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Entstehung des Projektes Das Projekt "Den Toten ohne Begräbnis" enstand aus der Begegnung von Adelheid Niepold, die mit dem Werk der Malerin Elfriede Lohse-Wächtler konfrontiert wurde. Der Bildband "Im Malstrom des Lebens versunken" gab den ersten Anstoß. Das Werk Lohse-Wächtlers und ihr persönliches Schicksal stehen in engem Zusammenhang, dies veranlaßte Adelheid Niepold vor Ort genauere Recherchen zu unternehmen. Ein umfassender Besuch der Gedenkstätte in Pirna vermittelte bleibende Eindrücke. Die Begegnung mit der Dresdner Filmemacherin Heide Blum, die einen Film über Elfriede Lohse-Wächtler drehte, brachten weitere Denkanstöße. Über mehrere Jahre reifte daraus ein Projekt, durch das eigene künstlerische Schaffen den Werdegang der Elfriede Lohse-Wächtler zu verarbeiten. Adelheid Niepold geht es um das Bedürfnis, das persönlich erfahrene Unrecht und das unendliche Leid dieser Malerin auszudrücken. Hier sind ebenso alle anderen ermordeten Menschen einbezogen. Die konkrete Hommage an die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler wird zu einem Mahnmal. Es gilt, den Opfern Aufmerksamkeit und Beachtung zukommen zu lassen, und die Werke von Adelheid Niepold sind das Sprachrohr der Opfer, die ohne Begräbnis geblieben sind. Sie drücken das Entsetzen und das Leid der Opfer der Euthanasie aus, ihre ausweglose Situation.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit Elfriede Lohse-Wächtler Es reicht nicht aus, nur das persönliche Leid der Künstlerin Lohse-Wächtlers zu zeigen und mitzutrauern. Lohse-Wächtler wie alle Opfer sind wehrlose, entrechtete Menschen, die einer Ideologie und einem mörderischen Denken ausgeliefert waren. Was können wir tun, damit sich dieses Leid nicht ständig wiederholt ? In ihren Bildern wie z.B. "Höhlengleichnis" und "Transformation"
weist Adelheid Niepold darauf hin, daß die Schuldzuweisung nicht ausreicht,
sondern daß eine Auseinandersetzung mit dem Bewußtsein des Menschen
gefordert werden muß, die Anschauungen und Denkensweisen in Frage
stellen und durchleuchten. Dieser Bewußtseinsprozeß, den Adelheid Niepold durch ihr Projekt anstoßen möchte, wird daher dem Auftrag der Gedenkstätte im wahrsten Sinne gerecht.
Künstlerische Wirkung In ihren Werken geht es Adelheid Niepold darum, Anteilnahme zu wecken und Engagement zu fördern. Sie sind ein Hinweis auf die Verantwortung jedes einzelnen, und im besonderen geben sie Anstöße, dieses Eingebundensein in das Erbe einer kollektiven Bürde anzuschauen. Die vielseitigen Techniken, die sie verwendet (Malerei in Öl oder
Acryl, Monotypen, Photographie in Kombination mit digitalen Graphiktechniken),
regen Emotionen oft abstrakter Art an, die jedoch in den Zusammenhang mit
der jeweils gewählten Thematik den direkten Kontakt mit dem Betrachter
herstellen. Der Eindruck auf den Betrachter wird durch die Dualität
zwischen mehr oder weniger versteckter Symbolik und expressivem Ausdruck
verstärkt. | ||||
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