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Während um die Altstadt Spandau und um die damals östlich
der Zitadelle ansässige Pulverfabrik eine zusammenhängende
Wallbefestigung aus Lünetten (Stadtumwallung) vorhanden war,
bestanden die vorgelagerten Werke der Oranienburger Vorstadt - heutige
Neustadt - aus einzelnd stehenden Schanzen (Verschanztes Lager).
An die heute allerdings nur noch die Straßennamen erinnern.
Zur Zeit der Befreiungskriege (1813/14) entstanden an der West- und
Nordseite die folgend aufgeführten Erdwerke und Lünetten:
desweiteren:
Hinter diesen Schanzen konnten die Streitkräfte Deckung vor dem
Beschuß des Angreifers nehmen. Im Kriegsfalle war vorgesehen auf
ihnen Geschütze zu plazieren und die Zwischenräume zwischen
den Schanzen mit weiteren Barrikaden als geschlossene Verteidigungslinie
aufzufüllen.
Stadtplan von heute mit den eingezeichneten
Rayonlinien von damals.
Flankenschanze
Ort: Am Nördlichen Ende der heutigen Roonstraße.
Auf dem Grundstück wurde 1901 eine Heeres-Brieftaubenstation errichtet,
deren Wohngebäude heute noch erhalten ist. Die anderen Gebäude
wurden beim Bau des Falkenseer Dammes abgerissen.
Specht oder Speckteschanze
Ort: Am westlichen Ende der Feldstr. und westlich dem heutigen Grundstück
der Wilhelm-Leuschner-Oberschule. Am knickhaften Verlauf der Ackerstr. in
Höhe Frobenstr. ist die ehem. Form des Terrain noch erkennbar.
Als Pate für die Namensgebung stand hier das in der Nähe befindliche
Spektefeld.
Kornschanze
Ort: Zwischen Falkenhagener Straße, Ackerstr. und Fehrbelliner Straße.
Die Kornschanze, die flächenmäßig kleinste aller Schanzen
grenzte an die 1890 angelegte, abgeknickte Frobenstr.
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Das "Falkenhagener Thor" um 1900,
erbaut 1878
Blick auf die Birkenstr. (heutige Hügelschanze)
mit dem alten Wasserturm, stadteinwärts.
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Hügelschanze
Ort: Zwischen der Nordseite der Straße Hügelschanze (ehemals
Birkenstr.) und westlich der Fehrbelliner Str.
Die Hügelschanze, die etwa 8 Meter hoch war und zu den bedeutendsten
Schanzen zählt, besaß einen Graben. Dieser wurde jedoch schon
um 1882 zugeschüttet, um für ein Kriegslaboratorium Platz zu
schaffen. Auf dem nördlichen Teil des Schanzengeländes steht
heute eine Siedlung der Gewobag. In unmittelbarer Nähe befand sich
ein Hügel, durch den die Schanze ihren Namen erhielt.
Buschschanze
Ort: Westlich der Fehrbelliner Straße entlang bis zur Straße
Eckschanze.
Ein dort vorhandenes "Wallmeisterhaus" mußte 1953 der Erweiterung
der Gewobag-Siedlung weichen.
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Das "Fehrbelliner Thor" um 1900, (erbaut 1876-79)
Blick Schönwalder Str. stadtauswärts,
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Eckschanze
Ort: Von der westlichen Seite der Schönwalder Straße -
die die Schanze durchquerte - Ecke
Fehrbelliner Straße bis zur östlichen Seite Ecke Hohenzollernring.
Die heute noch vorhandenen roten Backsteinbauten westlich der Schönwalder
Straße, die lange Zeit ein Polizeirevier beherbergten und in dem noch
ein Gastronomiebetrieb ansässig ist, waren ursprünglich das Bekleidungsamt
für das 3. Brandenburgische Armeekorp.
Lange Schanze
Ort: Nördlich der Neuen Bergstraße auf dem Gelände der
Artillerie-Wagenhäuser.
Schülerbergschanze
Ort: Nordöstlich der Ecke Neuendorfer Straße/Schäferstr.
Im Jahre 1866 wurde die Schülerbergschanze vergrößert und
der Weg nach Nieder-Neuendorf, der an der Innenseite (Kehle) entlangführte,
mußte verlegt werden.
Schon 1891 wurde beschlossen die Schülerbergschanze zu beseitigen und
die Straße in dem bis heute erhaltenen Verlauf, zu begradigen.
Auf einem Teil des Schanzengeländes steht jetzt der "Sonnenhof", ein
1906 errichtetes Kinderheim.
Havelschanze
Ort: Zwischen östlichem Ende der Straße Havelschanze und Strandbad Oberhavel.
Da 1895 der Bau der Pionier-Wagenhäuser bevorstand, wurde das Areal
eingeebnet. Die dort errichteten zweigeschossigen roten Bauten, in denen
das Gerät des 3. Brandenburgischen Pionier-Bataillons gelagert wurde,
sind 1973 wegen dem Bau eines Wohnhauses abgerissen worden.
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Die Burgwallschanze
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Das Reduit der Burgwallschanze nach dem Umbau.
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Burgwallschanze
Ort: Am östlichen Havelufer und südlich der Ruhlebener Straße.
Als einziges Relikt aus dieser Zeit ist neben dem Fort Hahneberg noch das Reduit der
Burgwallschanze (erbaut 1858-1860) erhalten geblieben.
Aufgabe des Reduits war es die Garnison und die Geschützgießerei im Stresow zu schützen.
Die Anlage weist einen T-förmigen Grundriß mit den Abmaßen von 41 mal 21 Metern auf. Das
mit Tonnengewölben ausgestattete Bauwerk bot im Erdgeschoß für die Infanterie 58 Gewehr- und
im oberen Stockwerk für die Artillerie 16 Geschützscharten zur Verteidigung.
Lange Zeit wurde das Bauwerk gewerblich genutzt bis es dann 1999 trotz Denkmalschutz
zu einem Künstleratelier umgebaut wurde.
Dem Spaziergänger, der ahnungslos durch die dort entstandene
Kleingartenkollonie geht, wird das Bauwerk nicht sonderlich auffallen,
da es zum Teil durch hohe Sträucher und Bäume verdeckt wird.
Man vermutet, da es zur Zeit der Entfestigung noch für militärische
Zwecke genutzt werden sollte, hat man so vom Abriß vorerst abgesehen.
Vorderschanze
Ort: Südlich des Bahnhofes Berlin-Spandau (Stresow) und östlich
der ehem. Stresow-Kaserne gelegen.
Diese ist in den Jahren 1911-20 abgetragen worden.
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Zeichnung: Seitenansicht Reduit der Spreeschanze
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Spreeschanze
Ort: Zwischen der Straße "Am Juliusturm" (damals Berliner Chaussee)
und nördlichen Spreeufer.
Im Gegensatz zu den anderen Schanzen besaß die Spreeschanze einen
kreuzförmigen Reduit, der mit einem schweren Geschütz bestückt war.
Um 1901/02 begann man die Spreeschanze abzureißen und die Gräben
zuzuschütten. Auf dem Areal plante man den Neubau einer Munitionsfabrik.
Wie aus alten Plänen hervorgeht, sind die Reste der Spreeschanze erst
während oder nach dem ersten Weltkrieg vollständig entfernt
worden.
Kanallünette
Ort: Direkt am Knick des Alten Spandauer Schiffahrtskanals und gegenüber
der Weihnachtskirche und östlichen Ende des Lüdenscheider Wegs.
Die Kanallünette, die in den Jahren 1853/54 errichtet wurde, sollte
den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, der etwa zur gleichen Zeit angelegt
wurde, in beiden Richtungen flankieren. Auch dieses Bauwerk mußte zum
Bau einer Wohnsiedlung 1931 weichen.
Retranchement der Pulverfabrik
Ort: Am Westufer des Grützmachergrabens, parallel zur Daumstr.
An dem bogenförmigen Verlauf der Daumstr., die damals lediglich nur
ein außen am Wall vorbeigeführter Weg war, läßt sich
noch heute die äußere Form der im Jahre 1831 bis 1838 errichteten
Pulverfabrik erkennen. Auch der immer noch in Zickzacklinie fließenden
Grützmachergraben deutet auf die ehem. Existenz des mit Lünetten
besetzten Schutzwalles hin. Insgesamt sieben hervorspringende Lünetten
bildeten einen Halbkreis von der Havel bis zur heutigen Straße Am
Juliusturm.
Lünetten waren meißt als vorgeschobene Erdwerke in der Form ähnlich
einer Bastion errichtet worden.
Wegen einer Erweiterung der Pulverfabrik wurden um 1890 die drei nördlichen
Lünetten, auf derem Ort sich heute das Stadion Haselhorst befindet,
als erste abgerissen. Während von den mittleren Lünetten 1946
nur noch Reste vorhanden waren, haben die beiden südlichen noch
relativ lange bis 1959 bestanden. Auch hier war der Grund für den
Abriß eine Vergrößerung der ansässigen Industriebetriebe.
Die Stresow-Befestigung und vorgeschobene Werke am Elsgraben
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Wall am Schlangengraben mit Stresower Kaserne |
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Teltower Brückschanze |
Der nach 1846 einsetzenden Aufbau von Artillerie- und
Zündhütchenfabriken im Stresow erforderte einen Neu- und Umbau der
schon vorhandenen Wehranlagen.
Die Burgwall- und Vorderschanze wurden
zu Forts ausgebaut, die durch einen Wall miteinander verbunden wurden.
Als "nasser Graben" diente hier der heute nicht mehr vorhandene Schlangengraben.
Die Reduits beider Forts - Kernwerke einer Festung, auch als Stützpunkt oder
Zufluchtsort benutzt - beinhalteten im oberen Geschoß
große Geschütz- und im unteren Geschoß kleinere
Gewehrfeuerscharten.
In der 50er Jahren wurden auch die äußeren Werke, die Ruhlebener
Schanze und die Teltower Brück Schanze, beide am Elsgraben als
alleinstehende Lünetten errichtet. Beide Schanzen in sehr ähnlichem
Stil erbaut, erhielten einen zweistöckigen Reduit der sowohl für
Gewehr als auch für Geschützverteidigung geeignet war. Ruinenreste
der Teltower Brück Schanze - zum Teil durch Sträucher überwuchert -
sind heute noch an der Havelchaussee Ecke Elsgrabenweg zu finden.
Sie dienen jetzt der Begrenzung eines Tennisplatzes.
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Wallanlagen am Stabholzgarten
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Stadtumwallung
Im Jahre 1859 bestand der direkte Spandauer Verteidigungsgürtel aus
einem Wall mit 4 Bastionen und 3 Ravelins.
Ravelins waren Werke, die sich außen zwischen den Bastionen, direkt
vor den Verbindungsstücken des Walles, den sgn. Kurtinen befanden.
Dazu kamen die vorgelagerte Stresower Vorstadt und die Wasserläufe als
weitere Maßnahme der Verteidigung. Im Westen der Mühlengraben
und im Osten das Ufer von Havel und Spreemündung.
Wasserführende Gräben, z. T. mit Wehren und Schleusen zur
Wasserstandsregulierung versehen, in Verbindung mit
Erdwällen, die mit Bastionen ausgerüstet waren, wurden von der
niederländischen Befestigungsmanier übernommen, und fanden in
dieser Zeit weit bis in den östlichen Raum Verbreitung.
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Rekonstruktion der Stadtmauer in der Kammerstraße Ecke Lindenufer
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Stadtmauern wurden nicht nur zum Schutz der Bürger errichtet, sondern galten auch als sichtbares Symbol einer unabhängigen Stadt.
Bevor jedoch feste Mauern aus Ziegeln mit einem Fundament aus Findlingen gebaut wurden, war die Stadt durch eine ca. 3 m hohe Holzpalisade mit vorgelagertem Graben gesichert. Die Palisade bestand aus 3 x 3 m großen Kästen die mit Unrat, Stallmist, Sand und Steinen aufgefüllt waren. Reste dieser etwa um 1240 errichteten Mauer traten bei achäoligischen Grabungen an der Kammerstraße zu tage.
Zur Bestreichung der toten Winkel waren Weichhäuser aus der Flucht der Mauer nach außen vorgeschoben. An einigen Stellen wies die Stadtmauer von innen zugängliche Mauervorsprünge auf, die mit in drei Stockwerken angelegten Schießscharten ausgerüstet waren.
Zum heutigen Zeitpunkt sind noch vereinzelte Reste der Stadtmauer an der
Wallbrücke am Stabholzgarten, am Viktoria-Ufer und eine
Teilrekonstruktion im Kolk, in der Straße Hoher Steinweg zu finden.
Die in mehreren Ebenen angelegte Rasenfläche am Mühlengraben zwischen Stephanbrücke und Carl-Schurz-Brücke soll andeutungsweise auf die ehem. Umwallung hinweisen.
Tore einer Stadt
Mehrere Tore, deren Anzahl und Lage sich im Laufe der Zeit veränderte, führten durch die Mauer in die Stadt.
Oft erfolgte die Namensgebung ebenso wie die der Straßen nach den Orten, zu denen die Straßen führten.
Heidetor Das wohl älteste Tor war das Heidetor. Es wurde vermutlich um 1220 erbaut und befand sich am nördlichen Ende der Potsdamer Str., heutige Carl-Schurz-Str. Später wurden zum Schutz zwei quadratische Türme hinzugesetzt.
1640 wurde dieses Tor durch das "Neue Tor" ersetzt und auf Befehl Prinz August Wilhelm von Preußen in Oranienburger Tor umbenannt. Nach Ausbau der Festung und Umgürtelung der Neustadt mit Wällen und nassen Gräben wurde das Tor, das nur eine Durchfahrt für einen Wagen bot und dem immer mehr aufkommenden Verkehr nicht mehr gewachsen war, im Jahre 1880 abgerissen.
Klostertor (Potsdamer Tor)
Das ursprüngliche Tor befand sich bis mindestens 1240 am Südende der Breiten Straße, die damalige Hauptstraße. Später wurde es zur Potsdamer Str. verlegt, in Potsdamer Tor umbenannt und wurde zum Haupttor der Stadt. Zur Verteidigung erhielt es einen Turm und eine Zugbrücke. Wegen Baufälligkeit wurde es mehrmals abgerissen und in anderer Form wieder aufgebaut.
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Das Potsdamer Tor am Mühlengraben im Jahre 1900
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ehem. Turm an der Charlottenbrücke
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Stresowtor
Dieses Tor, wohl erst in der jüngeren Zeit errichtet befand sich an der Charlottenbrücke und wurde durch einen Rundturm flankiert.
Mühlentor
Ebenfalls von einem Rundturm flankiert, befand es sich am Ende des Möllentordammes, am Rande des Ortsteiles Behnitz an der Straße nach Berlin.
Wassertor
Das kleinste Tor mit einem kleineren Rundturm bewehrt, am Ende der Wasserstraße, damals Wassertorstraße, stellte die Verbindung zum Hafen her.
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