GTA - Tips für unterwegs

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Domodossola
Nationalpark Val Grande
Wandern im Strona-Tal
Wandern im Mastallone-Tal
Wandern im Sesia-Tal
Varallo
Naturpark Pesio-Tal
Verlängerung der GTA bis ans Mittelmeer
Via del Sale und Via Marenca
Anreise über Nizza
Anreise über Bergamo
SBB-Halbtax-Abonnement
Bahnfahren in Italien
Ausrüstung
Sprache
Geld
Italienischer Alpenverein
Deutscher Alpenverein und Massentourismus
Mikro-Kraftwerke
Sicherheit

Domodossola

Das Touristenbüro im Bahnhof Domodossola hält zahlreiche interessante Prospekte, Wanderführer, Landkarten und Tips teilweise auch in deutscher Sprache bereit, man spricht auch deutsch und ist sehr hilfsbereit und telefoniert auf Wunsch auch gerne die abgelegenste Unterkunft an, um eine Übernachtung zu reservieren. Telefon 0324 248265, E-Mail. Sehr praktisch sind die vielen kostenlosen Fahrplanhefte von Bussen und Zügen bis hinein in die hintersten Seitentäler. Italienische Telefonkarten kann man am großen Kiosk in der Bahnhofshalle kaufen, dort gibt es in der Hauptsaison auch deutsche und schweizerische Zeitungen!

Domodossola ist einer der wichtigsten Transit- und Rangierbahnhöfe Norditaliens. Für eine Übernachtung empfehlen wir daher, ein Hotel zu wählen, das nicht ausgerechnet direkt am Bahnhof liegt, wo es rund um die Uhr kracht und kreischt. In fünf Minuten ist man zu Fuß mitten in der schönen Altstadt. Einfache Zimmer ohne Frühstück für nur 18 EUR (Stand 2002) gibt es im Albergo Domus am Marktplatz (Vicolo Cuccioni 12, bei der Casa dei Ravioli, Telefon 0324 242325, Fax 481030). Vom Touristenbüro wurde uns vertraulich das Albergo Piemonte da Sciolla genannt (Piazza Convenzione, Telefon und Fax 0324 242633), das auch vom schweizerischen Wanderweb wärmstens empfohlen wird.

Nationalpark Val Grande

Achtung: Wenn Sie im Internet nach "Val Grande" suchen, landen Sie auch woanders, denn Val Grande heißt Großes Tal und das gibt es in Italien natürlich nicht nur einmal! Führer und Karten zum Nationalpark Val Grande östlich von Domodossola gibt es ebenfalls im Touristenbüro im Bahnhof Domodossola. Von Mai bis September gibt es im wildesten Teil Italiens erstens ziemlich viele Vipern und zweitens von Experten geführte Wanderungen, bei denen die Teilnahme allerdings nur mit guten Italienischkenntnissen Spaß macht: von Halbtagstouren mit anschließendem Lagerfeuer, bei denen auch Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen, über Vollmond-Nachtwanderungen bis hin zu extremen mehrtägigen Exkursionen für wirklich konditionsstarke Abenteurer. Kontakt: Ente Parco Nazionale Val Grande, Villa San Remigio, I-28922 Verbania-Pallanza, Telefon 0323 557960, Fax 556397. Für Wildnisexperten geht es auch anders: Jörg Klingenfuß hat schon 1993, lange bevor es dieses Parkbüro und seine bestens organisierten Touren gab, lediglich anhand einer ungefähren mündlichen Beschreibung des freundlichen Capo Stazione Malesco der Ferrovia Viggezina das Val Grande von Malesco nach Premosello solo mit Zelt in drei Tagen durchquert, siehe das Foto auf Seite 53 im neuen GTA-Nord-Führer, das von der Colma di Premosello aufgenommen wurde. Diese Tour wurde inzwischen sogar markiert und durch den Bau von Brücken und diversen Seilgeländern etwas entschärft. Sehr eindrückliche Berichte von Solotrekkings in diesem Gebiet und Dutzende von hervorragenden Fotos aus allen Jahreszeiten gibt es hier. Eine unglaubliche "andere Welt", wie wir sie fallweise heute noch in Rimella finden!

Wandern im Strona-Tal

Dieses ursprüngliche Bergtal ermöglicht den derzeit bequemsten und elegantesten Zugang zur GTA. Außerdem liegt es nur eine halbe Autostunde vom allseits bekannten Lago Maggiore entfernt oder mit dem Lokalzug eine knappe Stunde von Domodossola. Es ist also bei weitem nicht so abgelegen wie die Orte im tiefsten Piemont entlang der GTA und kann daher für einen "sanften" Einstieg in den einzigartigen Charakter dieser einsamen Bergwelt zum "Ausprobieren" während eines ein- bis zweiwöchigen Wanderurlaubs wärmstens empfohlen werden. Außerdem ist man zu Fuß vom Talende in nur 3½ Stunden in Rimella. Einzelheiten finden Sie hier!

Wandern im Mastallone-Tal

Dieses wilde Tal am Ende der Welt ist ein Paradies für Abenteurer und Genießer. Haben Sie schon mal etwas von der Cima Altemberg gehört, vom Monte Càpio oder vom Pizzo Tracciora, oder vom Vallone della Meula oder gar vom Valle dell'Inferno, das Tal der Hölle, das nur noch die Wilderer kennen - und wir? Vom piemontesischen Dschungel überwucherte Geisterdörfer wie Molino Superiore, an die sich nicht einmal mehr die Einheimischen erinnern, und die geheimnisvollen uralten Wege dorthin kennen sowieso nur wir! Seit 2002 bietet die Initiative Pro Rimella von Jörg Klingenfuß geführte Bergwanderungen abseits der GTA an. Einzelheiten finden Sie hier!

Wandern im Sesia-Tal

Seit 2004 bietet die Initiative Pro Rimella auch im mittleren Sesiatal geführte Bergwanderungen an. Einzelheiten finden Sie hier!

Varallo

Als weitere angenehme Zugangsmöglichkeit zur GTA bietet sich Varallo an. Varallo Sesia ist Endstation der Bahnlinie von Novara ins Sesiatal und kann über Mailand, oder noch kürzer über Arona (am Lago Maggiore) - Romagnano Sesia, erreicht werden. Vom Hauptort des Sesiatals aus sind die GTA-Etappenorte Rimella, Fobello, Carcoforo, Rima und Alagna mit guten Busverbindungen erschlossen: Der Busfahrplan Varallo - Fobello - Rimella steht hier. Der Busfahrplan Varallo - Balmuccia - Boccioleto - Rimasco - Rima - Carcoforo steht hier. Der Busfahrplan Varallo - Alagna steht hier. Fahrpläne und weitere Auskünfte und Prospekte gibt es beim Touristenbüro (Corso Roma 38, Telefon 0163 564404, Fax 53091, E-Mail). Eine Fundgrube ist hier das kostenlose dicke Handbuch 2005 PIEMONTEDALVIVO: in viaggio negli spettacoli fra cultura e turismo; es hat über 200 Seiten und informiert auch in Deutsch über alle Adressen und Termine von Veranstaltungen für Architektur, Essen, Festivals, Kino, Musik, Tanz und Theater. Die beste Unterkunft und Küche gibt es im Albergo Italia, das wir sehr gut kennen und deswegen hier genauer beschreiben. Seit 2004 bieten wir Bergwanderungen im Sesiatal an, und unser Stützpunkt ist natürlich das familiäre Albergo Italia! Der Wallfahrtsberg Sacro Monte ist ein weltbekanntes Pilgerziel. "Fral" und das gesamte Sesiatal werden trotzdem so verschlafen bleiben wie schon immer, denn in den potentiellen "Märkten" ist es praktisch völlig unbekannt trotz der immensen touristischen Möglichkeiten: Bergwanderungen ohne Ende, Faulenzen, Goldbergwerk, Kunstschätze, Mineraliensammeln, Mountainbike, Naturbeobachtungen (Auerhahn, Bartgeier, Bergsalamander, Birkhahn, Bussard, Eichhörnchen, Eule, Falke, Feuerlilie, Feuersalamander, Forelle, Fuchs, Gams, Hase, Hermelin, Hirsch, Königsadler, Luchs, Marder, Maulbeerbaum, Mufflon, Murmeltier, Orchidee, Reh, Schmetterling, Schneehuhn, Specht, Steinbock, Wildschwein), Pilgerfahrten, Sonnenbaden, Spaziergänge, Sportfischen, Wildwasser! Die Kleinstadt hat etwa 7000 Einwohner und bietet eine große Auswahl an Fachgeschäften auch für Bergwanderer und Urlauber. Dienstags gibt es einen großen Wochenmarkt. Die einzigartige Pinakothek ist sogar über das Piemont hinaus berühmt und ein Besuch lohnt sich in jedem Fall (Pinacoteca di Varallo, Via Calderini 25, Telefon 0163 51424, geöffnet - seit 2004 auch im Winter! - täglich (außer Montag) vormittags und nachmittags, ferner nach Absprache). Eine umfangreiche Fotogalerie mit sehr schönen Aufnahmen von Varallo und den kleineren Orten im Sesiatal finden Sie hier. Wer heute noch nicht gelacht hat, der klickt auf die Chaoten von Piemondo und sieht, was ein italienisch-deutscher Übersetzungsroboter anrichtet: "Die Valsesia hat viele Erde. Es gibt viele grünend zone die die Neigungen Monte Rosa bekommt, der Gipfel höher von Piemont. Alagna ist bleibt ein Walser ..." Es gibt vor allem nix dümmeres als einen Computer. Wohl bekomm's!

Naturpark Pesio-Tal

Man hat also die GTA "gemacht". Tagelang, wochenlang, monatelang. Bis zum Ende. In Carnino. Tutto a piedi. Madonna! Und dann? In Carnino?

Dann ist man nicht etwa in einer korsikamäßig supergeilen einsamen Badebucht mit kristallklarem Wasser gelandet. Namen wie Alassio und Laigueglia zeugen vielmehr vom restlos verblichenen touristischen Charme der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. "Der Endpunkt der GTA in Viozene ist schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar", steht im GTA-Süd-Führer von Bätzing auf Seite 230. Auf deutsch: man befindet sich am Ende der Welt, 40 Kilometer Luftlinie und 100 Kilometer schmaler Bergstraßen ohne jegliche Busverbindung vom Meer entfernt im gebirgigen Hinterland einer der am meisten überlaufenen und touristisch vermüllten Küsten des Mittelmeers (alleine in Alassio gibt es über 150 Hotels!), in unmittelbarer Nähe der chaotischen Metropolen und Menschenmassen von Genua, Nizza und Savona - von denen dann allerdings erstklassige Expreß-Fährschiffe in nur 6 Stunden nach Korsika verkehren.

Nach über 50 Etappen GTA sieht ein krönender Abschluß wahrhaftig anders aus! Zum Beispiel so: Am Ende der 53. Etappe übernachtet man im Rifugio Garelli. Tags darauf steigt man nach Norden ab zur Certosa di Pesio, dem Herzen des Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro. Der Naturpark Pesiotal ist landschaftlich großartig und wurde nicht vom Skitourismus routinemäßig versaut wie diverse westliche und östliche Nachbartäler à la Limone. Im Sommer kann man von der Certosa mit dem Bus - der Fahrplan steht hier! - direkt bis zum Bahnhof der Provinzhauptstadt Cuneo fahren, von der aus man über Turin - Mailand - Basel/Zürich mit Expreßzügen an nur einem Tag bis weit nach Deutschland hinein zurückrasen kann. Fahrplanlinks finden Sie auf unseren Rimella-Webseiten. Sämtliche Wanderkarten für diese Gegend können Sie direkt bei uns bestellen.

Wer es nicht so eilig hat, läßt die GTA-Weitwanderung ausklingen im empfehlenswerten familiären Albergo Ristorante Nuovo Alpinisti am nördlichen Ende der Frazione San Bartolomeo (Via Provinciale 15, I-12013 Chiusa di Pesio, Telefon 0171 738121) (GPS PFALPI 393300 4902601 730), dem idealen Stützpunkt für einige Tage Wandern im Pesiotal (Gipfelziele: Bisaulta, Bric Costa Rossa, Cima Cars, Punta Marguareis, Punta Straldi). Die zahlreichen Dutzende Kilometer langen hochalpinen Militärstraßen sind zudem ein Paradies für Mountainbiker; Davide, der Sohn des Hauses, kennt sämtliche Tourenmöglichkeiten und Geheimtips aus eigener Er-Fahrung. Als Lektüre empfehlen wir das neue Handbuch der Militärstraßen in den piemontesischen Bergen, das Sie direkt bei uns bestellen können, sowie den Guida del Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro, ISBN 88-87417-09-1, erhältlich im Café neben der Certosa di Pesio und in den Buchhandlungen von Cuneo, und als Wanderkarte den zugehörigen Cartoguida BLU # 2 Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro 1:25000: endlich mal eine verdammt gute italienische topografische Karte, die sogar ein wunderschönes blaues UTM-Gitternetz aufweist, aber witzigerweise ... ohne jegliche Numerierung des Kilometerrasters! Einige unserer GPS-Wegpunkte für das Pesiotal finden Sie jedenfalls hier.

Man kann natürlich auch einen ausführlichen Bummeltag in Cuneo einlegen; die Mitarbeiter des Tourismusbüros in der tollen Altstadt sind persönlich auf zahlreichen Etappen der GTA Süd gewandert und sind sehr hilfsbereit (Ufficio Turistico Città di Cuneo, Via Roma 28, I-12100 Cuneo, Telefon und Fax 0171 693258). Es gibt viele geführte Wanderungen in der Umgebung, die ausführlich im kostenlosen monatlichen Veranstaltungskalender "+E20" der Provinz Cuneo vorgestellt werden. Interessant sind die Prospekte "Annuario Alberghi" und "Montagna Estate", die auch vorab schriftlich angefordert werden können von der ATL = Agenzia di Accoglienza e Promozione Turistica Locale, Via Vittorio Amadeo 13, I-12100 Cuneo, Telefon 0171 690217, Fax 602773, E-Mail. Sehr praktisch ist die kostenlose Carta Turistica-Stradale 1:200000, auf der man gut sieht, daß Cuneo von interessanten Berggebieten regelrecht umzingelt ist. Im Gegensatz beispielsweise zu den Penner-Provinzen Vercelli und Novara, wo bei den mehr oder weniger zuständigen Behörden kein Mensch niemals nix irgendwas von der GTA gehört hat, hat die Provinz Cuneo politisch brutale und äußerst effektive Interessenvertreter in der Verwaltung der Region Piemont sitzen und erhält die "Provincia Granda" deshalb unverhältnismäßig viel Geld insbesondere auch für Berggemeinden und Tourismuswerbung - bei der selbst die GTA nicht zu kurz kommt, wie man an der kostenlosen GTA-Übersichtskarte sieht. Die ewige Klage der Penner-Provinzen "Tutto va per Cuneo" ist durchaus zweideutig zu verstehen!

Eine weitere Möglichkeit ist die trickreiche Verlängerung der GTA um eine Etappe über deren Ende hinaus: auf der 55. Etappe vom Rifugio Carlo Bossi nicht nach Carnino absteigen, sondern zum Rifugio Mongioie der CAI-Sektion Albenga weitergehen (65 Betten, geöffnet vom 01. Mai bis zum 15. September, Telefon 0174 390196 und 345541), wo man übernachtet. Am nächsten Tag wandert man in 6 Stunden auf dem schönen Aussichtsweg "Balconata di Ormea" bis zum Ort Ormea (Touristenbüro Telefon 0174 392157), dem derzeit angesagtesten Ghettokaff der Edelrenovierungs-Deutschen, die sich nach dem gelungenen Ausverkauf der Toskana allmählich nach Ligurien und Piemont ausbreiten, wo sie dann schon mal 100 000 EUR für einen verfallenen Ziegenstall bezahlen ... In Ormea gibt es Eisenbahnanschluß und außerdem fahren die Autolinee Viani, Telefon 0183 293540, direkt nach Cuneo. Die Tour ist genauestens beschrieben in ALP Heft Juni 2001 "Alpe Liguri da Limone Piemonte a Ormea". Im selben Heft ist eine interessante Abhandlung über die GTA und den Sentiero d'Italia zu lesen sowie ein umfassendes Adressen- und Webverzeichnis aller italienischen Spezialverlagshäuser für Wanderkarten und Führerliteratur (neun verschiedene alleine im Piemont) bis hinunter nach Sardinien und Apulien. ALP stellt mit seinen exzellenten Hochgebirgs- (Grande Montagne, 6 EUR), Weitwanderungen- (Vacanze/Traversate, 5 EUR) und Klettertouren- (Wall) -Themenheften derzeit die qualitative Spitze der Alpinzeitschriften in Europa dar und ist in italienischen Buchhandlungen und Zeitschriftenkiosken und selbstverständlich auch als Auslandsabonnement erhältlich: Vivalda Editori, Via Invorio 24 A, 10146 Torino, E-Mail. Das Heft Juli 2001 hat übrigens den Grande Paradiso zum Thema und März 2002 die Seealpen.

Verlängerung der GTA bis ans Mittelmeer

Die folgende Beschreibung von Jörg Klingenfuß beruht auf einer langwierigen Internet-Recherche und ausführlichem Kartenstudium. Sie wurde angeregt durch den GTA-Rundbrief vom 08. März 2002 von Werner Bätzing, der bereits 1978 bei seiner monatelangen "Ur-Tour" die spätere "GTA" mit Zeltübernachtungen vom Mittelmeer Richtung Norden begangen hatte. Wir haben diese Variante jedoch noch nicht selbst ausprobiert und erwarten gerne Ihre Erfahrungsberichte und Alternativvorschläge mit Wegbeschreibungen und Korrekturen zu den nachstehenden Angaben zu den Unterkünften (Öffnungszeiten, Kapazität, Qualität, Telefonnummern und so weiter). Sämtliche Wanderkarten für diese Gegend können Sie direkt bei uns bestellen.

Anhand der IGC-Karten 8 (Alpi Marittime e Liguri) und 14 (San Remo - Imperia - Monte Carlo) folgt man vier Tage lang dem Grenzkamm immer nach Süden und geht dort, wo die Grenze nach Westen abbiegt, zwei Tage lang weiter nach Süden. Weil sich Savoien und Piemont jahrhundertelang bekriegt und auf diesen durchwegs ergonomisch angelegten Karrenwegen ihre Kanonen bis auf die höchsten Berge hinaufgezerrt haben und dort erst noch riesige Forts gebaut und Stollen und Magazine in den Berg hineingesprengt haben, gibt es bis zum Monte Saccarello zahlreiche Militärstraßen. Anschließend begeht man den Alta Via dei Monti Liguri, der vermutlich gut markiert ist, in Gegenrichtung (italienische Weitwanderwege sind prinzipiell von Süd nach Nord und von West nach Ost beschrieben, während die meisten deutschsprachigen GTA-Wanderer genau andersherum gehen). In diesem neuen Wanderführer ist er von Ventimiglia bis zum Monte Saccarello genau beschrieben. Posto-Tappa-Liste und ein Preisverzeichnis finden sich hier. Die Fahrpläne der Buslinien von der ligurischen Küste ins Hinterland stehen hier!

Tag 1: Man bricht die GTA an geeigneter Stelle der Etappen 53 oder 54 oder 55 ab und geht zum Rifugio Barbera südlich der Punta Marguareis.
Tag 2: Rifugio Barbera - Monte Bertrand - Cima Missun - Punta Farenga - Cima Ventosa - Monte Tanarello - Monte Saccarello - Rifugio San Remo.
Tag 3: Rifugio San Remo - Monte Saccarello - Monte Collardente - Monte Grai - Rifugio Monte Grai.
Tag 4: Rifugio Monte Grai - Monte Pietravecchia - Monte Toraggio - Monte Scarassan - Rifugio Paù.
Tag 5: Rifugio Paù - Colla Sgora - Monte Abelliotto - Passo del Cane - San Cristoforo (Albergo).
Tag 6: San Cristoforo (Albergo) - Cima Tramontina - Monte Baraccone - Monte delle Fontane - Colle Sgarba - Ventimiglia am Mittelmeer.

Auf diesem fantastischen Höhenweg gibt es leider ein riesiges Problem: mit Ausnahme des Nuovo Rifugio Franco Allavena, zu dem man vom Hauptkamm ein paar hundert Höhenmeter absteigen muß, sind alle diese Hütten NICHT bewirtschaftet. Sie sind prinzipiell nur mit einem Schlüssel zugänglich, der jeweils an einer ganz bestimmten Adresse im Tal abgeholt werden und dort auch wieder zurückgegeben werden muß. Ob und wie sich das logistisch organisieren läßt, muß sich jeder selbst überlegen. Im Prinzip benötigt man ein paar Verrückte, die einem auf jeder Etappe den Schlüssel aus dem Tal bringen und am nächsten Morgen wieder mit hinunternehmen und mit dem Auto - öffentliche Verkehrsmittel? vergiß es! - zum nächsten Schlüsseldepot rasen und gleich wieder aufsteigen. Leider liegen die Schlüsseldepots verdammt weit weg vom Höhenweg in irgendwelchen Dörfern ganz unten im Tal! Ferner ist davon auszugehen, daß diese Schlüssel genauso wie in den Nord- und Ostalpen prinzipiell nur gegen 50 oder 100 Euro Kaution und ausschließlich an Alpenvereinsmitglieder verliehen werden (Gegenrecht DAV/ÖAV/SAC!). Man könnte natürlich auch bei den jeweiligen Sektionen oder Schlüsseldepots anrufen und fragen, ob gerade jemand auf der Hütte oben ist und ob es noch genügend Schlafplätze gibt; im Hochsommer dürfte das bei gutem Wetter recht gut funktionieren. Ansonsten läßt sich diese Weitwanderung nach Süden zum Mittelmeer nur mit Zelt und Schlafsack machen, wobei man dann natürlich die Etappen beliebig anders einteilen kann und dort übernachtet, wo es einem am besten gefällt. Ein weiteres logistisches Problem ist Trinkwasser: man wandert auf Karst- und Kalkbergen und oben auf dem Kamm hat es natürlich keine Wasserquellen oder gar Bäche. Ein sehr gute Beschreibung einer Mountainbike-Tour von Süden nach Norden gibt es hier, und der Mann schreibt: "Wasser ist sehr knapp. Die zahlreichen Bäche finden sich nur auf der Karte, unbedingt zwei, drei oder noch mehr Wasserflaschen mitnehmen!"

Die folgenden Detailinformationen zu den Hütten haben wir auf einer 2002 abgeschalteten Internetseite gefunden:

Der Weg östlich des Monte Pietravecchia ist offensichtlich ein teilweise ausgesetzter Klettersteig. Ferner gibt es zwei schwierige Klettersteige auf der Westseite. Laut dieser Beschreibung (in Gegenrichtung) ist jedoch die Alta Via dei Monti Liguri vom Passo della Valletta zum Passo di Fonte Dragurina, die die beiden genannten Berge im Westen umgeht, ein normaler Bergweg und kein Klettersteig: "Dal Passo di Fonte Dragurina si imbocca l'Alta Via che percorrendo il versante Nord del Monte Toraggio raggiunge il versante Nord del Monte Pietravecchia, facilmente raggiungibile."

Falk Klingbeil ist 2002 von Limone nach Ventimiglia und 2004 von Ventimiglia nach Limone gegangen. Beschreibungen mit GPS-Wegpunkten sind bei ihm erhältlich.

Roman Ackl schrieb am 23. Februar 2004: "Es gibt eine Wegverlängerung der GTA mit Ende in Monaco. Auf der Homepage der Via Alpina findet sich unter den Dokumenten ein sogenanntes Roadbook, welches die Wege im Detail verzeichnet. Der rote Weg endet in Monaco und kreuzt sich auch mit der GTA. Im Anschluss an Etappe 57 kann man hier über die Etappen R157-R161 bis nach Monaco absteigen. Details stehen im Roadbook auf Seite 18 und 115-122."

Eine Beschreibung der Strecke von Viozene nach Ventimiglia von Joan und Pete Miller vom Juli 2004 steht hier.

Via del Sale und Via Marenca

Das Hinterland von Ventimiglia, San Remo und Imperia ist völlig zersiedelt. Es gibt von der Küste bis hinauf auf den ersten Bergkamm zahllose Schwarzbauten, riesige Gewächshäuser und Chemieplantagen für Blumen, Obst und Gemüse sowie Prominentenvillen mit Privatstraßen. Als Krönung beschallt die auf halber Höhe verlaufende Autobahn "Autostrada dei Fiori" mit ihrem massiven Schwerlastverkehr von und nach Frankreich die ganze Gegend rund um die Uhr. Auch der Wegvorschlag von Michael Kleider im neuen GTA-Süd-Führer ist nicht ganz ideal, denn er führt erstens am und über den Grat Monte Saccarello - Monte Grai, wo die Flachlanditaliener mit ihren Autos auf den nicht (!) gesperrten zahlreichen alten Militärstraßen herumdröhnen, zweitens ist die Wegführung teilweise auf Asphaltstraßen "wenig attraktiv" (Seite 232), und drittens landet man ausgerechnet in der nicht besonders reizvollen Stadt Ventimiglia. Auch Reise Know How Ligurien schreibt: "... stark zersiedelte, ausufernde Ferienorte ... der Verkehr ist nur schwer in den Griff zu kriegen ... Blechlawinen ... Autobahntrassen durchpflügen die Hänge ... Treibhäuser bedecken großflächig die Küstenhänge ... wirklich kein schöner Anblick, und es drängt sich die Frage auf, was die Landschaft mehr verschandelt, die Treibhauskulturen oder die Betonwüsten ... Ventimiglia ... heruntergekommene Altstadt ... Grenzstadt mit viel französischem Publikum ..." Auch das noch, die Plage Europas! "Großer 'Franzosenmarkt'. Alles spricht Französisch. Sehr überfüllt. Große Parkplatzprobleme. Man wird von Touristen totgetreten!" steht hier. Interessante Alternativen zum Abstieg in dieses Zivilisationschaos, die dem GTA-Weitwanderer unserer Meinung nach eher angemessen sind, hat Jörg Klingenfuß im April 2003 und nochmals im April 2004 vor Ort recherchiert. Hinter dem ersten Bergkamm findet man sich schlagartig in "normalem" Gelände wieder. Völlig unbekannte historische Übergänge führen durch landschaftlich schöne Gebiete, in denen es viel Natur und nur ein paar uralte Bergdörfer gibt - eben GTA-Gebiet! Lokale Initiativen in diesen Bergdörfern planen, zwei uralte Übergänge mit der GTA zu verbinden und zu markieren:

Weitere Informationen gibt es bei Signore Giampiero Laiolo, der dieses Projekt plant, Telefon 0183 60970 und 339 3553601, E-Mail. Er hat 2001 den Titel La Via Marenca veröffentlicht bei der Associazione Comuni dei Lascaris, zu denen eben auch Rezzo gehört - siehe nachstehender Text. Die zukünftige Via Marenca wird voraussichtlich folgendermaßen verlaufen: Monte Saccarello - Rifugio San Remo - Monte Monega - Cenova - San Bernardo di Conio - Monte Grande - weiter nach Imperia wie hier in Gegenrichtung beschrieben.

Vom Rifugio San Remo (siehe oben) teilweise auf alten Militärstraßen über Passo di Garlenda - Monte Frontè - Cima dell'Ortica - Monte Mònega - Pian del Latte - Passo Bisciaire zum Monte Prearba. Bis hierher freies und übersichtliches Gelände. Achtung, im gesamten Giara-di-Rezzo-Tal gibt es keinerlei Markierung gemäß dem Standard des Italienischen Alpenvereins, geradeso als ob es keine dafür zuständige Sektion Albenga gäbe! Für den weiteren Abstieg gibt es drei Möglichkeiten:

Das familiäre kleine Hotel ist ganzjährig geöffnet und empfehlenswert, in der Küche und im Keller gibt es eigene lokale Produkte. Das Albergo Negro wird in Zukunft auch ein offizieller Posto Tappa der Via del Sale sein. Unbedingt vorher reservieren, Via Canadà 10, Frazione Cenova, 18020 Rezzo, Telefon 0183 34089, Fax 324800. Signore Luigi Negro ist Vorsitzender des Pro Loco (Heimatvereins) von Cenova. Er kennt alle Wege in der Umgebung und gibt gerne Auskünfte. Eine umfangreiche Fotogalerie von Rezzo und Umgebung findet man hier.

Die nächsten Posti Tappa der zukünftigen Via Marenca sind noch nicht definiert. Man kann geeignete Busfahrpläne und Unterkunftsmöglichkeiten im Internet recherchieren und auf eigene Faust weitergehen, oder in Cenova abbrechen und am schnellsten und bequemsten mit dem Bus an die Riviera fahren: vor der Kirche werktags ab 0712 1326 1945 mit Umsteigen über Pieve di Teco durch das sehr schöne Arrosciatal nach Albenga, von hier mit dem Intercity teilweise ohne umzusteigen über Genua nach Mailand. Albenga ist ein sehr angenehmes kleines Küstenstädtchen ohne den teutonischen Massentourismus von Alassio, Laigueglia oder Pietra Ligure und ohne das Verkehrschaos von Ventimiglia, San Remo und Imperia. Die Insel Gallinara bietet ein schönes Naturschutzgebiet mit seltenen Vögeln.

Zu Fuß nach Pieve di Teco: Oberhalb vom Albergo Negro eben, dann leicht absteigend auf den Weg von der Kirche zum Colmetto (GPS B_590 412233 4876219 590). Dahinter absteigen und an einem Bildstock (GPS K__546 412434 4876282 546) rechts haltend weiter absteigen (nicht eben in den Graben). Nach 15 Minuten diesen Graben nach links queren (GPS E__494 412595 4876289 494) auf einen schmalen Weg. Weiter stets absteigend, immer geradeaus und ohne Serpentinen, zu einer Kurve nördlich eines Bauernhofs. Hier weiter geradeaus auf der fallweise abgerutschten alten Mulattiera, zuletzt eben auf Terrassen zur Kapelle Madonna del Camillo (GPS KAMILO 413626 4876210 350). Dahinter zu einer verfallenen Kapelle (GPS KAMIL2 413771 4876555 291) und dann auf guter Mulattiera nach Norden und immer an den Mauern entlang. Oberhalb der Straße eben auf einen Fußpfad und hinter der Gartenmauer von einem Haus auf eine weiß asfaltierte Zufahrt (GPS D__233 413458 4877041 233). Hier auch unscheinbares Holzschild "Pro Loco Pieve di Teco Sentiero Panoramico Loc. Tre Monti". Über die Brücke und aufwärts ins Zentrum. Total etwa anderthalb bis zwei Stunden.

Die nächste Etappe der zukünftigen Via Marenca von Cenova nach San Bernardo di Conio: Die Mulattiera nach Lavina beginnt unterhalb der Kirche von Cenova, das mittlere Stück im Bambushain ist nicht ausgesägt. In Lavina an der östlichen Kirche vorbei zur Hauptkirche. Der unbefestigte Fahrweg in die Nordflanke der "Salzgipfel" (die als Abstecher für Konditionsstarke auch eine schöne und einsame Panoramatour bieten mit Aussicht von den berüchtigten Cinque Terre bis nach Korsika) beginnt rechts vom Friedhofstor (GPS FLAVINA 412340 4875630 351). Oben im Wald an der Abzweigung mit dem Schild "Case Valasse" rechts gehen (GPS D_856 410476 4873370 856). Schattiger Weg in den Sattel San Bernardo di Conio, eine Frazione von Rezzo (GPS FSANBE 409592 4872420 989). Eine Straße führt genau nach Süden zum Colla d'Oggia, der Aussichtsgipfel Monte Grande kann ebenfalls leicht bestiegen werden. Diesen sieht man auf dem Foto auf Seite 185 im neuen Parodi-Führer. Auf Seite 179 sieht man über der linken Kuh den Monte Grande, über der rechten Kuh den Sattel San Bernardo di Conio und genau am Ar... Ende dieser Kuh den Ort Conio.

Mangels Hotels oder Pensionen kann man auch in verschiedenen Bauernhöfen in der Region übernachten, die als Agriturismo arbeiten, also Urlaub auf dem Bauernhof anbieten. Man bewegt sich hier stets in der "Olivenzone", und praktisch alle Wirtsleute bieten unter anderem auch ihr eigenes Öl an:

Anreise über Nizza

Wer in den Südteil der GTA in die Provinz Cuneo geht, der kann von Deutschland aus jetzt auch eine Anreise mit dem Flugzeug nach Nizza erwägen. Einzelheiten zu Billig-Flugverbindungen finden Sie hier. In ein paar Stunden erreicht man dann mit der Eisenbahn über Ventimiglia und die spektakuläre Strecke über den Tendepaß Limone Piemonte in unmittelbarer Nähe der GTA-Etappen 52 und 53 sowie die Provinzhauptstadt Cuneo mit guten Weiterverbindungen in die anderen Bergtäler.

Anreise über Bergamo

Wer von West- und Norddeutschland schnell in den Raum Mailand kommen möchte, der kann jetzt mit verschiedenen Billigfluglinien nach Bergamo fliegen. Einzelheiten stehen hier.

SBB-Halbtax-Abonnement

Wer jährlich zweimal oder öfter mit dem Zug durch die Schweiz nach Italien reist, sollte sich unbedingt das Halbtax-Abonnement der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) kaufen. Im Gegensatz zur Deutschen Beamtenbahn (DB), die von den gewohnt unfähigen deutschen Politikern seit Jahrzehnten systematisch und mit voller Absicht total heruntergewirtschaftet und buchstäblich an die Wand gefahren wurde, sind die SBB ein modernes und echt kundenfreundliches Unternehmen. (Das beste, was uns hier in Süddeutschland passieren kann, ist die Übernahme angeblich "unrentabler" DB-Strecken durch die SBB; die Idee ist weder neu noch absurd und eine Strecke im Hochschwarzwald wird bereits von der SBB betrieben.) Das Halbtax-Abonnement ist wesentlich attraktiver als die unverschämt teure und total eingeschränkte blöde "Bahncard" der DB und kann selbstverständlich auch von jedem Nicht-Schweizer problemlos erworben werden. Die persönliche Plastikkarte trägt Ihr Foto und Ihren Namen. Sie gilt sowohl für die erste als auch für die zweite Klasse (!) und kostet für ein Jahr 150 CHF und für zwei Jahre 250 CHF und für drei Jahre 350 CHF; bei einem Kurs von inzwischen bis zu 1.55, den wir dem lächerlichen Mickymausgeld "Euro" zu verdanken haben, also etwa 97 EUR beziehungsweise 162 EUR beziehungsweise 226 EUR. Mit dem Halbtax-Abonnement bezahlen Sie nur den halben Preis auf dem gesamten SBB-Streckennetz von über 18000 Kilometern sowie auf allen Postautos, die in der Schweiz (mit Direktanschluß am Bahnhof) bis in die hintersten Täler und über die höchsten Pässe fahren, auf fast allen Schiffffffffahrtslinien und auf den allermeisten Berg- und Privatbahnen. Das ist insgesamt wesentlich mehr als das DB-Netz: während in der Schweiz laufend neue Strecken eröffnet und irrsinnig teure neue Alpentransversalen wie der exzellente Vereinatunnel (nicht nur wegen der Tagestouristen (!) ex Zürich arbeiten die Hoteliers im Engadin an der Kapazitätsgrenze ...) oder die gigantische zweite Lötschbergröhre gebaut werden, wurden und werden in diesem unserem Lande bekanntlich Hunderte von Nebenstrecken von sogenannten Bahn"managern" vom katastrophalen "Niveau" eines Herrn Ludewig und seinen ebenbürtigen Nachfolgern brutalstmöglich stillgelegt: "Der Vorstandsvorsitzende der DB Netz AG verkündet, daß bis 2010 25 % des Trassennetzes abgebaut werden sollten" meldete die Süddeutsche Zeitung am 12/13 APR 2001. Halbtaxler erhalten außerdem 25 Prozent Rabatt auf Zugfahrten von der Schweiz nach Deutschland und Österreich, wenn sie ihre Fahrkarte in der Schweiz kaufen. Ach ja, Mietwagen von Hertz gibt's dann für Halbtaxler auch noch zum halben Preis! Und Ihr Feriengepäck nach und von Zürich- und Genf-Flughafen müssen Sie natürlich nicht bis zum Check-In-Schalter schleppen: in der Schweiz kann man schon an 126 Bahnhöfen einchecken und die SBB besorgen den Koffertransport komplett bis ins Flugzeug - eine logistische Meisterleistung, mit der die Deutsche Beamtenbahn hoffnungslos überfordert wäre. Wenn Sie das Zwei- oder Drei-Jahres-Halbtax-Abonnement kaufen, müssen Sie nur einmal ein farbiges Paßfoto zusammen mit einer Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses einschicken oder das Foto an irgendeinem Bahnschalter in der Schweiz mit dem Personalausweis oder Reisepaß vorlegen. Das Bild wird dann als Datei gespeichert und einfach wiederverwendet, wenn Sie nach zwei oder drei Jahren Ihr Halbtax-Abonnement verlängern möchten. Ihre Verlängerungskarte können Sie nach zwei oder drei Jahren einfach per Post oder Telefax oder E-Mail oder Telefon (rechtzeitig) beantragen und mit Ihrer Kreditkarte bezahlen; eine Überweisung wäre ebenfalls möglich, würde aber wegen der unverschämten Auslandsgebühren der bundesdeutschen Bankenmafia mindestens 15 bis 25 EUR zusätzlich kosten. Zusammen mit Ihrem nahtlos verlängerten Halbtax-Abonnement erhalten Sie dann per Einschreibbrief als Zugabe sogar einen kostenlosen Klassenwechsel von der zweiten auf die erste Klasse, das heißt Sie fahren dann an einem beliebigen Tag mit einem beliebigen Zweiter-Klasse-Fahrschein (beispielsweise Grenze Schaffhausen - Zürich - Bern - Brig - Domodossola Grenze, dieser Fahrschein kann selbstverständlich auch als Anschlußfahrschein an einen DB-Fahrschein nach Schaffhausen gleich im Zug zwischen Schaffhausen und Zürich beim SBB-Personal gekauft werden) ohne Aufpreis in der ersten Klasse! In den supermodernen IC-Doppelstockwagen der SBB gibt es oben in der ersten Klasse übrigens regelrechte Wohnzimmer mit langen Sofas zum Ausstrecken und nette Spielecken für Familien mit kleinen Kindern - ein Komfort, von dem die abgezockten Kunden der DB nicht mal träumen dürfen! Bei Verlust wird das Zwei- oder Drei-Jahres-Halbtax-Abonnement (nicht aber das Ein-Jahres-Halbtax-Abonnement!) gegen Vorlage der Kaufquittung (aufbewahren!) und 20 CHF Gebühr ersetzt, denn Sie sind ja samt Foto voll gespeichert. Mit dem Halbtax-Abonnement bezahlen Sie beispielsweise für die genannte Strecke Schaffhausen - Domodossola nur noch 47,50 CHF in der zweiten Klasse. Das Halbtax-Abonnement gilt übrigens für die gesamte Strecke einschließlich der Simplon-Südrampe bis in den Bahnhof von Domodossola (und nicht nur bis zur Landesgrenze Tunnelmitte) und sogar auf dem gesamten italienischen Abschnitt der Valvigezzo/Centovalli-Panoramabahn von Domodossola nach Locarno im Tessin (wichtig für die etwas längere Anreisemöglichkeit Zürich - Gotthard - Bellinzona - Locarno - Centovalli/Valvigezzo-Panoramabahn - Domodossola)! Weitere Preisbeispiele mit dem Halbtax-Abonnement: Zürich - Locarno 33 CHF, Schaffhausen - Chiasso 38 CHF, Genf - Schaffhausen 44 CHF, Chiasso - Schaffhausen (in der ersten Klasse) 63 CHF, Bellinzona - Schaffhausen (in der ersten Klasse) 54 CHF. Jetzt können Sie sicher gut verstehen, daß in der Schweiz viel mehr Leute (und erst noch gutsituierte!) viel lieber und viel öfter mit der Bahn und mit dem Bus fahren als im verkehrspolitisch seit Jahrzehnten total blockierten Dauerstau-Deutschland. Schweizerische Bundesbahnen, Bahnreisezentrum Zürich, Postfach, CH-8023 ZÜRICH, Telefon nur innerhalb der Schweiz 0900 300 300 (1,19 CHF pro Minute), E-Mail, oder SBB, Division Personenverkehr, Halbtax-Service-Center, Brückfeldstr. 16, 3000 BERN 65, Telefon aus Deutschland 0041 512 202222, Fax 203700, E-Mail, weitere Informationen im Internet. Dort finden Sie auch eine vorbildliche Fahrplanauskunft, die selbstverständlich auch alle Verbindungen mit und innerhalb (!) von Deutschland und Italien (!) enthält, und zwar subito!

Bahnfahren in Italien

Im Gegensatz zur Deutschen Beamtenbahn (siehe oben) fahren die Züge in der Lombardei und im Piemont spottbillig, pünktlich und zuverlässig. Trenitalia hat seit Anfang 2004 auch eine Generalvertretung in Deutschland: Leonhardstr. 22, 61169 Friedberg, Telefon 06031 737630. Streiks werden bereits Wochen vorher geplant und angemeldet und hier veröffentlicht, und auf jeder Verbindung gibt es Kurse, die auch bei Streik gefahren werden!

Preisbeispiele vom April 2004:

Preisbeispiele vom April 2003:

Aktuelle Preistabellen zeigen, daß 1000 km im Intercity nach Süditalien weniger als 60 EUR kosten! Selbst die superschnellen Eurostar-Züge, die moderner und bequemer sind als sogenannte Spitzenprodukte von Siemens, kosten einschließlich Zuschlag und obligatorischer Platzreservierung bei Fahrkartenkauf in Deutschland (!) im März 2002 Preisbeispiele vom April, Mai und Juni 2002: Im übrigen gestaltet sich der Fahrkartenkauf in Italien wie in vielen anderen zivilisierten Ländern wesentlich einfacher als ausgerechnet in Deutschland, wo man sich derzeit wie im real existierenden Kommunismus absurd hohe Fahrpreise, unverschämte Beschimpfungen durch die Bahn- und Berlin-Bonzen und erst noch wahnsinnige Umstände gefallen lassen muß. In Italien kann man seine Fahrkarte bereits mehrere Wochen oder bis zu zwei Monate vor der Reise kaufen. Wenn man bestimmte Strecken regelmäßig fährt, kauft man sich gleich mehrere Fahrkarten auf Vorrat. In jedem Bahnhof, auch in Provinzkäffern wie Varallo, gibt es orangefarbige Stempelkästen zur Entwertung der irgendwann und irgendwo im voraus gekauften Fahrkarten, die 60 Tage lang gültig sind. Beachten Sie unbedingt, daß man bei diesem narrensicheren System prinzipiell ALLE Fahrkarten (und fallweise Reservierungen) VOR Fahrtantritt entwerten muß, auch wenn man sie soeben erst an einem richtigen Fahrkartenschalter gekauft hat! In der Dienstleistungswüste Deutschland dagegen wird vom "Beförderungsfall" - Kunden gibt es bei der Deutschen Beamtenbahn bekanntlich nicht - erwartet, daß er sich vor Fahrtantritt in eine unberechenbar lange Schlange vor einem unterbesetzten Schalter stellt; außerdem ist es in Deutschland unmöglich, an einem Fahrkartenautomat oder gar in einer Kneipe oder am Kiosk eine Fahrkarte im voraus oder auf Vorrat zu kaufen: da könnte ja jeder kommen, das haben wir schon immer so gemacht, wo kämen wir denn da hin, und überhaupt! Needless to say, dieses absurde Affentheater ist selbstverständlich politisch gewollt, nämlich von der übermächtigen Automobilindustrie und ihren lächerlichen Marionetten in der jeweiligen Chaotenregierung. Wenn man selbst erlebt hat, wie einfach es woanders geht, kann man diese typisch bundesdeutschen - und auf gut schwäbisch: saumäßigen! - Zustände nur noch als Frechheit bezeichnen!

Seit der Einführung Ende 2002 des neuen Tarifsystems, das trotz seitenweiser Werbelügen erst noch komplizierter ist als das bisherige, hat die Deutsche Beamtenbahn alleine im Fernverkehr weitere 20 (zwanzig!) Prozent "Beförderungsfälle" verloren. "Für solche Lügen ist die Bahn von ihren besten Kunden bestraft worden" schrieb die Süddeutsche Zeitung am 21. Mai 2003. Jedes andere Unternehmen würde sofort entsprechend reagieren ..." Erst Mitte Mai 2003 (!) wurde den 600 größten deutschen Reisebüros ein streng geheimer "Fragebogen zur Handhabung und Akzeptanz des neuen Bahntarifsystems" auf den Tisch geknallt, der gefälligst mit der obrigkeitsstaatlichen Attitüde der Chaotenregierung bis zum 19. Mai zu erledigen war und dessen katastrophales Ergebnis dann einen Tag später die hierzulande leider üblichen Bauernopfer forderte, die selbstverständlich schon lange vorher feststanden und die sich selbstverständlich über satte Abfindungen und Pensionen freuen dürfen. Der Fisch stinkt aber vom Kopf her, und wir bezweifeln, daß die endgültige Auswertung im Reiche des unerträglich arroganten und "beratungsresistenten" Mehdorn, der es sogar wagte, seine Kunden übelst zu beschimpfen, irgendeine echte Verbesserung bewirken kann. "Er hat das Produkt seines Unternehmens nicht verstanden", schrieb ebenfalls die SZ; ein vernichtendes Urteil auch für die voll verantwortliche Chaotenregierung. Am 22. Mai schrieb die SZ: "Auf die Frage, ob der Bahnchef sich bei seinen Kunden entschuldigen wolle, antwortete er: Ich verstehe die Frage nicht." SoamaGranadeschofseckelkhertgleilenxondrächtsoinenaikhauaondsällemSuperseckelSchreedergleidrzua!

Wieso ist es in diesem unserem Lande Absurdistan eigentlich unmöglich, die Flexibilität der schweizerischen und der italienischen Eisenbahn zum Vorteil aller Beteiligten zu optimieren?

Ausrüstung

Unsere persönlichen Tips zur Ausrüstung stehen hier!

Sprache

Italienisch ist eine durchwegs logische Hochsprache und ebendeshalb wesentlich leichter und lockerer zu erlernen als beispielsweise das unglaublich umständliche Latein-Derivat Französisch - ein Alptraum aus dem linguistischen Absurdistan mit über 30 Sonderzeichen vom c mit einem Kleiderhaken darunter über das e mit zwei Punkten darüber bis zum i mit einem Deckel darauf plus irgendwelche mehr oder weniger witzigen Nasal- und Grunz-Laute: diesen ganzen total überflüssigen Quatsch wird man im Italienischen zu unserer großen Freude vergeblich suchen. Alleine für den simplen Laut o, der weltweit in allen intelligenten Sprachen - warum wohl? - auf einfachste Weise durch einen Kringel dargestellt wird, gibt es im Französischen mehr als zehn! verschiedene Schreibweisen (eine idiotischer als die andere: au ault aux eau eaux eot o oaux od on ot uaux und dasselbe nochmal, weil es soooooo schön war, mit diversen "Akzenten"!!) und kann man diese selbsternannte "Weltsprache" mitsamt ihren größenwahnsinnigen und krankhaft arroganten Proponenten im Zeitalter von Internet und Ergonomie insbesondere im Vergleich mit dem glasklar strukturierten Italienisch - let alone English!!! - nur noch als lächerlich begrinsen. "Das größte Problem für das Französische ist Frankreich selbst" schrieb das Académie-Francaise-(selbstverständlich mit einem c mit einem Kleiderhaken darunter)-Mitglied Jean-Francois (Kleiderhaken!) Deniau in der Süddeutschen Zeitung vom 19. März 2004 auf Seite 1. - Wenn Sie sich vor oder während Ihrer GTA-Weitwanderung (beispielsweise während der Anreise im Zug oder an einem Regentag!) ein paar nützliche italienische Worte und Sätze aneignen, können Sie sich anschließend mit den bescheidenen, freundlichen und hilfsbereiten Bewohnern der piemontesischen Berggebiete optimal verständigen. "Viele GTA-Wochen haben uns immer wieder vom unverstellt freundlichen und zuverlässigen Charakter piemontesischer Bergbewohner überzeugt" schreibt Eberhard Neubronner in "Der Weg". Ideal für unterwegs und mit großem Abstand der Beste seiner Art ist der Geo Saison Reisesprachführer Italienisch vom Bertelsmann Lexikon Verlag, ISBN 3-577-10608-5. Er wiegt nur 200 Gramm und zeigt auf Seite 353 sogar die wichtigsten Sorten Pasta (27 von mindestens 200 verschiedenen) auf einer Farbseite - alleine damit lösen Sie in jedem Ristorante begeisterte Diskussionen über die leckersten Teigwaren aus! Praktisch identisch ist die "Autorisierte Sonderausgabe 2001 Orbis Verlag" Reisesprachführer Italienisch (ISBN 3-572-01277-5), der gerade mal 4 (vier) EUR kostet. Speziell für GTA-Wanderer im Piemont bieten wir unser aufgrund jahrelanger eigener Erfahrung in mühseliger Kleinarbeit entstandenes Wörterbuch Italienisch-Deutsch-Italienisch an.

Geld

Eine Wanderung auf der GTA ist nicht unverhältnismäßig teuer. Die GTA ist aber auch nicht kostenlos zu haben. Ihrem gewohnten Lebensstandard entsprechend - von der romantischen Zeltübernachtung mit geschmacksverstärkter Päckchensuppe bis zur sprichwörtlich rimellamäßigen Halbpension in den landestypischen Alberghi, Hotels und Posti Tappa - benötigen Sie einschließlich der Kosten für Unterwegsverpflegungs-Lebensmitteleinkäufe pro Kopf und Tag zwischen 15 und 60 EUR zuzüglich der Kosten für Anreise, fallweise Transfers und Abreise! Bereits im April 2002 ist uns in abgelegenen Gegenden in Süditalien und im Piemont aufgefallen, daß auch in Italien durch die Einführung des neuen Mickymausgelds "Teuro" eine massive Verteuerung bei praktisch allen Produkten und Dienstleistungen des täglichen Lebens stattfindet, die in den teuren Städten noch exzessiver ist als auf dem Land. Anders als in den von links bis rechts quasi-totalitär gleichgeschalteten Medien Deutschlands wird diese unglaubliche Teuerung nicht etwa pauschal abgestritten, sondern in ganz Italien von Anfang an heiß diskutiert: in der Tageszeitung La Stampa vom 03. Juni 2002 erschien ein mehrseitiger Sonderbericht mit zahlreichen knallharten Beispielen für exzessiv gestiegene Preise in allen Branchen, und in der Wochenzeitschrift Panorama vom 31. Juli 2003 wurde auf vollen 13 Seiten ein umfassender und schockierender Preisvergleich 2001 - 2002 - 2003 veröffentlich und die unverschämten Lügen der paneuropäischen staatlichen Statistikbehörden entlarvt: "Anche in Francia l'Istituto di statistica INSEE ha l'abitudine di minimizzare, irritando i consumatori e chi viagga nel paese"! Am 11. Juni 2004 schrieb die Finleader Group SRL knallhart im Massenblatt Leggo: "Dopo l'euro non serve solo la fede. Ci vogliono i miracoli!" Preistabellen findet man bei der Verbrauchervereinigung und wegen der unverschämten Preiserhöhungen vieler Restaurants wurde sogar der Verein Heute abend gehe ich nicht aus! (sondern koche stattdessen zuhause für mich und meine Gäste) gegründet! Nehmen Sie also in jedem Fall genügend Bargeld mit, insbesondere viele 5- und 10-Euro-Banknoten und viele 50-Cent- sowie 1- und 2-Euro-Münzen. In den kleinen Bergdörfern an der GTA ist das Leben trotzdem noch wesentlich billiger als im Hochpreisland Deutschland - oder gar in der Schweiz! Haben Sie bitte Verständnis dafür, daß irgendwelche Plastikkarten oder gar Schecks in den kleinen Bergdörfern NICHT akzeptiert werden. Genauso wie die Einheimischen hat man selbstverständlich ALLES IN BAR zu bezahlen! Bank-Automaten zur Bargeld-Versorgung gibt es am Anfang der GTA nur in Domodossola und Omegna und dann erst wieder eine Woche später in Alagna, und dann wissen Sie erst noch nicht, ob das einzige Gerät am Ort nicht gerade defekt ist, ob es Ihre Karte überhaupt akzeptiert und welche Gebühren Ihnen dann von der ausländischen Bank hinterher und hinterhältig abgezockt werden!

Wer viel reist und andere Karten benützt, beispielsweise "richtige" Kreditkarten wie American Express, Eurocard/Mastercard und Visa, der muß seit dem 01. Januar 2002 verdammt gut aufpassen: mit der Einführung des lächerlichen Mickymausgelds "Euro" wurde von den Kartengangsterbanken zwar die Abzockerei mit den sogenannten "Auslandsgebühren" abgestellt. Dafür werden jetzt in Drittländern, die über eine echte Hartwährung verfügen - auch wenn diese Vollmitglied der sogenannten "EU" sind - "angepaßte" Auslandsgebühren von rund 2 Prozent abgezockt. Drittländer sind unter anderem Dänemark, Großbritannien, Island, Kanada, Malaysia, Mauritius, Norwegen, Schweden, Schweiz, Singapur und Vereinigte Staaten von Amerika!!! ZWEI PROZENT ZUSÄTZLICH IN DER SCHWEIZ - ALS ZUGABE ZUM SOWIESO SCHON KATASTROPHALEN WECHSELKURS CHF/EUR!!!

Pünktlich zur Einführung des angeblich so vorteilhaften Euro wurde beispielsweise von der deutschen Postbank die Gebühr für die Gutschrift eines Auslandsschecks (in EUR!) von 3 DEM auf 15 EUR und somit um 900 Prozent erhöht. Dies ist keine Ausnahme, sondern bei der bundesdeutschen Bankenmafia völlig normal. Nach wie vor versucht dieses kriminelle Kartell, trotz neuer "EU"-Vorschriften beim Zahlungsverkehr innerhalb der EUR-Zone soviel wie möglich abzuzocken und zwar nicht nur beim Absender, sondern wie gehabt auch völlig unkontrollierbar beim Empfänger. Wenn Sie IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) für eine Überweisung nach Italien verwenden - beispielsweise für die Vorauszahlung einer Ferienwohnung oder den Kauf von Büchern -, achten Sie unbedingt darauf, daß Ihnen von der italienischen Bank die korrekte IBAN mitgeteilt wird (italienisch: Coordinate Bancarie Internazionali), die immer 27 Stellen hat, beispielsweise IT47 X032 0433 3200 0000 0000 031. Die italienische Postbank steht in ihrer Frechheit der deutschen Postbank in nix nach: sie verweigert prinzipiell die Herausgabe der IBAN und zockt nach wie vor unverschämte Bearbeitungsgebühren = Profite ab!

Beim Einkaufen in Italien bekommen Sie praktisch immer einen Kassenzettel, auch wenn Sie nur in einer Bar schnell einen Cafè trinken oder irgendwo eine Zeitung kaufen. Diesen Kassenzettel sollten Sie nicht liegenlassen oder wegwerfen, sondern einstecken und mitnehmen. Sie sind als Kunde nämlich gesetzlich verpflichtet, den Beleg solange aufzubewahren, bis Sie sich 600 Meter vom Ort des Geschäftsvorgangs entfernt haben. Auch Sie als Kunde (!) könnten sonst Ärger mit der Finanzpolizei bekommen. Lachen Sie nicht, man will damit einfach erreichen, daß alle Geschäfte korrekt verbucht werden und die weitverbreitete Nichtverbuchung und Schwarzarbeit zurückgeht. Am besten steckt man automatisch immer alle Belege ein und wirft sie erst "zuhause" in den Müll. - Diese Regelung mit der Bestrafung des Kunden (!) mit 51 bis 1033 EUR je nach Laune der Finanzpolizei ("Nella determinazione della sanzione si ha riguardo ... anche dalla condotta del consumatore ... alla sua personalità ...") gilt seit 17. März 2004 nicht mehr, es wird aber trotzdem empfohlen, für den Fall einer Reklamation den Kassenzettel mitzunehmen.

Italienischer Alpenverein

Wenn Sie öfters in den italienischen Bergen unterwegs sind, sollten Sie natürlich auch Mitglied im Club Alpino Italiano werden. Die Atmosphäre ist recht familiär und der Laden ist zum Glück nicht total verkommerzialisiert wie der Deutsche Alpen-ADAC, äh, Verein. Der CAI ist satte 140 Jahre alt und hatte im Jahr 2001 sage und schreibe 308000 Mitglieder (zum Vergleich: DAV Deutschland 649000, ÖAV Österreich 282000, SAC Schweiz 97000, CAF Frankreich 91000, PZS Slowenien 72000, AVS Südtirol 35000, LAV Liechtenstein 2000). Empfehlenswert ist beispielsweise die sehr aktive Sektion Varallo in der Via Durio 14, I-13019 Varallo, Telefon 0163 51530, Fax 0163 54384, E-Mail, die auch etliche Dutzend Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat. Varallo hat gerade mal 7000 Einwohner, aber zusammen mit den Subsektionen Alagna (GTA-Etappenort unmittelbar am Fuß der riesigen Südwand des Monte Rosa), Borgosesia, Ghemme, Grignasco, Romagnano und Scopello hat die traditionsreiche CAI-Sektion Varallo über 3000 Mitglieder und besitzt sage und schreibe neunzehn Biwaks, Stützpunkte und Hütten, darunter auch die höchste Hütte im gesamten Alpenraum, die Capanna Margherita 4559 m auf dem Gipfel der Punta Gnifetti des Monte Rosa, Direkt-Telefon 0163 91039. Der CAI Varallo dürfte zumindest europaweit die einzige Alpenvereins-Sektion sein, deren Arbeitsgebiet 200 Meter Höhe, das Niveau der Weinberge von Ghemme, bis zu über 4500 Metern Höhe umfaßt! Das ganze Jahr über werden zahlreiche geführte ein- und mehrtägige Touren angeboten, von Familienwochenenden und Jugendalpinismus über Höhlenbegehungen und Sportklettern sowie leichte und schwierige Bergwanderungen und Hochtouren bis zu Auslandsexpeditionen auf die höchsten Berge der Welt. Das Jahresprogramm 2005 zeigt leider wieder beispielhaft die totale Vernachlässigung des grandiosen Mastallonetals, in dessen Gebiet gerade mal drei Wanderungen durchgeführt werden:

Absolut sehenswert ist die hervorragende Präsentation der Sektionsarbeit alljährlich bei der Alpaa Mitte Juli, dem größten Fest im Sesiatal, in einer alten ehemaligen Kirche im Herzen der Altstadt. In dieser Ausstellung gibt es sogar eine begehbare "Höhle" sowie ein "Zimmer" von der "Kopfwehhütte" Capanna Margherita mitsamt dem Panorama-Ausblick vom höchsten Stockbett in ganz Europa. Der CAI Varallo gibt auch zahlreiche eigene Wanderkarten und Führer sowie großartige Farbposter heraus; Einzelheiten stehen hier. Der Mitgliedsbeitrag für 2005 beträgt 32 EUR; Sie erhalten dann auch monatlich die Zeitschrift "Lo Scarpone" und außerdem sechsmal jährlich eine Beilage mit ausführlichen Beschreibungen von interessanten Touren nicht nur in den italienischen Alpengebieten von den Dolomiten bis nach Ligurien, sondern auch im gesamten Appennin und auf den kleinen und großen Inseln.

Geheimtip für Leute, die gut Italienisch sprechen: anders als der Name vermuten läßt, sind die Aktivitäten des CAI nicht beschränkt auf die Alpen, die bekanntlich am Ostrand der Ligurischen Alpen enden und gerade mal 33 Prozent der Fläche aller italienischen Berggebiete ausmachen. "Hinter" Genua geht es erst richtig los, zweitausend Kilometer weit über den "Stiefel" hinunter bis zu sämtlichen großen und kleinen Inseln: es gibt in ganz Italien hohe, einsame und wilde Berge! Wer Italien nur vom langweiligen und teuren Badeurlaub her kennt, der wird sich zumindest vage daran erinnern, daß praktisch überall irgendwelche Berge im Hintergrund herumstehen. Insgesamt hat Italien 160920 Quadratkilometer Berggebiete, das ist über 10 % mehr als die Gesamtfläche von Nepal oder Tadschikistan! Daher gibt es in zahlreichen Orten auch Sektionen des CAI mit engagierten Einheimischen, die sich in ihrer Heimat hervorragend auskennen und die oft das ganze Jahr über außerordentlich interessante Bergwanderungen und Familienausflüge und Höhlenbefahrungen und Mountainbiketouren und Schneeschuhwanderungen und Skitouren und Sportklettern und noch viel mehr anbieten. Viele Sektionen veröffentlichen ihr komplettes Programm mitsamt den Adressen und Telefonnummern der Ansprechpartner im Internet. Wer Alpenvereinsmitglied ist und höflich anfragt, kann gerne teilnehmen und erlebt Abenteuer, die mangels Ortskenntnis von den üblichen Kommerz-Reiseverunstaltern gar nicht erst angeboten werden können und die dann sowieso ein Vermögen kosten würden. Als Beispiel nennen wir die nur 11 Mitglieder zählende Sektion Salerno, die zusammen mit den Sektionen Neapel und Cava dei Tirreni eigene Karten und Führer veröffentlicht und die zum Selbstkostenpreis solche Perlen anbietet wie die mehrtätige "Grande Traversata dei Monti Picentini" oder gar ein mehrtätiges Trekking auf der Sorrentinischen Halbinsel mit phänomenalen Aussichten weit oberhalb der Amalfi-Küste: die "Alta Via dei Monti Lattari"!

Deutscher Alpenverein und Massentourismus

Glücklicherweise ist aufgrund der geringen Kapazität der Übernachtungsmöglichkeiten ein Massentourismus auf der GTA logistisch nicht durchführbar. Vor einigen Jahren belegte ein total kommerzielles Reisebüro, das den (ehemals...) guten Namen des Deutschen Alpenvereins knallhart mißbraucht - der sogenannte "DAV Summit Club" - dringend benötigte GTA-Unterkünfte mit stationären Touristengruppen und versuchte mit seiner Monopolstellung erst noch, die Posto-Tappa-Betreiber im sowieso schon korrekten Übernachtungspreis auch noch herunterzuhandeln! Teilweise wurden echte GTA-Weitwanderer in den betroffenen Posti Tappa sogar abgewiesen und kamen dadurch in große Schwierigkeiten. Erst durch organisierte und massive Austrittsdrohungen zahlreicher Alpenvereins-Mitglieder konnte erreicht werden, daß derartige Kommerzgruppen zumindest entlang der GTA auf ihre sattsam bekannten Rücksichtslosigkeiten in Zukunft verzichten. Inzwischen haben nämlich auch die Posto-Tappa-Betreiber sehr wohl realisiert, daß die GTA von einem stetigen Strom von Einzelwanderern lebt und nicht von Kommerzgruppen, die allenfalls einmal im Jahr für ein paar Tage aufkreuzen und dann auch noch auf gut deutsch die Sau rauslassen, und sie weisen größere Gruppen daher prinzipiell ab. Im "Panorama" April 2002 des DAV schrieb ein Mitglied auf Seite 113: "Individual-Trekker sind den vom Tourismus Abhängigen ohnehin lieber als die ausbeuterischen Organisationen à la Summit Club." Aus diesen Gründen erteilen wir auch keinerlei Auskünfte an derartige Reiseverunstalter und ihre Kommerzgruppen. Ausgerechnet der allmächtige Geschäftsführer dieses völlig rücksichtslosen Reisebüros schreibt dann in "Berge" Januar 2002 "Eine faire wirtschaftliche Behandlung der Grundsätze für sozial- und umweltsensibles Verhalten von Seiten der Gäste ist Gebot." We're tickled to death. Ist die Heuchelei dieses sogenannten "DAV Summit Club" eigentlich noch zu überbieten? Die Mentalität dieses Herrn Sturm trat schon vor einem Vierteljahrhundert glasklar zutage, als er in Alpinismus 3/1978 schrieb: "Wenig Verständnis kann ich einem kleinen Kreis sogenannter Individualisten entgegenbringen, die sich lautstark gegen 'organisiertes Reisen' stemmen ..." Damals mußte er nämlich reichlich frustriert zur Kenntnis nehmen, daß schon laaaaaange vor ihm viele unabhängige Individualreisende auf eigene Faust das Trekking in Nepal für sich entdeckt hatten und daß er mit seinen Kommerzgruppen wieder mal wie die alte Fasnet zehn Jahre zu spät kam - genauso wie Mitte der neunziger Jahre auf der GTA! Daß sich dieser sogenannte "DAV Summit Club" in seiner unglaublichen Arroganz einen Dreck um die Sitten und um die Religion der bereisten "Eingeborenen" schert, bestätigt auch die Tibet-Expertin Ludmilla Tüting im Trotter November 2002: "Höchstens gläubige buddhistische Pilger dürfen den heiligen Pfad, der ins Innere des Kailash-Massivs führt, erst nach 13-facher Umrundung desselben begehen. Doch das kümmert den kommerziellen Arms des DAV, den DAV Summit Club, offensichtlich nicht. Er bietet in diesem Jahr eine "mystische Wallfahrt" auf der zweitägigen Inneren Kora an, und das gleich an mehreren Terminen. Dabei haben westliche Touristen in dem inneren Heiligtum nichts zu suchen." Beim Deutschen Alpenverein wundert einen allerdings überhaupt NIX mehr! In den letzten Jahren wurde er brutalstmöglich verkommerzialisiert: man denke nur an die skandalöse, als "Leserumfrage" getarnte vollkommerzielle Datenerhebung für die sogenannte "Outdoor"industrie im PANORAMA vom Juni 2004 (Original-Kostprobe: "Welche Eigenschaften kennzeichnen Schuhe von Lowa? Kennen Sie schon den neuen Internet-Auftritt von Vaude? Wieviel Geld verdienen Sie?"). In diesen Zweimonatsheftchen kann zwischen redaktionellen Artikeln und nachgedruckten Propagandalügen der Bergsportindustrie - man denke an das überaus lächerliche "winddicht, wasserdicht, atmungsaktiv" des DAV-Werbe-Großkunden Schöffel - schon seit vielen Jahren nicht mehr unterschieden werden, weil derartige Propagandalügen nicht einmal mehr ansatzweise als solche gekennzeichnet werden: schöne neue Welt der totalen Manipulation und ein Fall mehr für den Deutschen Presserat. Beim Schweizerischen Alpenclub dagegen wird beim Nachdruck von Werbetexten und -fotos selbstverständlich korrekt angegeben "PR-Text" und "PR-Foto" - siehe DIE ALPEN Dezember 2002 Seite 56; dasselbe ist auch für den Österreichischen Alpenverein eine Selbstverständlichkeit: ALPENVEREIN Januar 2003 Seite 10 et al schreibt korrekt "Nach Selbstangabe der Industrie - außer Verantwortung der Redaktion bzw. des ÖAV"!

Mikro-Kraftwerke

Der Staatsmonopolist ENEL hat jetzt definitiv mit dem Bau von zahlreichen Mikro-Wasserkraftwerken in den piemontesischen Alpentälern für die ewig energiehungrige, voll industrialisierte und total übervölkerte Po-Ebene begonnen. Der alleine in der Provinz Vercelli geplante Wahnsinn ist hier beschrieben, und potentielle Naturvernichter können sich auf dieser Webseite gleich die nötigen Antragsformulare herunterladen. Überleitungsstollen, Staudämme und Wasserkraftwerke werden bewirken, daß in vielen idyllischen Tälern unterhalb eines Niveaus von 800 - 1100 Metern kein Wasser mehr fließen wird - mit den verheerenden Folgen für das Mikroklima und die Pflanzen- und Tierwelt, die wir schon vor zwanzig Jahren in Kärnten feststellen mußten: dort hatte die KELAG beispielsweise im Maltatal extra für die lästigen Tagestouristen ferngesteuerte "Druckknopf"-Wasserfälle mit einer "Stoßbeschickung" von Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr eingerichtet ... Zur "Akzeptanzverbesserung" wird der nichtsahnenden Bevölkerung vor Ort dann schnell mal eine neue Brücke hier und billiger Strom da versprochen. Nach uns bestens bekannten Informanten kassiert die Gemeinde Rimella beispielsweise täglich 50 EUR. Für weniger als 200 Meter Höhenunterschied bei realistisch geschätzt 3 (drei!) Kubikmeter pro Sekunde durchschnittlicher Schüttung werden dafür zwei ursprüngliche Bergflüsse zwischen San Antonio und Madonna delle Rumore und Alpe Prato di Caval total trockengelegt. Eine Übersichtskarte sämtlicher Wahnsinnsprojekte im Sesiatal findet sich hier; 9a, 9b und 9c bezeichnen die jetzt errichteten Fassungen der ursprünglichen Bergbäche Bise Rosso bei San Antonio, Scarpiola bei Pianello und Landwasser bei San Gottardo. Wie sich so ein Projekt rechnen soll, wenn der acht Mann starke Spezial-Bautrupp aus Augusta in Sizilien (!) eingeflogen wird und wenn schon der Vorarbeiter 3500 EUR pro Monat verdient und wenn wegen unglaublicher Planungsfehler die Gesamt-Bauzeit zwei oder gar drei Jahre statt ein Jahr betragen wird und wenn es keinen Schnee mehr gibt und wie im Jahre 2003 von Februar bis September eine langanhaltende Dürre mit völlig ausgetrockneten Bergbächen und wenn die maximale zusätzliche Wasserkraftnutzung in ganz Italien sowieso nicht einmal lächerliche 1 (ein!) Prozent des prognostizierten Fabbisogno Energetico Nazionale bringt, lassen wir uns von der ENEL und von den bergwassergeilen selbsternannten "Umweltschützern" aus Mailand und Turin gerne vor Ort in Rimella ausführlich erklären. Believe it or not: die überaus lächerliche "Planung", die wir mit eigenen Augen gesehen haben, wird in der Tiefebene von Vercelli und Turin von jungen "Geometern" zusammengepfuscht, die niemals ihr klimatisiertes Büro verlassen und die sich deswegen mangels Realitätsbezug auf die berüchtigten 80 Jahre alten Militärkarten aus der vor-Mussolini-Zeit beziehen und die noch nie einen Bergbach aus der Nähe gesehen haben. Per questo sind deren Pläne dermaßen katastrophal falsch, daß die Ingenieure vor Ort sich im Juni 2002 genötigt sahen, uns (!) um massive Hilfe bei der Festlegung von Geländepunkten für Wasserfassungen zu bitten, da sie selbst weder über exakte Digitalkarten verfügen geschweige denn über GPS-Erfahrung oder gar -Geräte ... R. sagte im Januar 2005 am Telefon: "Giorgio, stell dir vor, was passiert ist. Du wirst es nicht glauben, aber die Bauarbeiter sind wieder da. Du hast schon vor drei Jahren gesagt, daß das Wasserschloß unten in der Kurve sieben Meter höher liegt als die Wasserfassung bei San Antonio und daß auch in Rimella das Wasser nicht bergauf fließt. Außer uns hat dir keiner geglaubt, aber du hast natürlich recht gehabt. Auf der San-Antonio-Turbine hat es keinen Wasserdruck und sie müssen alles wieder aufreißen und umbauen. Der U. und alle anderen Freunde, die schon immer dagegen waren, lachen sich tot, und wenn du kommst, machen wir ein Fest." Laut Corriere Valsesiano vom 01. August 2003 kassiert die Gemeinde Rimella "15000 euro annuali che verranno versati dalle casse communali dalla società derivante". Es kommt noch besser: im September 2002 wurde bekannt, daß die ENEL den gesamten Sesiafluß zwischen Balmuccia und Doccio, also auf einer Länge von über 20 Kilometern, total ableiten will. Das geplante Rohr für dieses von der Bevölkerung mehrheitlich und nachdrücklich abgelehnte Wahnsinnsprojekt soll unglaubliche 5 Meter Durchmesser haben! Wir bitten Sie, bei Ihren zukünftigen Wanderungen im Piemont diesbezüglich die Augen und Kameras offenzuhalten und die Einheimischen höflich auf die dramatischen Langzeitfolgen der unkontrollierten Wasserableitung aufmerksam zu machen. Das Kommittee zur Verteidigung des Flusses Sesia und seiner Nebenflüsse ist wegen interner Streitigkeiten leider mit sich selbst beschäftigt. Eine geplante vier Kilometer lange Ableitung des Mastallone-Flusses im Gebiet der spektakulären Römerbrücke von Gula wurde allerdings unter Umweltgesichtspunkten nicht genehmigt, und die in diesem Dokument dargelegte ausführliche Argumentation kann praktisch für das gesamte Sesiatal hergenommen werden ... Übrigens: die Wasserkraftwerke im Mairatal betreibt die bundesdeutsche Firma Harpen, die wiederum zu 95 Prozent dem Monopolkonzern RWE gehört!

Sicherheit

Im Zeitalter des weltweiten Terrorismus ist die Sicherheit bei einer Auslandsreise noch vor deren Kosten der entscheidende Faktor. Wir reden Klartext und informieren Bergwanderer, die sich für das Piemont interessieren, so konkret und umfassend wie nur irgend möglich, genauso wie wir es auch selbst von den Experten vor Ort erwarten würden. Seit Jahrzehnten sind wir auf eigene Faust in den wildesten Gegenden der Welt unterwegs, von Sabah bis zum Orinoco und von Rodrigues bis Sulawesi und von Jemen bis Sumatra und von Sarawak bis Somalia, und natürlich auch in den faszinierenden unbekannten Berggebieten weit hinter Salerno in Süditalien und eben auch im Piemont. Aufgrund unserer Erfahrungen stellen wir fest: der Lebensstandard in Norditalien entspricht dem in Süddeutschland, und entsprechend vielfältig sind wegen der ähnlichen Mentalität auch die guten Beziehungen zwischen den Metropolen Stuttgart - Mailand und den Bundesländern = Regionen Baden-Württemberg - Lombardei, oder auch zwischen München - Verona/Bologna/Venedig und Bayern - Nordostitalien. "München liegt näher an Bologna als an Berlin", schreibt Henning Klüver in seinem witzigen und lesenswerten Buch "Gebrauchsanweisung für Italien" (ISBN 3-492-27502-8), und wir ergänzen frech: Mailand liegt näher an Tübingen (laut GPS 341 Kilometer) als an Rom (479 Kilometer), und Turin erst recht (400 gegenüber 524 Kilometer)! Die sicheren und somit angenehmen und erst noch typischen Städte sind natürlich hier wie dort die Provinzstädte abseits der Touristenströme und der Großindustrie und der jeweiligen Chaotenregierung, also beispielsweise Tübingen und Novara oder Vercelli oder Cuneo: Tübingen - Genova 458 Kilometer, Dronero am Mairatal 469 Kilometer, Berlin 541 Kilometer, und das ist gut so! Wegen der dramatischen Entvölkerung der Berggebiete gibt es allerdings in ganz Italien einen extremen Gegensatz in der Lebensqualität zwischen den wuchernden Ballungsräumen und dem Hinterland, wie man ihn so bei uns nicht kennt und wie man ihn sich auch ohne eigenes Erleben niemals vorstellen kann. Für den Bergwanderer ist das glücklicherweise von Vorteil: in einem abgelegenen piemontesischen Bergdorf und auf der GTA, wo man oft tagelang keinen Menschen trifft, ist man garantiert sicherer und erst noch preisgünstiger unterwegs als auf einer teuren und gefährlichen Trekkingreise in Kenia, Nepal, Pakistan, Peru oder sonstwo. Experten in diesen Ländern informieren ihre Staatsbürger topaktuell hier (Australien) und hier (Großbritannien) und hier (Kanada hat mit Abstand die beste und ausführlichste Information) und hier (Vereinigte Staaten von Amerika) über die Situation vor Ort, und es wimmelt nur so von Begriffen wie Gewaltkriminalität, Straßenraub, No-Go-Areas, Drogenmafia, Touristenabzockerei, Geiselnahme, Putschversuch, Rassenhaß, Taschendiebstahl, Flugzeugentführung, Prostitution, Falschgeldwechsler, Car-Jacking, Polizistenmord, Stammeskrieg, Kreditkartenbetrug, Landminen, Streik, Religionskrieg, Zugüberfälle und terroristische Anschläge. Wer gerne ins Ausland reist, der informiert sich also am besten VORHER über die Wirklichkeit in seinem vermeintlichen Traumland; NACHHER ist es zu spät! Lesen Sie hierzu auch BERGE Januar 2003 Seite 90-91. Über Italien schrieben die Kanadier im Januar 2005: "The Italian government has warned of an increased threat of a terrorist incident in Italy. Recent security incidents in Europe demonstrate that attacks can occur without warning and against civilian targets. Security measures remain at a heightened level on public transport and in and around major tourist attractions, including the Vatican. Episodes of violence may occur, sometimes involving bomb attacks by organized criminal or extremist groups. The incidence of street crime is similar to that elsewhere in Europe, particularly in large urban centres. Pickpocketing and purse snatching occur at tourist sites, on public transportation, Internet cafés, and at major airports and railway stations. Motorcyclists frequently grab bags and other personal belongings from pedestrians, often resulting in injury. Car theft occurs at gas stations and on highways. Thieves often work in pairs or groups. One or more will distract the victim while another steals. Ensure your vehicle remains in sight when stopping at service areas. There are also reports of individuals staging roadside emergencies (e.g., a smoking engine or flat tire) to persuade drivers to pull over. Thieves then remove personal belongings from the distracted driver's car. Do not leave personal belongings unattended, especially in vehicles. Exercise normal precautions and ensure valuables are secure. In an emergency, call 113 for the police, 112 for the Carabinieri (military police). Travellers should exercise caution and be alert to scams targeting foreigners occur at gas stations, on highways, and on trains. Rail passengers have been offered drugged food or drink and been robbed while sleeping. Ensure your compartment door is securely locked. The Mont Blanc tunnel, an important Alpine pass linking Italy and France, recently re-opened after a three-year closure, with stringent new safety measures, including speed and vehicle-distance limits. Last updated: 2004-12-02." Die Situation entspricht also exakt der in Deutschland: Achtung auf islamische Terroristen. Vorsicht in den größeren Städten, in wichtigen Bahn- und Flughäfen, in Reisezügen, an den Autobahntankstellen und an den bekannten Touristenzielen. Im übrigen ist es ein unglaublicher Skandal, daß sich kein einziges Wort zu alldem in den überaus lächerlichen "Sicherheitshinweisen" des bundesdeutschen "Auswärtigen Amtes" findet - uns Weltreisende wundern allerdings die zunehmend paranoiden Auswüchse der Realitätsverweigerung insbesondere von Berliner Politbonzen schon lange überhaupt gar nicht mehr! Zu den bekannten Touristenzielen in Italien gehören natürlich ausdrücklich NICHT das Sesiatal oder gar die abgelegenen Bergdörfer an der GTA wie Rimella: hier wohnen in manchen Ortsteilen oft nur noch wenige Bergbauern und Handwerker, die sich freuen, wenn Besuch kommt und sich für Land und Leute interessiert. In Rimella und im Sesiatal lebt man sicherer als in Deutschland! In Boccioleto im Sermenza-Tal, einem der Ausgangsorte für unsere interessanten Bergwanderungen im Sesiatal, gibt es ein kleines Kaufgeschäft, das wirklich alles für den täglichen Bedarf anbietet. Wenn abends die wenigen Pendler aus den aussterbenden Bergdörfern weiter hinten im Tal vorbeifahren, ist der Laden natürlich schon geschlossen. Also bestellen sie ihren Einkauf einfach telefonisch, und der Ladeninhaber packt alles in Tüten, schreibt den Namen darauf und hängt das Zeug abends vor die Ladentür, bevor er schließt. Kein Mensch käme auf die Idee, etwas zu stehlen, was ihm nicht gehört! Seine Kunden nehmen ihre Einkäufe dann einfach im Vorbeifahren mit und bezahlen sie irgendwann später. Weshalb die Pendler ihr ganzes Zeug nicht einfach in der Stadt im Supermarkt kaufen? Weil sich ein so kleiner Laden dann nicht mehr halten kann und schließen muß, was für ältere Leute dramatisch ist - siehe die Situation hier vor Ort in Tübingen, einer Provinzstadt mit 83000 Einwohnern, wo es in der ach soooooooo tollen Altstadt kein einziges normales vollsortimentiertes Lebensmittelgeschäft mehr gibt, dafür aber 30 Bäckerbuden (die berühmte 1-A-Lage Neckargasse wurde zur Bäckergasse), 20 Optiker und 10 Telefonläden! - Ein anderer Experte schreibt hier über das Berggebiet südlich des Monte Rosa dasselbe: "Beschränkungen: Kein "wildes" Campen erlaubt. Politische Lage: Kriminalität kein Thema!" Italien war, mit großem Abstand vor Spanien und Österreich, natürlich auch 2004 wieder wie schon in den Vorjahren das beliebteste Reiseziel der Deutschen: Italien 12 Millionen (leicht fallend, gutes bis sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, extrem hohe Wiederholer-Rate von über 90 Prozent - wie Mauritius!), Spanien 10.8 (stark fallend, insbesondere für Familien viel zu teuer), Österreich 6.6 (leicht fallend, langweilig; hat eigentlich von den k.u.k. geheimgeratenen und magistrierten österreichischen "Fremdenverkehrs"-Verwaltern schon mal jemand das revolutionäre GPS für einen halbwegs intelligenten Tourismus eingesetzt? oder gar schon mal was von RINO gehört?), Skandinavien 5.4 (ansteigend, teuer, hohe Wiederholer-Rate), Griechenland 5.2 (stark ansteigend, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis), Frankreich und der Rest der Welt: teuer, arrogant, streikgeil, unsicher, fallend. TUI-Managerin Astrid Clasen-Czaja sagte im April 2004 dem Fachblatt Touristik Aktuell unter der Überschrift Frankreich - Hohe Preise, kleiner Markt: "Wir sehen weiterhin die grundlegende Problematik zwischen Hochpreispolitik und einem im Vergleich zu konkurrierenden Destinationen schwierigen Qualitätsniveau". Auf deutsch übersetzt heißt das: im Vergleich zu anderen Ländern ist Frankreich bei besch... Leistung viel zu teuer. Und in der TA vom 25. Oktober 2004 hat es sogar, man glaubt es kaum, der Chef von Maison de la France endlich kapiert: "Die Deutschen haben sich von Frankreich abgewandt. Ich will dafür sorgen, daß Anbieter, die Deutsche wollen, auch die deutsche Sprache kultivieren. Ein zweites Moment ist der Umgang mit den Gästen, die nicht nur willkommen sein, sondern auch geheißen sein wollen." Das streikgeilste Land der Welt: "Diese Woche wird wieder gestreikt, mit vollem Programm: Dienstag Post, Mittwoch Eisenbahn und Elektrizitätswerke, Donnerstag Krankenhäuser und Schulen, am Samstag alle gemeinsam. Die Beamten fordern 5 Prozent mehr Lohn. 5 Prozent mehr bedeutet 10 Milliarden EUR." schrieb die Süddeutsche Zeitung am 18. Januar 2005. Daraus folgt, daß Frankreichs Beamte die unvorstellbare Summe von 200 Milliarden EUR abzocken, das sind über sechstausenddreihundert EUR pro Sekunde! Kein Wunder also, daß dieses Land so abartig teuer ist! Der nächste Generalstreik fand, keine zwei Monate später, schon am 10. März statt ... - Außerdem bewirken Wirtschaftskrise, Geldmangel, Zukunftsangst, Staatsbankrott und weltweiter Terror, daß das gute alte Bergwandern in Europa gerade auch bei jungen Leuten plötzlich wieder voll angesagt ist. Man sagt jetzt eben "Outdoor" und "Trekking" dazu (weil man dabei treckig wird), zieht ein paar leuchtfarbene Pipapo-Tex-Fetzen an, macht aus einem Hüttenabend oder einem Zeltlager einen "Event", und schon läuft die Sache wie geschmiert - siehe hierzu auch den Leitartikel in ALPIN Juni 2003! Die Messe Düsseldorf hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt und legte angesichts der rasanten Zuwächse der sogenannten "Trekking"-Branche sogar eine neue (!) Messe für Endverbraucher und internationale Fachbesucher auf, die mit über 20000 Besuchern auf Anhieb ein riesiger Erfolg war. Die zweite "Tour Natur" fand 2004 vom 03. bis 05. September statt und bildete wiederum einen durchaus erwünschten "preußischen" Gegenpol zur perfekt etablierten schwäbisch-bayrisch-schweizerischen "Outdoor" in Friedrichshafen am Bodensee.

Das Internet ist nicht kostenlos zu haben, und www.gtaweb.de mit total über 170 Seiten muß selbstverständlich durch die Anwender und Nutznießer - das sind Sie! - finanziert werden. Sollten unsere umfangreichen Informationen zum guten Gelingen Ihrer GTA-Weitwanderung beitragen, wären wir über eine angemessene Spende an Postbank Stuttgart BLZ 600 100 70, Konto 54036709, Jörg Klingenfuß, Verwendungszweck GTA, dankbar. Ihr Beitrag wird ausschließlich für Internetkosten und Telekommunikationsgebühren verwendet, die durch die sehr zeitaufwendige Pflege dieser GTA-Webseite entstehen. www.gtaweb.de kann nur dann weitergeführt werden, wenn wirklich alle GTA-Wanderer mitmachen!


Der Autor
Jörg Klingenfuss
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