Der christliche Glaube bleibt im Gespräch!
Welche Nachwirkungen die Aktion "neu anfangen" im Bezirk Bad Urach zeigt ...
Von Dekan Helmut Sorg, im Juli 1997; im GEA 16.7.97
"Die Aktion ŽNeu anfangenŽ hat ihren Zweck erreicht. Die Menschen in der Region sind
über den christlichen Glauben ins Gespräch gekommen - und sprechen noch immer darüber."
Dieses positive Fazit hat jetzt Bad Urachs evangelischer Dekan Helmut Sorg gezogen. Die
größte Freude Sorgs ist, daß die Wirkung der ökumenischen Aktion nicht verpufft ist,
sondern daß weiterhin Gesprächskreise und zusätzliche Veranstaltungen angeboten werden.
Am meisten Öffentlichkeitswirkung hatte "Neu anfangen" zu Jahresbeginn. Überall in
der Region Bad Urach hingen Plakate mit einem bunten "a", die die Menschen auf einen
Telefonanruf vorbereiten sollten. Den Angerufenen wurde ein kostenloses Buch angeboten,
in dem Christen aus der Region von ihren Alltagserfahrungen mit dem Glauben erzählen.
Wer sich das Buch nach Hause bringen ließ, bekam wenige Tage später einen zweiten Anruf
und wurde in einen offenen Gesprächskreis eingeladen.
Imposante Zahlen weist die Statistik auf: Insgesamt 23.000 Mal griffen die Mitarbeiter
zum Telefonhörer. Von den Angerufenen nahmen 13.000 das Angebot an, sich das Buch nach
Hause bringen zu lassen. Bei vielen hat das Buch einen positiven Eindruck hinterlassen -
sie interessierten sich nach der Lektüre auch noch für den offenen Gesprächskreis. Rund
1.400 Teilnehmer versammelten sich in 210 solcher Kreise. Für die aufwendige Arbeit von
der Buchproduktion über die Plakatierung, das Telefonieren, das Austragen der Bücher bis
hin zur Gesprächskreisleitung mußten viele ehrenamtliche Mitarbeiter mit anpacken. Rund
800 haben diese Aktion aktiv unterstützt, geht aus der Statistik des Dekans hervor.
Helmut Sorg ist trotz der guten Resonanz, die die Aktion gefunden hat, weit davon
entfernt, nur auf die Zahlen zu blicken. Er geht davon aus, daß das Neu-anfangen-Buch in
vielen Haushalten für Gesprächsstoff gesorgt und die Auseinandersetzung mit
Glaubensfragen angeregt hat. Und das hält er für einen wichtigen Effekt der Aktion.
Erleichtert hat man in Urach das finanzielle Ergebnis von "Neu anfangen" zur Kenntnis
genommen. Das Geld für die Aktion kam aus Spenden, und die flossen anfangs nicht so
schnell wie erhofft. Zum Schluß wurde aus dem Spendenbächlein aber ein breiter Strom -
mit dem Ergebnis, daß die 110.000 Mark Gesamtkosten ohne Kirchensteuermittel beglichen
werden konnten. Die Finanzhilfe von 30.000 Mark vom Stuttgarter "Amt für missionarische
Dienste" überwies man zurück.
Unterm Strich war "Neu anfangen" nach Ansicht von Dekan Helmut Sorg nicht nur eine
gelungene, sondern auch eine preiswerte Aktion. Von den 60.000 Menschen in der Region
habe man direkt oder indirekt mindestens 40.000 mit dem Buch erreicht, so daß das Ganze
pro angesprochener Person nicht einmal drei Mark gekostet hat. "Einen günstigeren Weg,
den Glauben ins Gespräch zu bringen, wird sich kaum finden lassen", vermutet der Dekan.
Was für ihn aber noch wichtiger ist: "Neu anfangen" geht vielerorts weiter. Von den
210 Gesprächsrunden, die zunächst auf fünf Abende begrenzt waren, hätten sich viele
nicht aufgelöst, sondern regelmäßige weitere Treffen vereinbart. Manche Gemeinden machen
seit der Aktion auch zusätzliche Angebote - Seminare, Vorträge, offene Abende. Kein
Wunder, daß "Neu anfangen" immer weitere Kreise zieht. Gemeinden im Steinlach- und
Wiesaztal arbeiten mit Volldampf daran, in ihrer Region das Projekt zu veranstalten. Und
auch die evangelische Bezirkssynode in Nagold hat ohne Gegenstimme beschlossen, "Neu
anfangen" in ihrer Region vorzubereiten.