»Je älter du wirst,
desto blöder wirst Du.«
Das hat meine Mutter mal zu mir gesagt. Da war ich wohl fünfzehn.

Und sie hatte – wie so oft – recht.


Heute, ein paar Jahre »älter«, stelle ich in lichten Momenten

– wie diesem –


immer deutlicher fest,
wie weit meine Verblödung schon fortgeschritten ist.

Von wegen Weisheit im Alter.

Alles Quatsch.

Mit Sechzig werde ich wohl
so verblödet sein, daß es weh tun wird. Nicht mir, aber den anderen.


Ich schaue mir Dinge an, die ich mir vor zehn Jahren ausgedacht habe und sie sind mir so fremd, als wären es nicht meine.

Noch schlimmer: Ich verstehe sie nicht mehr.

Ich versuche alte Sachen auf einen aktuellen Stand zu bringen und scheitere kläglich. Sie verweigern mir den Zugang.


Man sollte meinen, daß mit jedem Jahr die Verdummungsresistenz steigt.

Nix is’!

Selbst Einkäufe bei MediaMarkt sind kein wirkliches Gegenmittel.

Den Auslöser bei den Fernsehsendern zu suchen, wäre zu einfach.

Sie mühen sich zwar alle redlich ab, aber letzten Endes bedienen sie mit ihren vermoikten Samstagabenden doch nur eine längst existierende Demenz.

Ich glaube, daß mir nach und nach einfach der Biß abhanden kommt. Dieses schleichende Scheißegalgefühl macht sich und mich breit.
Die Neugier fürs Detail, mit der ich als Kind meine Eltern so wundervoll zu Weißglut bringen konnte, scheint Grad für Grad ihre Hitze zu verlieren. Vermutlich werde ich die Ursache nie finden. Die lichten Momente werden immer kürzer, meine Chancen sinken von Tag zu Tag. Gestern saßen mir in der U-Bahn zwei Teenager gegenüber.


Mein Fall
ist harmlos.

Eigentlich
geht es mir
blendend
.