Titel ] [ Inhaltsverzeichnis ]
[ zurück: 0 Informationen zu diesem Dokument ]
[ weiter: 2 Literaturverzeichnisse erstellen ]

[1] Fußnoten und HTML

[1.1] Einführung

[1.1.1] Einerseits sind Fußnoten in HTML nicht vorgesehen 1, es gibt schließlich kein Fußnoten-Tag wie es etwa die Auszeichnung für eine Überschrift gibt; andererseits halte ich Fußnoten für unverzichtbar: Erstens sind in wissenschaftlichen Beiträgen ein Fülle von weiterführenden Informationen zu verzeichnen, wie z.B. Literaturhinweise, Quellenzitate, kurze Erläuterungen. Diese Informationen belasten die Lesbarkeit einer wissenschaftlichen Publikation erheblich, wenn sie - statt in Fußnoten aufgeführt - in den laufenden Text übernommen werden. Zweitens dürften es Publikationen im Web, die aufgrund fehlender Fußnoten nicht das gewohnte Layout bieten, schwerer haben, als ernsthafte Veröffentlichungen anerkannt zu werden.

[1.1.2] Es geht hier aber nicht allein darum, Wege aufzuzeigen, wie man HTML-Dokumente so gestalten kann, daß etwas für den Leser wie eine Fußnote aussieht, gleichzeitig muß den Autoren das Verfassen und Fortschreiben von HTML-Dokumenten mit Fußnoten so einfach wie möglich gemacht werden. Ich will mit meinen Vorschlägen daher der Arbeit mit HTML-Editoren sowie dem Einsatz von Skripten und Authoring-Programmen gerecht werden.2

[1.2] Schema zur Codierung

(Die Hyperlinks in diesem Abschnitt führen zu den jeweiligen Erläuterungen in Abschnitt 1.3.)

Text Text Text ...
<A NAME="fnXXXt" HREF="#fnXXXf">
<SUP>X</SUP>
</A>
Text Text Text ...

<!-- fn begin -->
<HR>
<CENTER><Hx>Fußnoten<Hx></CENTER>

<!-- fnXXX begin -->
<P>
<A NAME="fnXXXf" HREF="#fnXXXt">
X.
</A>

Fußnotentext Fußnotentext Fußnotentext ...
</P>
<!-- fnXXX end -->

<!-- fn end -->

[1.3] Erläuterungen zum Schema zur Codierung

(Die Hyperlinks der erläuterten Code-Bestandteile führen zum Anfang des Schemas zurück.)
[1.3.1] NAME="
Die Fußnote ist nicht nur ein Hyperlink auf den Fußnotentext (s.u. 1.3.5 Erläuterungen zu HREF), sondern sie ist selbst Ziel eines Hyperlinks. Das Name-Attribut wird für den Link von der Fußnote zurück zur Textstelle benötigt. Für den Sprung zurück zum Text reicht die Zurück-Funktion der Browser nicht aus: Hat z.B. ein Leser Text in einer Fußnote mittels der Suchfunktion gefunden, so benötigt er für den Sprung zum Text einen Link: Die Zurück-Funktion führt ihn dann ja nicht zur Textstelle der Fußnote, sondern zu jener Stelle, die zuletzt Ziel eines aktivierten Hyperlinks war.

[1.3.2] fn
Damit der Autor diejenigen Hyperlinks, die zur Realisierung von Fußnoten eingefügt wurden, von anderen Verweisen unterscheiden kann, schlage ich die Kennzeichnung mit "fn" vor. "fn" ist als Abkürzung von "Fußnote" oder englisch "footnote" leicht zu behalten und wird auch in SGML zum selben Zweck verwendet. "fn" als eindeutige Kennzeichnung von Fußnoten-Links ermöglicht es, mithilfe der Suchfunktion von Editor-Programmen alle Fußnoten in einem Text zu finden und kann Grundlage für Skripte und Programme sein, die die Fußnotennumerierung automatisch verwalten.
[1.3.3] XXX
Die drei X stehen für eine dreistellige Ziffernfolge. Zahlen kleiner 100 werden mit führenden Nullen versehen (z.B. 007). Ich denke, drei Stellen für bis zu 999 Fußnoten pro HTML-Datei reichen aus. Die genormte dreistellige Schreibweise wurde für eine leichtere Programmierung von Hilfen zur automatischen Fußnotenverwaltung gewählt und erlaubt einen übersichtlichereren Quelltext.
[1.3.4] t, f
Die Auszeichnungen "t" und "f" sollen die Name-Attribute in den Ankern eindeutig als Ziel des Links von der Fußnote zum Text (t) bzw. als Link vom Text zur Fußnote (f) kennzeichnen. <A NAME="fnXXXt ... > bedeutet daher "dies ist Stelle der Fußnote XXX im Text, <A NAME="XXXf ..." bedeutet "hier beginnt der Fußnotentext zu Fußnote XXX". Entsprechendes gilt für die HREF-Attribute im Anker: <A ... HREF=#XXXf > bedeutet "dies ist der Link zur Fußnote XXX" und <A ... HREF=#XXXt> "dies ist der Link zur Textstelle, zu der die Fußnote XXX gehört". Die Auszeichnungen (t bzw. f) werden der Numerierung (XXX) nachgestellt, damit beim Einsatz des Suchbefehls im Editor mit "Suche nach "fnXXX" alle Stellen im HTML-Quelltext gefunden werden, die zur Fußnote XXX gehören.
[1.3.5] HREF="#
Das HREF-Attribut für den Link von der Textstelle zur Fußnote oder zurück. M.E. sollten Fußnoten immer in derselben Datei (erkennbar am #-Zeichen als erstes Zeichen im Attribut) gespeichert werden wie die zugehörige Textstelle. Die Speicherung des Fußnotentextes in derselben Datei garantiert die Verfügbarkeit der Fußnoten sowohl beim Offline-Lesen wie auch beim Lesen von ausgedruckten HTML-Dateien. Des weiteren ist die schnellstmögliche Darstellung durch einen Web-Browser gesichert, da kein neues Dokument geladen werden muß.
[1.3.6] <SUP>X</SUP>
Es folgt der Text, der dem Leser das Vorhandensein der Fußnote und des Links anzeigt. Ich plädiere dafür, daß auch in HTML-Dokumenten hochgestellte Ziffern verwendet werden. Anders als z.B. bei Verwendung des Asteriskus ermöglichen Ziffern das Lesen der Fußnoten auch bei ausgedruckten HTML-Dokumenten. Die Zahl entspricht den XXX-Teilen in den NAME- und HREF-Attributen ohne führende Nullen, sie wird nicht von Klammern3 umschlossen. Die Darstellung als hochgestellte Zahl durch die "<SUP>"-Auszeichnung macht den Hyperlink recht unscheinbar. Dies ist Absicht. Farbig und/oder durch Unterstreichungen hervorgehobene Textabschnitte - die Standarddarstellung von Links durch Web-Browser - werden vom Leser intuitiv als wichtige Textstellen wahrgenommen. Fußnoten sind aber, wie auch Hyperlinks allgemein, nur selten mit den inhaltlich wichtigen Stellen im Text identisch. Durch die gewählte Darstellung soll die Diskrepanz zwischen intuitiver Wahrnehmung und inhaltlicher Bedeutung minimiert werden.
[1.3.7] <!-- fn begin -->, <!-- fn end -->
Mit diesen Kommentaren im HTML-Quelltext wird der Teil des Dokuments bezeichnet, der die Fußnoten beinhaltet. Die Kommentare dienen der Bearbeitung des Quelltextes mit Editoren und Programmen.
[1.3.8] <HR><Hx><CENTER>Fußnoten< /CENTER></Hx>
Im eigentlichen Sinne nicht Teil der Spezifikation für Fußnoten, sondern nur ein Gestaltungsvorschlag. M.E. sollte der Leser deutlich sehen können, daß er am Ende des Dokuments die Fußnoten findet. Die konkrete Gestaltung hängt natürlich vom Layout des jeweiligen HTML-Dokuments ab.
[1.3.9] <!-- fnXXX begin -->, <!-- fnXXX end -->
Wie die Fußnoten insgesamt sollte auch eine einzelne Fußnote durch Kommentare lokalisiert werden können. Das Vorhandensein der Kommentare vereinfacht die automatische Verwaltung der Fußnoten, vor allem wenn man es mit langen Fußnoten zu tun hat, die mehrere Absätze o.a. Tabellen umfassen.
[1.3.10] <P> ... </P>
Fußnotentexte sollten durch Verwendung eines oder mehrerer Absätze voneinander abgegrenzt werden. Die Abgrenzung durch horizontale Linien halte ich typographisch für schlecht, allerdings haben Autoren bei Verwendung der o.g. (s. 1.3.9) Kommentare volle Freiheit, da im Quelltext der Kommentar die Fußnoten abgrenzt und keine andere Auszeichnung implizit Auswirkungen auf eine automatische Bearbeitung der Fußnoten hat.
[1.3.11] <A ...>X.</A>
Der sichtbare Text der Fußnote beginnt mit einer Ziffer, die sie identifiziert (vgl. auch 1.3.6). So kann auch ein ausgedrucktes HTML-Dokument mit Fußnoten gelesen werden. Ich benutze lediglich Zahl und Punkt, da die Verwendung von Klammern zur schon erwähnten schlechten Typographie führt.

zurück zum Beginn des Kapitels ]
[ weiter: 2 Literaturverzeichnisse erstellen ]


Fußnoten

1. Die Einführung eines eigenen Tags für Fußnoten wurde bereits diskutiert und in den Entwurf für HTML 3.0 aufgenommen (s. D. Ragett: HTML Language Specification 3.0., dort * Abschnitt 6.19, Datei footnotes.html); HTML 3.0 ist aber Entwurf geblieben und die Überlegungen zu den Fußnoten wurden in HTML 3.2 nicht mehr aufgenommen.

2. Einige Überlegungen zu möglichen Anwendungen und ein Vorschlag zur Implementierung finden sich auch unten im Abschnitt 4.3.

3. Von einer Darstellung der Fußnoten in eckigen oder runden Klammern rate ich ab. Die Verbindung von Link-Unterstreichung mit einer Klammer ergibt eine typographisch minderwertige Darstellung. Die Herausnahme der Klammern aus dem Link hätte zur Folge, daß auch Zeichen außerhalb des eigentlichen Anker-Tags zum Anker gehören. Dies erschwert die Arbeit mit dem Quelltext.


Aus: Grönemann, Olaf: Wissenschaftliches Publizieren mit HTML. Fußnoten, Literaturverzeichnis, Zitate. (Version 1.0) (1997-10-06). Online im Internet: URL: "http://ourworld.compuserve.com/homepages/Olaf_Groenemann/wphtml.htm"

© 1997 Olaf Grönemann,
E-Mail: Olaf_Groenemann@compuserve.com.
Homepage: http://ourworld.compuserve.com/homepages/Olaf_Groenemann/