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D

Dickte
ist ein Begriff, der die Laufweite eines Buchstabens angibt. Einfach gesagt seine Breite. Wobei nicht nur das, was am Buchstaben schwarz ist zählt.
Die Laufweiten der Buchstaben einer Schrift werden in einer Dicktentabelle festgehalten. Aus ihnen holen sich Text- und Gestatungsprogramme die Information, ob ein Buchstabe noch in eine Zeile paßt oder in die nächste Zeile umbrochen werden muß.

DIN Formate [mm]
Klasse DIN A DIN B DIN C
0 841 x 1189 1000 x 1414 917 x 1297
1 594 x 841 707 x 1000 648 x 917
2 420 x 594 500 x 707 458 x 648
3 297 x 420 353 x 500 324 x 458
4 210 x 297 250 x 353 229 x 324
5 148 x 210 176 x 250 162 x 229
6 105 x 148 125 x 176 114 x 162
7 74 x 105 88 x 125 81 x 114


Duktus
Unter Duktus versteht man die Stärke der waagerechten bzw. senkrechten Linien eines Buchstabens. Der leichte Schriftschnitt repräsentiert einen geringeren Duktus als zum Beispiel der fette Schnitt.



Häufig werden vom Schriftenhersteller Zahlenangaben wie z.B. 45, 55, 65 oder 75 an die Schriftnamen angehängt (Univers 55, Helvetica 65, etc.). Auch diese Zahlen sind Angaben für den Duktus der Schrift. Je größer die Zahl, desto stärker der Duktus.

G

Gemeine Ziffern
Gemeine Ziffern sind spezielle Zahlzeichen einer Schrift, Die sich besonders gut für den Einsatz innerhalb von fortlaufendem Text eignen.



Für einige PostScript-Schriften bieten Hersteller Zusatzpakete mit Namen wie Expert Set oder Small Caps and Old Style Figures an.

Grauwert
Jeder Buchstabe einer Schrift hat einen bestimmten »Grauwert«.



Ob ein Buchstabe hell oder dunkel wirkt, hängt von der jeweiligen Schrift ab. Der Grauwert ist eine gute Hilfe bei der Wahl der Wort- und Zeilenabstände. Wenn der komplette Text ein gleichmäßiges Grau ohne schwarze und weiße Flecken aufweist, paßt alles zusammen.

Offene, luftige Schriften mit großen Binnenräumen vertragen mehr Abstand als enge, dunkle Schriften. Hier zwei Beispiele:





H

Hints
sind ein Bestandteil von TrueType und PostScript-Type-1-Schriften. Hinter dem Begriff steckt eine Technik, die Schriftzeichen auch bei der Ausgabe auf niedrig auflösenden Geräten (z.B. Bildschirm oder 300 dpi-Drucker) noch gut aussehen läßt.



Speziell, wenn man sehr geringe Schriftgrade verwendet, sind hints von unschätzbarem Wert. Für die Belichtung spielen hints wegen der hohen Auflösungen keine Rolle. Hints werden von Hersteller in die Schrift eingebaut. Gut gemachte hints sind ein schönes Stück Arbeit &150; deshalb Vorsicht, wenn Schriften sehr billig zu haben sind.

K

Kapitälchen
Kapitälchen sind Großbuchstaben, die die Höhe und den Duktus der Kleinbuchstaben einer Schrift haben.



Sie werden bevorzugt verwendet, um im Textfluß Namen oder Markenbezeichnungen hervorzuheben.

Natürlich könnte man versuchen, solche Kapitälchen nachzumachen, indem man einfach Großbuchstaben in einem etwas geringeren Schriftgrad absetzt. Aber dann stimmen die Strichstärken der Buchstaben nicht mehr.

Für einige PostScript-Schriften bieten Hersteller Zusatzpakete mit Namen wie Expert Set oder Small Caps and Old Style Figures an.

Kerning oder Unterschneiden
Normalerweise bringt jeder einzelne Buchstabe den Abstand bis zum nächsten Buchstaben selbst mit. In fast allen Kombinationen sind diese Abstände auch in Ordnung. Es gibt allerdings kritische Buchstabenpaare wie z.B. »T« und »o«, bei denen die vorgegebenen Abstände versagen.



Dort muß dann der Speziallfall manuell oder automatisch über eine Tabelle korrigiert werden. Im Beispiel würde man das »o« etwas näher and das »T« rücken.


Klassifikation der Schriften
Wie für fast alles, gibt es auch eine DIN-Norm für die Schriftenklassifikation. Die Norm teilt den Schriftfundus in zehn Klassen ein, wobei die ersten sechs (die Antiqua-Schriften) für die heutige Zeit die wichtigsten sind.

Innerhalb der Antiqua Schriften unterscheidet man zwischen serifenlosen Antiqua-Schriften (auch Grotesk genannt) und den klassischen Antiquas mit Serifen.

Die Antiqua-Schriften stehen außerdem für die runde Schriftform, während in der Gruppe »X« die gebrochenen Schriften untergebracht sind.

Gruppe Name Beispiel
I Venez. Renaissance-Antiqua Trump-Mediäval
II Franz. Renaissance-Antiqua Garamond
III Barock-Antiqua Janson
IV Klassizist. Antiqua Bodoni
V Serifenbetonte Linear-Antiqua Rockwell
VI Serifenlose Linear-Antiqua Futura

VII

Antiqua Varianten

Diverses
VIII Schreibschriften Künstler Schreib.
IX Handschriftl. Antiqua Diverses

Xa

Gebrochen Gotisch

Engravers Old Engl.
Xb Gebrochen Rundgotisch Wallau
Xc Schwabacher Alte Schwabacher
Xd Fraktur Kanzlei Fett
Xe Fraktur Varianten Diverses


L

Ligaturen
Ligaturen sind eigenständige Zeichen, die aus der »Verschmelzung« von mehreren Zeichen entstanden.
Ligaturen steigern die Lesbarkeit von Mengentexten sehr stark.



Für einige PostScript-Schriften bieten Hersteller Zusatzpakete mit Namen wie Expert Set oder Small Caps and Old Style Figures an.

M

Maßeinheiten
Typographische Grundeinheit ist der Punkt. Mit dem Satzzeichen ».« hat das nichts zu tun. Wie groß ist so ein Punkt?

Ursprünglich hat Herr F.A. Didot seinen gleichnamigen Punkt auf ziemlich genau 0.376065 mm festgelegt. Das war 1785. Er hat den königlich französischen Fuß durch 864 (= 12 * 12 * 12 / 2) geteilt. Die Füße der Franzosen waren demnach im Schnitt etwa 32,5 cm lang.

Das metrische Maß und die Satzpraxis haben dann den Punkt auf 0.375 mm vereinfacht (1/2666 m). Das war bis zu Zeiten des Fotosatzes aktuell.

Am Computer hat man es heute meist mit points zu tun. Amerikanische Satz-Software und PostScript sind daran nicht ganz unschuldig. Ein point entspricht 1/72 inch oder 0.353 mm (2.54 cm / 72). Man spricht von Pica-Punkt, PostScript-Punkt oder auch DTP-Punkt. Woraus nebenbei klar wird, daß Briten und Amerikaner mit etwa 30,5 cm (= 2,54 * 12) auf kleinerem Fuß leben, als die Franzosen im 18. Jahrhundert.

Bei dem ganzen hin und her ist für die gestalterische Arbeit am Computer folgendes gut zu wissen:
- Man hat es meist mit points zu tun.
1 point = 0.353 mm
12 point = 1 pica = 4.23 mm
6 pica = 1 inch= 25.4 mm

- Wer sich ein Typomaß kauft, sollte darauf achten, daß er eines mit Inch-Pica-Point-Unterteilung erwischt.

- Über die Länge einer DIN A4-Seite kann sich der Unterschied zwischen einem metrisch korrigierten Punkt und einem Pica-Point mit vier bis fünf Textzeilen bemerkbar machen. Auf der Suche nach fehlenden Zeilen, soll der eine oder andere Gestalter schon mal dem Wahnsinn verfallen sein.

P

PostScript
ist eine Programmiersprache, die über einen sehr ausgefeilten Satz von Grafik-Befehlen verfügt. Erfunden wurde sie von Adobe. Damit lassen sich grafisch gestaltete Seiten mit allen ihren Elementen wie Text, Bild und Vektorgrafik beschreiben.

Freilich tippt kaum jemand ein PostScript-Programm zu Fuß ein. Das übernimmt vielmehr der Druckertreiber des jeweiligen Gestaltungsprogrammes bzw. der Bedieneroberfläche.

Damit solche PostScript-Programme »sichtbar« werden, benötigt man einen PostScript-Interpreter. Zum Beispiel einen PostScript-Drucker oder ein Programm wie Adobe Acrobat Distiller.

PostScript ist die zentrale Seitenbeschreibungs-Sprache der Druckvorstufe. Alle gängigen Belichtungsmaschinen arbeiten mit PostScript.

PostScript-Type-1 Schriften
beschreiben Schriftzeichen mit Hilfe von Vektoren. Die Vektorbeschreibung wird mit PostScript-Befehlen umgesetzt. Deshalb eignen sich diese Schriften optimal für die Ausgabe auf PostScript-Druckern oder Belichtern.

Zur Verwaltung von PostScript-Schriften benötig man Adobe TypeManager. Er sorgt unter anderem dafür, daß die Schriftzeichen in beliebigen Größenstufen am Bildschirm angezeigt und auch auf nicht-PostScript-fähigen Druckern ausgegen werden können.

S

Serifen
das sind die kleinen Füßchen auf denen Antiqua-Schriften stehen.

Serifen helfen die Lesbarkeit eines Buchstabens zu verbessern, indem sie ihn unverwechselbarer machen.

T

TrueType Schriften
beschreiben Schriftzeichen mit Hilfe von Vektoren. Genau wie PostScript-Schriften können die Zeichen auf Bildschirm und Drucker in beliebigen Größenstufen ausgegeben werden. Gibt man TrueType-Zeichen auf einem PostScript-Gerät aus, dann müssen sie in PostScript-Schriftzeichen übersetzt werden.

Häufig kann man durch eine Einstellung im Druckertreiber zwischen einer Bitmap- (PostScript Type 3) und eine Vektor-Umsetzung (PostScript-Type1) wählen. Bei der Umsetzung können leider Qualitätsverlust auftreten. Deshalb sollte man für die Ausgabe auf PostScript-Geräten (z.B. Belichtern) auf TrueType-Schriften verzichten.

Für Drucker, die nicht PostScript »sprechen« sind TrueType-Schiften jedoch eine ideale Wahl.


gedankenspaziergänge, © 1996
Michael Nicklas, 101531.2176@compuserve.com
Zuletzt überarbeitet: 30. Juni 1996