

Das Albergo Italia in Varallo ist ein sehr angenehmes Hotel mit einer langen alpintouristischen Tradition. Wir kennen das Haus bestens: es ist der ideale Standort für unsere geführten Bergwanderungen im mittleren Sesiatal und seinen Seitentälern. Varallo ist außerdem der zentrale Ausgangspunkt für die GTA-Etappenorte Rimella, Fobello, Carcoforo, Rima und Alagna. Das obere Mastallone-Tal ist von Varallo zu weit entfernt, dort geht man natürlich ins Albergo Fontana in Rimella, wo wir ebenfalls geführte Bergwanderungen anbieten. Die Besitzer des Albergo Italia gehen selbst gerne wandern, und sie haben ein kleines Wochenendhaus in einem wilden Seitental des Mastallone-Tals. Das Hotelgebäude ist ein uraltes Kloster und fügt sich somit perfekt in die mittelalterliche Altstadt von Varallo ein. Sämtliche Sehenswürdigkeiten sind geradezu ideal in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen, und selbst der weltberühmte Sacro Monte ist über die alten Pilgerwege nur 20 Gehminuten entfernt. Das Albergo Italia verfügt über nur 24 Zimmer mit 48 Betten und ist entsprechend familiär. Im Jahre 2000 wurden die Zimmer komplett renoviert und wirklich komfortabel eingerichtet. Die im nachstehenden Text erwähnten "Zimmer aus der Vergangenheit" haben wir Mitte der 1990er Jahre noch selbst genossen, es gibt sie jetzt natürlich nicht mehr. Den "Salon für Konversation und Musik" - es handelte sich um die Bibliothek - gibt es allerdings immer noch, und die einzigartige Sammlung von englischen, italienischen und deutschen Werken aus der fantastischen Erschließungsgeschichte des gewaltigen Monte-Rosa-Massivs ist alleine schon einen Besuch wert. Im April 2004 wurde der Eingangsbereich renoviert, und bei Malerarbeiten wurden unter der Deckenfarbe der Bibliothek uralte Affreschi (Gemälde) entdeckt und unverändert belassen!
Es versteht sich von selbst, daß das traditionsreiche Albergo Italia auch im spektakulären neuen Panoramafoto-Bildband Montagne del Piemonte 360 Gradi in einem Atemzug mit anderen führenden Häusern aus der Goldenen Zeit des Alpinismus genannt wird: Albergo Alpino auf dem Pian del Re im oberen Valle Po, Albergo Monte Rosa in Alagna im Sesiatal, Albergo delle Alpi in Riva ebenfalls im Sesiatal.
Übersetzung von Jörg Klingenfuß - Initiative Pro Rimella.
"Am 12. und 13. Juli 1856 beehrten der Kronprinz von Savoien - jetzt Humbert der Erste, König von Italien - und sein Bruder Amadeus, Herzog von Aosta, dieses Hotel mit ihrem Aufenthalt."
Diese Worte finden sich auf dem ältesten der drei Medaillons, welche im Eingangsbereich ausgestellt sind. Sie bezeugen die uralte Hotel- und Tourismus-Tradition des Hauses und der Stadt Varallo.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Gebäude ein Kloster der Ursulinen. Es bildete eine Einheit mit dem heutigen Caffè Roma, von dem aus der Kreuzgang sichtbar ist. Offensichtliche Zeugnisse davon sind die architektonischen Besonderheiten wie die Kreuzrippen-Gewölbe sowie die Zimmer im ersten Stock, die früher Klosterzellen waren.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude von Privatleuten erworben und zu einem Hotel umgebaut mit der heute noch sichtbaren Struktur. Dies war der Beginn einer langen Tradition der Gastlichkeit, die sich perfekt einfügt in die verschiedenartigen geschichtlichen und gesellschaftlichen Umfelder der Stadt: vom Stolz auf die königlichen Gäste bis zum vornehmen englischen Tourismus der Jahrhundertwende, vom Prunk der Belle Epoque bis zur Unterkunft für Soldaten und zur Stallung für Pferde, von den Hochzeiten und den Bällen im Salon bis zur Ausgelassenheit des traditionellen Karnevals, und schließlich bis zum Niedergang des Tourismus in den 1960er und 70er Jahren ...
"Im Albergo Italia in Varallo schämten sie sich dafür, mir "ein schlechtes Zimmer mit Blick auf den Innenhof" zu geben. Es war aber im Gegenteil ein Genuss aus der Vergangenheit mit alten Wasserhähnen, Nachttopf, wackeligem Tischchen, wohlriechendem Kleiderschrank und Wäschekommode ... Vor hundert Jahren hätte ich die Rufe der Postkutschenfahrer gehört ... Im ersten Stock gibt es einen Salon für Konversation und Musik. Beinahe wie im Märchen!"
Guido Ceronetti: "Eine Reise durch Italien", Verlag Einaudi, 1983
Die Geschichte des Tourismus im Sesiatal und in Rimella steht hier.
Im Restaurant des Albergo Italia wird den traditionellen Gerichten aus dem Sesiatal besondere Aufmerksamkeit geschenkt, ohne die besten Angebote der italienischen Küche zu vergessen. Das Albergo Italia organisiert auch Empfänge und Buffets im riesigen ehemaligen Ballsaal. Ebenso wie die Inhaber des Hotels stammen auch die Köche aus nahegelegenen Bergdörfern, und sie wissen aus eigener Erfahrung, was hungrige Bergwanderer wünschen. Claudio beispielsweise ist im inzwischen völlig verlassenen kleinen Erbareti di Sabbia aufgewachsen und er mußte jeden Tag ins Tal absteigen und wieder hinauf nach Salaro in die Schule, was in den 1960er Jahren im Winter je nach Schneelage eine regelrechte Expedition in der weißen Hölle des Sabbiatals war - nota bene: damals gab es weder GPS noch Lawinenpiepser, Schneeschuhe oder Taschentelefon! Er ist einer von vielen einheimischen Freunden, denen wir unschätzbare Hinweise auf uralte Wegspuren verdanken, beispielsweise von Erbareti im wilden, völlig einsamen und seit Jahrzehnten verlassenen Talschluß des Val Sabbiola zur mysteriösen Alpe Palazzo oder über die Alpen Tapone und Ghiaccio in nur 2½ Stunden auf den hervorragenden Aussichtsgipfel Massa del Turlo! Nachstehend finden Sie eine typische Speisekarte, übersetzt von Jörg Klingenfuß - Initiative Pro Rimella.
Vorspeisen
Fleischgerichte
Kalb
Tageskarte 2004: erster Gang EUR 4,00, zweiter Gang EUR 7,00
Geheimtip für Schwaben
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