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Die Bastionen

Pulvermagazin

Die Zitadelle wurde nach den zur damaligen Zeit modernsten militärischen Aspekten erbaut. Sie besaß an jeder Ecke eine vorgebaute Bastion. Die Höfe, die sich hinter den zurückgezogenen Flanken befinden, entzogen sich der Einsicht und dem Beschuß des Feindes. Anderseits war es aber möglich den Angreifer von den Flanken der Bastionen aus abzuwehren. Hinter den meterdicken Festungsmauern verbirgt sich ein System von Verteidigungsgängen, die sogenannten Galerien und schußsicheren Räumen, die sogenannten Kasematten, Erschließungsgängen und Pulvermagazinen.

  Im Pulvermagazin der Bastion König
  in der unteren Verteidigungsgalerie

 

Die Höfe besitzen zwei Verteidigungslinien, eine untere und eine obere. Die südlichen Bastionen wiesen sogar drei Verteidigungslinien auf. Die untere Galerie, auch Minengang genannt, war wegen der kleinen Schießscharten ausschließlich für Handfeuerwaffen gedacht, die mittlere abwechselnd für Kanonen und Handfeuerwaffen.


In den Facen der Bastion König sind sogar 13 Kanonenscharten und 12 Kasematten mit jeweils drei Gewehrscharten vorhanden. Als dritte Verteidigungslinie gilt das offene Bastionsplateau mit der Wallkrone als Brustwehr vorgelagert, die dem Schützen Deckung bot.


Noch heute sind die Rauchlöcher der Entlüftungsschächte in den Brustwehren sichtbar, die den Pulverdampf aus den Galerien ins Freie ableiten sollten.

Flankenhof der Bastion König rechter Flankenhof der Bastion König

  Im linken Flankenhof der Bastion König

  Eingang zur Verteidigungsgalerie
  rechter Flankenhof der Bastion König


Bastion Königin

  Bastion Königin

Die Bastionen König und Königin, als erste erbaut, werden anfangs ähnlich konstruiert gewesen sein. Da die Bastion Königin durch eine Explosion 1813 völlig zerstört und erst nach 1832 wieder aufgebaut wurde, verzichtete man hier auf eine zweite Verteidigungsgalerie.
Die Galerien und Pulvermagazine weisen ein tonnenförmiges Deckengewölbe auf.
Die Verbindungsgänge zwischen den linken und  rechten Flankenhöfen wurden wegen ihrer Dunkelheit auch "Schwarze Gänge" genannt.



Zurückgesetzte Flanke Bastion Kronprinz

  Blick von der zurückgesetzten Flanke
  der Bastion Kronprinz

Die beiden nördlichen Bastionen, die unter der Leitung Lynars gebaut wurden weisen schon sichtbare Unterschiede auf. So wurde ihnen jeweils noch ein erhöhter Kanonenturm, auch Kavalier genannt, aufgesetzt. Auf der Bastion Kronprinz,  wo der Kavalier noch vorhanden ist, führt eine rekonstruierte Rampe (Kanonengang) auf das Plateau des Turmes.


Die Nordkurtine besitzt keine Verteidigungslinie für Handfeuerwaffen. Da die Nordseite nur aus der Havel besteht, konnten mögliche Angreifer allein durch die Kanonen der Kavaliere abgewehrt werden.




Bastion König im Schnitt

Gedachter schematischer Schnitt durch die Bastion König



Nach Fertigstellung war man in der Lage die gesamte Festung über die Kurtinen und Bastionen zu umrunden.

Die heutige Bastionsnamen sind erst im Jahre 1701 entstanden. Vorher hieß:


Bastion König

   -   

Kurfürst Joachim

Bastion Königin 

   -   

Kurfürstin Hedwig

Bastion Kronprinz

   -   

Kurprinz Johann

Bastion Brandenburg
 

   -   
 

Brandenburg
(wurde als einzige niemals geändert)



Die Wachhäuschen, die jeweils an den Spitzen der Bastionen im 17. Jahrhundert errichtet wurden, sind im 19. Jahrhundert, da sie nicht mehr benötigt, wieder entfernt worden.


Bastion Kronprinz

  Rekonstruiertes Wachhaus mit überdachtem Zugang
  der Bastion Kronprinz

 
 
Schwarzer Gang Minengang

"Schwarzer Gang",
Verbindung zwischen linkem und rechtem Flankenhof

 In der unteren Verteidigungsgalerie


 
 

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Last modified on Sun Aug 29.1999