MIDI-FILES
Good Vibration
Beach Boys
Amerikanische Gruppe um das Trio der Brüder Brian, Carl und Dennis Wilson, geb. am 20. Juni 1942, 21. Dezember 1946 und 4. Dezember 1944 in Hawthorne, California. Die Gruppe wurde 1961 in Hawthorne in der Besetzung mit Brian W. (vo, keyb, lyrics/music), Carl W. (vo, g), Dennis W. (vo, dm, keyb), Mike Love (vo) und Alan Jardine (vo, rhythm g) gegründet, spielte aber zuerst als Kenny And The Cadets und Carl And The Passions, ab Dezember 1961 dann als Beach Boys.
Die Gruppe dokumentierte früh Verbundenheit zu Surfmusik und amerikanischen Gesangsgruppen wie The Hi-Los und den Four Freshmen. Über Murray Wilson (44), den Vater der Wilson-Brüder und Manager der Gruppe bis 1964, unterzeichneten sie im Frühjahr 1962 bei Capitol und nahmen auf diesem Label bis zum Herbst 1969 ihre Platten auf.
Sie debütierten im Mai 1962 mit der Single Surfin' Safari/409. Sowohl A- als auch B-Seite kamen in die Billboard Hot 100. Die Beach Boys wurden rasch eine der beliebtesten Gesangsgruppen des US-Surf-Rock, mit Aufnahmen wie Surfin' USA, Shut Down und Little Deuce Coupe (alle von 1963).
Von 1963 bis 1965 arbeiteten die Beach Boys mit Jan & Dean zusammen, aber bereits auf (4) entfernten sie sich von reiner Surfmusik und wechselten zu einem flexibleren, später extrem komplexen und komplizierten Sound, der sich auf gesangliche Fähigkeiten der Gruppenmitglieder und auf Multitracking und andere moderne Studiotechniken stützte. Dies war in erster Linie Brian Wilson zu verdanken, der in den Jahren 1963/64 stark von Phil Spector beeinflußt wurde. So konnten die Beach Boys auch außerhalb der USA populär werden.
Im November 1964 spielten sie erstmals in Europa und tourten von 1964 bis 1966 ebenfalls durch Kanada, Japan, Australien und im Fernen Osten. Derweil hatten sie mehrere Hits mit Songs wie Fun, Fun, Fun und I Get Around (von 64), Help Me, Rhonda und California Girls (von 65) und Barbara Ann und Sloop John B. (von 66).
Im Frühjahr 1965 setzte Brian Wilson seine Auftritte mit der Gruppe für 12 Jahre teilweise wegen seiner Drogenprobleme aus. Danach konzentrierte er sich darauf, für die Beach Boys zu komponieren und zu produzieren. In der Gruppe ersetzte ihn Glen Campbell (vo, g) und später Bruce Johnston (vo, g), der vorher (41-42)veröffentlicht hatte.
Im folgenden Jahr erschien (12) und im Oktober dieses Jahres die Single Good Vibrations, die den Höhepunkt in der Entwicklung der Beach Boys zu einer komplexen und extrem anspruchsvollen Studioband markierte, einem Prozeß, der Brian Wilson mit den restlichen Gruppenmitgliedern in Konflikt brachte.
Auf der LP Smile begann Brian Wilson eine Zusammenarbeit mit dem Songschreiber Van Dyke Parks; die LP erschien jedoch nur stückweise auf (13) und (19).
Nach einer Zeit der Zusammenarbeit mit neuen Studiomusikern und Textern (drunter Massenmörder Charles Manson) trafen die Beach Boys im Dezember 1967 in Paris den Maharishi Mahesh Yogi, woraufhin sie sich stark für seine Lehren interessierten. Im Frühjahr 1968 waren sie mit dem Maharishi und
Donovan und den Beatles in Indien, im Mai desselben Jahres tourten sie mit dem Maharishi durch Colleges in den USA.1968 gab die Gruppe Konzerte in der CSSR und in London (17) und nahm einige Singles auf, die ihre Wurzeln wieder in der Surfmusik hatten, wie z. B. Do It Again und Break Away; diese Stücke erschienen 1969 auf ihrer letzten Platte bei Capitol. Die Beach Boys hatten zu jener Zeit das Label Brother Records gegründet.
1970 spielten sie auf dem Big Surf Festival in Monterey und machten ihre erste LP auf eigenem Label (18), gleichzeitig die letzte LP mit Brian Wilson als musikalischem Direktor. Mit dieser Platte begann eine Periode unsteter Produktionen mit veränderlicher Besetzung, wie z. B. mit Daryl Dragon (keyb), Ricky Fataar (dm) und Blondie Chapin (b) (die beiden letztgenannten Ex-The Flame).
1971 beendete Bruce Johnston seine Arbeit als ständiges Mitglied der Gruppe und arbeitete fortan an einer Solokarriere (43). Er blieb aber weiterhin als Produzent mit den Beach Boys in Kontakt. Im folgenden Jahr zog die Gruppe eine Zeitlang nach Amsterdam, wo (21) sie aufnahmen.
Von 1973 bis 1976 veröffentlichten die Beach Boys nur eine neue Platte, die Single Child Of Winter vom Dezember 1974. Ansonsten war diese Zeit geprägt von Spannungen zwischen der Gruppe und der Vertriebsfirma Reprise sowie internen Streitigkeiten. Zu dieser Zeit legten auch Capitol und Reprise verschiedene Aufnahmen der Beach Boys neu auf, etwa (22) mit Live-Aufnahmen aus den Jahren 1972/73.
Seit 1976 arbeitete Brian Wilson wieder mit den Beach Boys als Songschreiber. (23) war jedoch kein großer Erfolg. Mehr Aufmerksamkeit konnten sie mit (24) auf sich ziehen, einer Produktion, die auf den Sound von Phil Spector aus den Sechzigern zurückgriff. 1978 nahmen sie (25), wieder mit Bruce Johnston als Gruppenmitglied, auf, und 1979 veröffentlichten sie (26) auf ihrem Label Caribou. Sowohl Dennis als auch Carl Wilson und Mike Love hatten sich in dieser Zeit schon nach anderen Betätigungsfeldern umgesehen. So erschien Mike Love beispielsweise auf (39-40). Als Beach Boys hatte die Gruppe einige Hitsingles wie z. B. Lady Lynda (1979) und Come Go With Me (1982).
Am 28. Dezember 1983 ertrank Dennis Wilson in Marina Del Rey in California, und erst 1985 erschien eine LP mit neuem Material von den Beach Boys, die als erste LP seit 1980 Dennis Wilson gewidmet war.
Am 13. Juli 1985 traten die Beach Boys beim "Live Aid"-Konzert in Philadelphia auf.
Im Juli 1986 beging die Gruppe ihr 25jähriges Jubiläum mit der Herausgabe der Compilation-LP (29), auf der auch zwei neue Stücke des Produzenten Terry Melcher enthalten waren. Im selben Jahr hatten die Beach Boys wieder eine kleine Hitsingle, California Dreamin', mit dem Gitarristen Roger McGuinn (g). 1987 begann Brian Wilson seine Arbeit an der Solo-LP (34), die die erste Aufnahme unter eigenem Namen seit der Single Caroline, No von 1966 werden sollte. (34) wurde koproduziert und -komponiert von Wilsons Therapeuten und geistigem Betreuer Eugene Landy, dessen positiver Einfluß auf den neurotischen Brian Wilson Anfang der Neunziger von seinen engsten Vertrauten stark bezweifelt wurde.
Im Juli 1987 hatten die Beach Boys wieder einen kleinen Hit mit Wipeout, die mit der Rapgruppe The Fat Boys aufgenommen wurde. Im Juli 1988 erschien (34), und im September tourten die Beach Boys durch die USA, immer noch ohne Brian. Im September jenes Jahres beteiligte er sich jedoch an der zehnten "Beach Boys Convention" in London. Zu dieser Zeit hatte die Gruppe in den USA eine Single auf Platz 1 der Charts, mit dem Song Kokomo aus dem Film Cocktail.
Dieser Song, von einem Team um John Phillips und Scott McKenzie geschrieben, bescherte der Gruppe die erste Nr. 1 seit ihrem Good Vibrations aus dem Jahr 1966. Im selben Jahr ging der ehemalige Manager der Gruppe Stephen Love (Bruder von Mike Love) wegen Manipulierung der Gruppenfinanzen für fünf Jahre ins Gefängnis.
1989 verklagte Brian Wilson seinen Vater wegen nichtgezahlter Lizenzgebühren. Dies war nur das erste einer Reihe ähnlicher Gerichtsverfahren. Im Sommer 1989 tourten die Beach Boys wieder durch die USA, jetzt wieder mit Brian Wilson, und hatten im August einen kleinen Hit mit Still Cruisin' (30) aus dem Film Lethal Weapon 2.
1990 hatten Brian Wilsons Töchter beträchtliche Erfolge mit der Gruppe Wilson Phillips. Es war auch das Jahr der Single Problem Child aus dem gleichnamigen Film, die von Terry Melcher geschrieben und produziert wurde. Im Januar 1991 gab Brian Wilson ein Solokonzert im China Club in Hollywood. Bei einem Besuch der Gruppe in Dänemark am 22. Juni 1991 spielten sie wieder ohne Brian, diesmal aber mit Carl Wilson, Al Jardine, Mike Love und Bruce Johnston.
Die wichtigsten Produktionen der Beach Boys fallen in den Zeitraum von 1963 bis 1967. Es sind Rock- und Pop-Klassiker, die mit denen der Beatles mithalten können. Aber die größte Stärke wie auch die größte Schwäche der Beach Boys lag in ihrer großen Abhängigkeit von Brian Wilsons kreativem Talent, das in den Jahren 1966/67 am fruchtbarsten war. Die späteren Aufnahmen der Gruppe konnten dem Bild der Beach Boys eigentlich nichts Neues hinzufügen. Im Gegenteil: die ständigen Wiederholungen von "Sonne, Sommer und Liebe" hatten in der Rockszene der Achtziger bereits etwas Pathetisches an sich.
In den Neunzigern wurden die Aufnahmen der Beach Boys neu überarbeitet und auf CD herausgebracht.
Neben der Arbeit mit den Beach Boys, die seit 1961 Konzerte gegeben haben, waren die Mitglieder der Gruppe auch an anderen Projekten beteiligt-:. Brian Wilson zeitweise als Produzent und Komponist in Verbindung mit den Honeys u. a. Als Songschreiber arbeitete er für Künstler wie Dean Torrence, Terry Melcher, Roger Christian und Gary Usher.
Von den Beach Boys existieren Aufnahmen in unzähligen Kombinationen. In der folgenden Diskographie sind nur wenige Neuerscheinungen aufgeführt, mit Ausnahme von (20), auf der auch (12) enthalten ist. Im CD-Zeitalter wurde eine Reihe von Aufnahmen in neuen Abmischungen, neuen Kombinationen und zusammen mit bis dahin unveröffentlichtem Material (31, 33) herausgebracht.
Die umfangreichen Produktionen von der Beach Boys wurden in verschiedenen diskographischen Arbeiten wie u. a. "Surf's Up" (USA 1982) beschrieben. Die Geschichte der Gruppe kann in Stephen Gaines' Heroes & Villains: The True Story Of The Beach Boys (USA.86) nachgelesen werden. Im Oktober 1991 veröffentlichte Brian Wilson das Buch Wouldn't It Be Nice: My Own Story, in dem er unter anderem Kritik an seinem tyrannischen Vater übt.
Die größten Hits
in D - GB - USA
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