© SonntagsBlick; 2001-12-02; Seite s35; Nummer 48
Nur mit Sonderbewilligung in Männer-Teams
ZÜRICH - Wenn Mädchen Eishockey spielen wollen, müssen sie gegen Buben antreten.
In der Schweiz jagen rund 600 lizenzierte Spielerinnen in drei Ligen dem Puck nach: In der NLA (6 Teams), der NLB (6 Teams) und in der in drei Gruppen aufgeteilten 1. Liga (total 23 Teams). Es gibt aber mangels Mädchen keine Junioren-Meisterschaft. Deshalb müssen die Mädchen bei den Buben spielen. Aber nur bis und mit der Novizen-Klasse (bis 16). Dann müssen sie in die Frauen-Meisterschaft wechseln.
Nächste Saison soll ein erster Versuch mit einer Mädchen-Junioren-Meisterschaft (drei gegen drei, quer übers Eis) gestartet werden. Die NLA und die NLB der Männer sind für Frauen tabu. Will jedoch eine Frau im Amateurhockey der Männer (1. bis 4. Liga) mitspielen, kann sie dies mit einer Sonderbewilligung des zuständigen Regionalverbandes tun. Schäublin ist die erste Frau, die in der 1. Liga ein offizielles Meisterschaftsspiel bestritten hat. Patricia Sautter, ihre Rivalin im Tor der Nati, spielte in der 2. Liga (Schaffhausen) und trainierte in der 1. Liga (Winterthur).
Torhüterinnen in Männerteams gibt es auch in Kanada. Manon Rhéaume spielte am 23. September 1992 mit dem NHL-Klub Tampa Bag ein Drittel in einem Vorsaisonspiel gegen St. Louis. Am 13. Dezember 1994 bestritt sie als erste Frau mit den Atlanta Knights in der IHL ein Spiel in einer amerikanischen Profiliga.
Klaus Zaugg