04.10.2002 - 07:30
SPORT
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Rohdiamanten aus Wettingen


Frauen-Eishockey Der DHC Langenthal hat sich verstärkt und will in die NLA-Playoffs. Mit einer stark verjüngten Equipe nimmt der DHC Langenthal die neue NLA-Saison in Angriff. Zudem konnten interessante Zuzüge getätigt werden: Die Pfister-Equipe wird nicht mehr nur von den beiden Goalgetterinnen Denner und Walder abhängig sein.
michael lüthi

Wir sind spielerisch sicher stärker einzuschätzen als noch im Vorjahr», meint DHCL-Trainer Fritz Pfister, der die Oberaargauerinnen bereits in der dritten Saison betreut. «Zudem ist das Leistungsniveau viel konstanter geworden. Wir sind nicht mehr nur von zwei Spielerinnen abhängig», zeigt sich der 50-jährige ehemalige NLB-Spieler des SC Langenthal erfreut. In der letzten Saison waren ausschliesslich die Kanadierinnen Rachel Denner und die A-Nati-Spielerin Nicky Walder für die Langenthaler Torproduktion zuständig.

Als der Kampf um die Playoff-Plätze so richtig entbrannte, waren die beiden Leistungsträgerinnen verletzt, die Pfister-Equipe verpasste das angestrebte Ziel und musste die Saison vorzeitig beenden. Die Kanadierin Denner brachte aus ihrer Heimat zwei Kolleginnen (Fiona MC Leod und Amanda Presenger) mit, die in der Schweiz als Au-pair-Mädchen arbeiten und den DHC tatkräftig unterstützen werden. Nachdem in der letzten Saison Tanja Tichonova, die Tochter des kurzzeitigen Langnau-Trainers Wassili, ein Flop war, sind die Oberaargauerinnen in punkto Ausländerinnen nun höher einzuschätzen.

Mit der Verpflichtung der 14-jährigen Marty-Zwillinge Julia und Stefanie aus Wettingen ist es Langenthal gelungen, zwei Rohdiamanten in den Oberaargau zu holen. Die Aargauerinnen jagen bereits in der B-Nationalmannschaft den Pucks hinterher. «Sie sind sehr gross gewachsen und haben beste Voraussetzungen. Sie werden sicher zu meinen besseren Spielerinnen gehören und haben einen Stammplatz auf sicher», hält Fritz Pfister viel von den «Youngsters». Mit dem Engagement der Lysser Torfrau Christina Hunziker, sie gehört dem Kader der A-Nati an, ist dem DHCL ein weiteres Schnäppchen auf dem Transfermarkt gelungen. Nach wie vor trainieren Fritz Pfister und «seine» Frauen zweimal pro Woche im Schoren. «Mit den Marty-Zwillingen haben wir ein Abkommen getroffen, dass sie nur einmal in der Woche gemeinsam mit uns trainieren», schildert der Teamchef den «Spezialfall».

«Einfache Gegner gibt es keine; das wird eine ganz ausgeglichene Sache», sieht der Headcoach der am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim Meister Reinach beginnenden Spielzeit 2002/2003 entgegen. Als stärkstes Team der Liga schätzt der Lehrlingsausbilder bei der Firma Ammann den DHC Lyss ein. «Ich glaube sie werden eine Stufe höher als die übrigen Clubs spielen», so Pfister.

Dem DHC Reinach, welcher nach einem «Gschtürm» zahlreiche Abgänge zu beklagen hatte, traut der Langenthaler nicht mehr so viel zu wie in der Vorsaison. Pfister erwartet, wie schon erwähnt, mit Ausnahme der Lysserinnen, einen spannenden Fight um die Plätze, die für die Playoffs berechtigen. «Einzig für Lugano wird es hart. Die hatten kaum Zuzüge und haben oft beruflich bedingte Absenzen zu beklagen», kennt Pfister den Aussenseiter, der übrigens vom Langenthaler Toni Neuenschwander, der viele Jahre im Nachwuchsbereich des SCL arbeitete, trainiert wird.

So richtig warmgespielt für die neue Saison haben sich die Oberaargauerinnen gegen Novizen-Teams. «Die Matches gegen die schnell und hart anlaufenden Knaben bringen uns am meisten. Das gibt immer sehr interessante Spiele», blickt Pfister auf die Vorbereitung zurück. Und noch einmal betont Pfister, dass man mit diesem Team unbedingt die Playoffs erreichen müsse. Die Frauen verfolgen also höhere und realistischere Ziele als die NLB-Männer aus Langenthal...