michael lüthi
Wir sind
spielerisch sicher stärker einzuschätzen als noch im Vorjahr», meint
DHCL-Trainer Fritz Pfister, der die Oberaargauerinnen bereits in der
dritten Saison betreut. «Zudem ist das Leistungsniveau viel
konstanter geworden. Wir sind nicht mehr nur von zwei Spielerinnen
abhängig», zeigt sich der 50-jährige ehemalige NLB-Spieler des SC
Langenthal erfreut. In der letzten Saison waren ausschliesslich die
Kanadierinnen Rachel Denner und die A-Nati-Spielerin Nicky Walder
für die Langenthaler Torproduktion zuständig.
Als der Kampf
um die Playoff-Plätze so richtig entbrannte, waren die beiden
Leistungsträgerinnen verletzt, die Pfister-Equipe verpasste das
angestrebte Ziel und musste die Saison vorzeitig beenden. Die
Kanadierin Denner brachte aus ihrer Heimat zwei Kolleginnen (Fiona
MC Leod und Amanda Presenger) mit, die in der Schweiz als
Au-pair-Mädchen arbeiten und den DHC tatkräftig unterstützen werden.
Nachdem in der letzten Saison Tanja Tichonova, die Tochter des
kurzzeitigen Langnau-Trainers Wassili, ein Flop war, sind die
Oberaargauerinnen in punkto Ausländerinnen nun höher
einzuschätzen.
Mit der Verpflichtung der 14-jährigen
Marty-Zwillinge Julia und Stefanie aus Wettingen ist es Langenthal
gelungen, zwei Rohdiamanten in den Oberaargau zu holen. Die
Aargauerinnen jagen bereits in der B-Nationalmannschaft den Pucks
hinterher. «Sie sind sehr gross gewachsen und haben beste
Voraussetzungen. Sie werden sicher zu meinen besseren Spielerinnen
gehören und haben einen Stammplatz auf sicher», hält Fritz Pfister
viel von den «Youngsters». Mit dem Engagement der Lysser Torfrau
Christina Hunziker, sie gehört dem Kader der A-Nati an, ist dem DHCL
ein weiteres Schnäppchen auf dem Transfermarkt gelungen. Nach wie
vor trainieren Fritz Pfister und «seine» Frauen zweimal pro Woche im
Schoren. «Mit den Marty-Zwillingen haben wir ein Abkommen getroffen,
dass sie nur einmal in der Woche gemeinsam mit uns trainieren»,
schildert der Teamchef den «Spezialfall».
«Einfache Gegner
gibt es keine; das wird eine ganz ausgeglichene Sache», sieht der
Headcoach der am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim Meister Reinach
beginnenden Spielzeit 2002/2003 entgegen. Als stärkstes Team der
Liga schätzt der Lehrlingsausbilder bei der Firma Ammann den DHC
Lyss ein. «Ich glaube sie werden eine Stufe höher als die übrigen
Clubs spielen», so Pfister.
Dem DHC Reinach, welcher nach
einem «Gschtürm» zahlreiche Abgänge zu beklagen hatte, traut der
Langenthaler nicht mehr so viel zu wie in der Vorsaison. Pfister
erwartet, wie schon erwähnt, mit Ausnahme der Lysserinnen, einen
spannenden Fight um die Plätze, die für die Playoffs berechtigen.
«Einzig für Lugano wird es hart. Die hatten kaum Zuzüge und haben
oft beruflich bedingte Absenzen zu beklagen», kennt Pfister den
Aussenseiter, der übrigens vom Langenthaler Toni Neuenschwander, der
viele Jahre im Nachwuchsbereich des SCL arbeitete, trainiert
wird.
So richtig warmgespielt für die neue Saison haben sich
die Oberaargauerinnen gegen Novizen-Teams. «Die Matches gegen die
schnell und hart anlaufenden Knaben bringen uns am meisten. Das gibt
immer sehr interessante Spiele», blickt Pfister auf die Vorbereitung
zurück. Und noch einmal betont Pfister, dass man mit diesem Team
unbedingt die Playoffs erreichen müsse. Die Frauen verfolgen also
höhere und realistischere Ziele als die NLB-Männer aus
Langenthal...
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