2. Die Staatsfinanzen
Ein Staat, die Organisationsform, in der die Menschen
friedlich und geordnet miteinander leben können, ist notwendig. Er hat
wichtige Aufgaben im Interesse der Menschen zu erfüllen. Er braucht Geld, um
diese Aufgaben wahrnehmen zu können.
Nichts ist schlimmer, als wenn ein Staat nicht funktioniert!
Sehen Sie die Beispiele Irak, Russland, dem ehemaligen Jugoslawien, Rumänien,
Albanien, Algerien, Somalia, Zaire, Ruanda-Burundi, Nigeria oder auch die
maffiosen Erscheinungen sogar in Italien an! Und nicht umsonst bezeichnen es
die großen Parteien in Deutschland ebenfalls als vordringliche Aufgaben des
Staates, die "innere Sicherheit" zu verbessern.
Alles, was im Folgenden zu sagen und beschreiben ist, sehen
und werten Sie bitte vor dem Hintergrund der absoluten Notwendigkeit eines
funktionierenden Staatswesens.
Der Staat deckt seine Ausgaben im Wesentlichen durch
Steuereinnahmen, wobei er bestrebt sein muss, ein "gerechtes"
Steuersystem zu benutzen. Das Staatsvolk muss das Steuersystem als notwendig
erachten und es akzeptieren. Die Belastungen der "armen" und der
"reichen" Staatsbürger müssen unterschiedlich gestaltet werden. Einen
Anlass zu großen Diskussionen und zum Anzweifeln der Steuergerechtigkeit darf
es nicht geben.
Die Einnahmenseite
Die indirekten Steuern haben den Vorteil der
"objektiven Basis", d.h., die Besteuerungsgrundlage ist von der
Leistungsfähigkeit und den persönlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen
unabhängig. Dem Vorteil der relativ einfachen Erhebung bei bestehender
Akzeptanz, steht der Nachteil des "Anscheins der Ungerechtigkeit"
gegenüber, weil eben die persönliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen
nicht berücksichtigt wird.
Unsere Steuer auf das Einkommen (direkte Steuer) deckt
die Forderung nach Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse ab, weil sie
zwischen "einkommensschwach" und "einkommensstark"
unterschiedlich ausgestaltet ist. Das im Laufe der Zeit stark „aufgeblähte“
System ist aber weitgehend undurchsichtig geworden. So verschleiert es, wer was wirklich an Steuern zu tragen hat.
Kaum jemand schaut wirklich noch durch!
Mit Ausnahme der Lohnsteuer ist die Erhebung der
Einkommensteuer (wie aller direkten Steuern) nur mittels aufwendiger Regelungen
zur Ermittlung der Besteuerungsbasis möglich, die sehr viele Unsicherheiten
enthalten. Es entstehen gewollte oder ungewollte" Schlupflöcher",
durch die die Steuerpflichtigen dem Zugriff des Fiskus möglicherweise
entkommen. Neben einer sehr komplizierten Gesetzgebung zur
Einkommensermittlung bedarf es großer Anstrengungen, um die steuerbaren
Einkommen vollständig und zutreffend zu ermitteln, zu veranlagen und
gegebenenfalls nachträglich noch einmal zu prüfen (steuerliche Außenprüfung).
Sehr häufig gibt es Streitigkeiten zwischen dem Fiskus und den
Steuerpflichtigen über die Anwendung und die Auslegung der steuerlichen
Vorschriften mit der Folge aufwendiger Einspruchs- und Gerichtsverfahren, die
Jahre bis zu ihrer Entscheidung brauchen.
Die Ausgabenseite
Leider hält sich kein Staat mit seinen Ausgaben im Rahmen der Steuereinnahmen, sondern er verschuldet sich zusätzlich, um seinen oft unverantwortlich ausufernden Etat auszugleichen. Die Verschuldung führt zu einer Einschränkung der Verfügbarkeit der Steuereinnahmen, weil das aufgenommene Fremdkapital "bedient" werden muss. Für Zinsen und Tilgungen werden von Jahr zu Jahr mehr Haushaltsmittel des Staates vorab verbraucht. Die Staatsverschuldung nimmt exponentiell zu.
(Nebenwirkungen: Da das Kapital
im Wesentlichen von "einkommensstarken" Bürgern aufgebracht und dem
Staat zur Verfügung gestellt wird, entsteht durch die Bedienung des aufgenommenen
Kapitals eine Umverteilung des Einkommens zugunsten der Reichen. Das
Ungleichgewicht in der Einkommensverteilung wird größer. Der Staat sorgt,
indem er sich verschuldet, dafür, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer
werden.
Der Staat selbst
verliert mit zunehmender Verschuldung an Kredit. Sein „Rating“ sinkt und damit
seine internationale Kreditwürdigkeit. So lange er noch Kapital aufnehmen kann,
so lange werden seine Kreditkosten immer mehr steigen, denn Kreditgeber lassen
sich das höhere Ausfallrisiko durch höhere Zinsen bezahlen. )
Die wirtschaftliche
Basis
Diese Beschreibung der Situation des Staates sollte
ausreichen, um Ihnen die Unausweichlichkeit der staatlichen Geldbeschaffung zu
demonstrieren. Dieses System der Staatsfinanzierung funktioniert dann relativ
gut, wenn die Wirtschaft im Lande floriert.
Viel Kapital im Lande, viel Investitionen, viel Umsatz, viel
Einkommen, viel erfolgreiche wirtschaftliche Aktivität der Bürger garantieren
dem Staat hohe Einnahmen und große Kreditmöglichkeiten. Der Staat muss daran
interessiert sein, die Wirtschaft seines Landes zu fördern, anzuregen und auf
keinen Fall zu behindern. Deshalb muss auch sein Steuersystem der
Wirtschaftsverfassung angepasst sein. Das Steuersystem muss von den Bürgern
akzeptiert und eingehalten werden.
Ein Einfluss des Staates auf die Wirtschaft über das
Steuersystem ist nicht, oder kann nur in Ausnahmefällen, für die Wirtschaft
und damit für die langfristige Sicherung der Staatsfinanzen von Nutzen sein.
Geradezu unverantwortlich wäre es aber, wenn der Staat mit seinem Steuersystem
in negativer Weise in die Wirtschaft eingreifen würde.
Die Zielsetzung
Auf diesen Homepage-Seiten soll versucht werden, Ihnen
verständlich zu machen, wie und womit der Staat gerade dies tut und welche
Folgen es für die Wirtschaft dieses Landes, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf
internationalen Märkten, für die Arbeitslosigkeit, für die Renten- und Krankenversicherungsmiseren
und vieles andere hat.
Die großen, leider total wirkungslosen, Diskussionen über die
Probleme der Besteuerung und des Standortes Deutschland unter den Politikern
sind aus der derzeitigen Finanznot der öffentlichen Hände geboren. Sie basieren
alle auf der schlechten wirtschaftlichen und finanziellen Situation des Landes
infolge der weltweiten Rezession.
Wichtige strukturelle Mängel des deutschen Steuersystems werden nicht erkannt, sondern es wird fast ausschließlich nach Mitteln und Wegen gesucht, die Gegenwartsmisere durch Mehreinnahmen und Minderausgaben zu mildern.
Von den wirklich tief greifenden Problemen des Systems, welche
die Wirtschaft nachhaltig stören und beeinträchtigen, wird dagegen nicht
gesprochen. Man sieht sie offensichtlich nicht!
Hier wird der Versuch gemacht, Ihnen Gedanken darüber nahe zu
bringen:
Interessiert Sie dieses Thema?
Dann bitte lesen Sie weiter..
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