Spanien (Lanzarote)

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Für Drachenflieger...
...ja, eigentlich ist Lanzarote wegen des starken Windes eher für Drachen geeignet und so saßen wir prompt an 3 von 7 Tagen nur in der Gegend 'rum.

Die Insel selbst ist absolut karg, jede Menge Steine. Dennoch ist Lanzarote ein akzeptables Winterfluggebiet.

 

Fliegen

Wie bereits erwähnt, in Lanzarote wird bei starkem Wind geflogen, also sollte man schon den Rückwärtsstart beherrschen. Insbesondere weil das Gelände ziemlich steinig ist und ein völlig verpatzter Startabbruch kann da recht schmerzhaft sein.

Wenn man dann in der Luft ist, ist man zumeist vollauf mit Soaring beschäftigt. Dabei ist häufig Thermik eingelagert, ab und an wird gar der meiste Auftrieb durch Ablösungen erzeugt. Da kann es schon mal passieren, dass während des schönsten Fluges plötzlich der Wind weg ist, aber nach wenigen Minuten wieder auffrischt. Wenn man Glück hat, ist man dann noch in der Luft.

Wir waren eine Woche im Dezember auf Lanzarote, wegen der knappen Zeit haben wir die Reise über eine Flugschule gebucht. D.h. wir hatten immer ortskundige Begleitung bei uns. Beim ersten Mal Lanzarote ist es durchaus zu empfehlen, ähnlich vorzugehen, da die Fluggebiete nicht immer leicht zu finden sind.

Gelandet wird auf den offiziellen Landeplätzen, Top oder irgendwo. Aber Achtung, die Insel ist übersät mit großen schwarzen Flächen, die zur Außenlandung einladen. Es sind aber Felder (!), also hier definitiv nicht einbomben!

Und jetzt zu den Fluggebieten, eine Karte findet ihr unter den Beschreibungen. Die Liste ist bestimmt nicht vollständig, es sind halt die Sites, die wir kennengelernt haben..

  • Mala (O)
    Anfahrt von Arrecife über Mala. Rechter Hand ist ein Staudamm zu erkennen. Dort oben ist der Parkplatz, anschließend zu Fuß über die Staumauer und man ist am Hauptstartplatz.
    Startplatz und eigentlicher Soaringhang bilden ein "L". Also starten und 'rüber zum Hang. Wir konnten hier nur ein wenig soaren, aber das Gelände soll ab und an thermisch sein. 

  • Mácher (O - SO)
    Der Flugberg liegt nordwestlich direkt über Mácher, ca. 300 m Höhenunterschied. Nettes Soaringgelände, meist mit eingelagerter Thermik. Wenn's mit dem Toplanden nicht passt, dann muss man eigentlich nur auf die Hochspannungsleitung achten, die am Fuß des Berges verläuft und, wie könnte es anders sein, auf dem Weg zum Landeplatz zu überqueren ist.

  • Mirador del Rio (um N)
    Sehr schönes Gelände an einer Steilküste direkt am Meer. Anfahrt zu einem Aussichtspunkt und zum Restaurant "Mirador Del Rio", das vom lanzarotinischen Künstler Cesar Manrique erbaut wurde. An diesem Restaurant vorbei (Feldweg) Richtung Nordspitze der Insel, bis es nicht mehr weitergeht.
    Man startet rund 400 m über dem Meer. Direkt vor dem Startplatz ist eine Einbuchtung in der man sich bei passendem Wind problemlos halten kann. Von hier kann man es nach links versuchen, Steilküste ohne Strand! Zur Landung geht's nach rechts in den Ort Orzola. Der Landeplatz ist ein Fußballplatz, aber Vorsicht, der Platz ist keineswegs grün, sondern ein schlecht zu erkennender Fleck ohne Pflanzenbewuchs und Steine.
    Mirador gehört für mich zur Kategorie "muss man geflogen sein", der Ausblick ist wirklich schön.

  • Famara (N - W)
    Den Weg zum Hauptstartplatz zu beschreiben, ist völlig hoffnungslos. Man muss in Teguise mitten im Ort einen Feldweg auf den Bergkamm erwischen, und auch noch den richtigen!
    Das Gelände ist eine kleine Bergkette (ca. 300-400 m), die sich von Teguise bis nach Mirador Del Rio erstreckt. Am Startplatz hat man noch eine weite Ebene vor sich, je weiter man nach Norden fliegt, desto näher kommt das Meer, bis bei "Risco De Famara" nur noch eine Steilküste vorhanden ist.
    Und das ist auch die "Aufgabe" für Gleitschirmflieger, die Hügelkette hat nämlich auf diesem Weg einige Einschnitte, die u.U. gegen den Wind zu queren sind.
    Wir hatten hier recht ordentlichen Wind, d.h. es ging schon 'rauf aber kaum mehr vorwärts. Zudem soll es hier bei guten Bedingungen ziemlich thermisch sein, war uns aber leider nicht vergönnt.
    Der eine offizielle Landeplatz liegt ziemlich direkt unterhalb des Startplatzes, der andere am Strand von Famara.

  • El Cortijo (O)
    Sehr nettes kleines Soaringgelände für den faulen Piloten. El Cortijo liegt nicht bei dem gleichnamigen Ort, sondern westlich von La Caleta. Es ist schwer zu finden und entsprechend unmöglich zu beschreiben, wie man hinkommt.
    El Cortijo ist eine "Kette" aus 2,5 Hügeln, vielleicht 150 m hoch. Bei passendem Wind muss man sich wirklich nicht sonderlich konzentrieren, um hier zu fliegen. Toplanden kann man sehr einfach, genügend Platz (wir haben uns aber ein bisschen verpeilt, war kein Problem, nur die Leinen aus dem Gestrüpp zu klauben nervt ein wenig).

 

Touristisches

Nun ja, Lanzarote ist tatsächlich eine Insel. Also ist die Auswahl an Sehenswürdigkeiten eher begrenzt. Aber es gibt dennoch genug zu sehen, wenn man nicht allzu lange auf Flugwetter warten muss.

Im 18. Jahrhundert gab es im Westen der Insel einige gewaltige Vulkanausbrüche. Dort wächst nach wie vor fast nichts, der Boden besteht zu 90% aus pechschwarzer erstarrter Lava. Eine wirklich bizarre Landschaft. Wir meinen den Timanfaya Nationalpark mitten in diesem Vulkangebiet sollte man sich nicht entgehen lassen. Außerhalb des Nationalparks gibt es noch ein geologisches Institut mit einer kleinen Ausstellung zum Thema Vulkanismus.

El Golfo ist irgendwie einzigartig. Es ist ein winziger See am Meer, nur durch ein Stück Strand von diesem getrennt. Der See schimmert grün, da hier Algen prächtig gedeihen. Ohne respektlos klingen zu wollen, es ist der einzige Brackwasser-See, den ich kenne, der zu einer Sehenswürdigkeit erklärt wurde. Aber da er mitten in dem Gebiet liegt, an dem die Lava ins Meer geflossen ist, ist die Landschaft insgesamt sehr beeindruckend.

Cesar Manrique ist ein berühmter Künstler, der aus Lanzarote stammt. Er hat einige Spuren hinterlassen. Sein Haus wurde nach seinem Tod zu einem Museum. Wer vor moderner Kunst nicht zurückschreckt sollte sich die Sammlung zeitgenössischer spanischer Kunst ansehen.

Essen und Trinken

Wie bereits erwähnt, wir hatten auf Lanzarote einen ortskundigen Führer. Der hat uns von einem ausgezeichneten Restaurant zum nächsten geschleift. Alle außerhalb der großen Touristenzentren. Wir können uns nicht mehr an alle erinnern :-(

  • El Cruz in San Bartolomé, direkt am Kreisel
  • Wenn man von Arrecife kommend in Arrieta Richtung Strand fährt, kommt man an eine T-Kreuzung. Hier links (statt rechts zum Strand). Dort sind (direkt am Parkplatz) zwei Gaststätten, von diesen wiederum die Rechte. Tolle Minitintenfische.
  • In La Caleta gibt es ein ordentliches Fischrestaurant.

Offizielles

Da mit Führer haben wir uns absolut nicht darum gekümmert, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind.

 

Letztes Update: 03.02.2000