet. Das Meisterschaftsprogramm umfasst insgesamt 20 Partien (Hin- und Rückspiele), abgeschlossen ist es am 5. März 2000. Stärkste NLA-Teams sind Zug (amtierender Schweizer Meister), Lyss und Illnau-Effretikon; sie dürften wahrscheinlich die ersten Plätze auch unter sich ausmachen. Hinter diesem Trio besitzt die interkantonale Truppe von Trainer Fischer aber recht gute Chancen, sich festsetzen zu können. Werden die gesteckten Ziele erreicht ist dies zweifllos ein Auftrag an die DSC-Verantwortlichen, auch künftig mit dem eigenen Nachwuchs zu arbeiten und von Experimenten mit Ausländerinnen abzusehen. |