
Ein Buch, das ganz sicher keine Novelle ist, und mich ratlos macht. Ist das die hohe Schule der Poesie oder bloß ziemlich banaler Manierismus? "... ein dunkles Pochen, gleich dem eines gebrochenen Herzens." Irgendwie kann ich mir ein gebrochenes Herz, das noch pocht, nicht vorstellen. Und einen Ausdruck wie "bitterlich weinend" würde ich persönlich nicht verwenden. Jenseits aller Geschmacksfragen: die unwichtigsten Dinge werden in jeder Einzelheit ausführlichst beschrieben, das wirklich Wichtige in wenigen Sätzen. Ich traue mir derzeit kein Urteil zu, werde aber den Verdacht nicht los, daß hier mit Münzen geklimpert wird, die den aufgeprägten Tauschwert nicht erreichen.
Raoul Schrott: Die Wüste Lop Nor, Novelle.
Carl Hanser Verlag München/Wien 2000, 128 Seiten, gebunden.
ISBN 3-4461-9921-7
Weinempfehlung:
Mouton-Rothschild oder wahlweise Cola
light. Manche Ölscheichs mischen das auch in einem Glas.
Plattenempfehlung:
Mike Oldfield: Tabular Bells in allen
Varianten.
© Michael Amon