GESUNDHEITSDATENSCHUTZ -- Spezielle Themen

Ebene höher | Verschlüssellungsthematik | home

Datennetze und das Gesundheitswesen

  1. USA: [Englisch] LINK ERLOSCHEN - ABER SIEHE AUCH
    SORRY, DEAD LINK - BUT TRY ALSO
    http://www.microsoft.com/industry/health/

    Ein "national Master Patient Index (MPI)" wird gebaut "that would link patient records throughout the country." Microsoft und eine andere Firma sind beauftragt worden, die technische Infrastruktur für die Verknüpfung der elektronischen Patientenakten aller 240 Millionen Einwohner der Vereinigten Staaten zu schaffen.

    Hintergrund: Das ist ein Teil der Umsetzung des "Health Insurance Portability and Accountability Act" von 1996, auch bekannt als "Kennedy-Kassebaum health-insurance-reform bill" und unter dem Begriff "Administrative simplification". Das Gesetz sieht unter anderem die Einrichtung eines Gesundheitsdatennetzwerks vor, über das Anbieter der "Gesundheitsindustrie" (d.h., des Gesundheitswesens) ohne Patienteneinwilligung persönliche Gesundheitsdaten untereinander übermitteln können. Siehe auch unter "Hot Topics" im Bereich "medical privacy" beim EPIC - dorthin und zu weiteren Informationen auf dieser Site zum Umgang mit Gesundheitsdaten in den USA kommen Sie, wenn Sie
    hier [Links USA klicken] - zurück hierher geht es mit der Zurück-Funktion Ihres Browsers.

  2. Intnl.: [Englisch] Towards a Global Health Network
    [Deutsch]: Das weltweite Gesundheitsnetz (selbes Dokument auf Deutsch)

  3. A: "Österreichisches Gesundheitsdatennetz MAGDA-LENA" - Projektpapier der STRING-Kommission des österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales
  4. A: medical net in Österreich - das Netz wird bereits zum Versand medizinischer Daten genutzt

  5. D: Das elektronische Rezept als Einstieg in die flächendeckende Vernetzung des Gesundheitswesens. Papier vom März 1997 aus dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland
    Auszug: "Die vorgeschlagene Konzeption sollte nicht als Modellversuch deklariert werden sondern - mit einem Zeitziel verbunden - verbindlich eingeführt werden. Nur durch die Verbindlichkeit - unabhängig davon, ob sie durch zentrale vertragliche Willensbildung der Spitzenverbände oder durch gesetzliche Regelung zustande kommt - wird ein "Markt" und die damit verbundenen Synergieeffekte bei allen Beteiligten, wie Industrie, investierende Leistungserbringer, Regelungseinrichtungen und Datenschutzbehörden, erzeugt." Patientenverbände sind bei den an Planungen zu beteiligenden Organisationen nicht angeführt.
  6. D: Konflikt um das Deutsche Gesundheitsdatennetz (Artikel von Anfang 1997)
  7. D: Deutsches Gesundheitsnetz (DGN)
  8. D: TelMED - ein Konkurrent des Deutschen Gesundheitsnetzes (siehe drei Links weiter oben)
  9. D: Bayerisches Gesundheitsdatennetz (es gibt noch eine weitere Homepage dazu).
  10. D: Telekommunikationsgesetz (TKG) mit Möglichkeit zur Überwachung von Kunden
    "§ 90 ermöglicht den Sicherheitsbehörden, jederzeit auf Kundendaten zuzugreifen, und zwar so, daß keiner es merken darf. Die technischen Einrichtungen dafür muß der Provider, bzw. Mailboxbetreiber bezahlen, und damit der Kunde." - Die Regelung dürfte wohl auch Teilnehmer an Gesundheitsdatennetzen betreffen.

  11. GB: [Englisch] Das National Health Service-weite Gesundheitsdatennetz in Großbritannien, an das die Krankenhäuser obligat angeschlossen sind, wird seit Ende 1995 von der British Medical Association (Britische Ärztevereinigung) boykottiert. Ausschlaggebend dafür waren der Druck des technischen Geheimdienstes General Communications Headquarters (GCHQ) auf den National Health Service (NHS), daß beim Datenversand keine Verschlüsselungstechnologie eingesetzt wird und die Weigerung des NHS, der British Medical Association die Inspektion der firewall zum Internet hin zu gestatten.
    Mehr dazu finden Sie in An Update on the BMA Security Policy. - Engl. firewall: "Brandmauer", elektronische Filtertechnologie, die ein Datennetz zum virtuell geschlossenen "Intranet" machen soll.
  12. GB: [Englisch] "DIN", das Doctors' Independent Network in Großbritannien wird von Ärztinnen und Ärzten selbst verwaltet und ist als gemeinnützige Einrichtung anerkannt (vgl. mit der Argumentation im obigen Artikel über den Konflikt zum Deutschen Gesundheitsnetz!). Außer der Beschreibung, die Sie am Anfang dieses Absatzes anklicken können, finden Sie hier noch den Text "What is the Doctors' Independent Network?" und die Statuten des Trägervereins (alle von Anfang 1997).

    Rund 260 Praxen in England, Schottland und Wales mit mehr als 800 Kolleginnen und Kollegen sind an dieses private Intranet angeschlossen, das mit einem UNIX-System betrieben wird (Stand vom Frühjahr 1997). Über das Netz werden mehr als 95% der täglichen Praxisaktivität in Form von automatisch anonymisierten Daten gesammelt und unter Forschungsgesichtspunkten ausgewertet. Es ist schon mehrfach gelungen, durch diese automatisierten Auswertungen unerwünschte Arzneimittelwirkungen Monate früher zu erkennen, als dies mit dem herkömmlichen Meldesystem auf Papier gelungen wäre.

    Der Datenschutz für die Patienten wird erreicht, indem zur Kennzeichnung der weitergeleiteten Daten lediglich das Geschlecht, das Geburtsjahr, die Postleitzahl ohne die letzten zwei Stellen (ergibt ca. 100 mögliche Adressen pro Patient), die verschlüsselte Patientennummer (Schlüssel nur beim behandelnden Arzt) und die DIN-spezifische Praxisnummer verwendet werden.

    Die Ärzinnen und Ärzte erzeugen selbst lokal ihren einfachen PGP-Schlüssel (PGP - Pretty Good Privacy, d.h. "ziemlich gute Privatheit"; gängige Verschlüsselungssoftware, deren Entwickler 1997 von der Anklage durch die US-Regierung, damit Rüstungsgut zu exportieren, freigesprochen wurde). Das genügt derzeit für die strukturierten anonoymisierten Daten, die versandt werden. Ein duales Schlüsselsystem mit einem "public key" und einem "private key" wäre auf jeden Fall notwendig für Mitteilungen in freier Textform.

    Die Veröffentlichung auf dieser Site erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Vorsitzenden Dr. Paul Steventon
    (Postanschrift: Fitznells Manor Surgery, Ewell, Surrey, England; Tel: + 44 - 181 - 394 1481; Email: pauls@dinboard.demon.uk).

  13. USA: [Englisch] Abbilene project / Internet 2

oben | Ebene höher | Verschlüssellungsthematik | home