Die Zucht von Türkisch Angoras
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Man bringe seine rollige Kätzin zum Kater, falls man keinen
eigenen hat, und hole sie gedeckt wieder ab. In den allermeisten Fällen ist dann die
Katze, und nicht nur ihr Mensch, "in guter Hoffnung" und eine angenehm
harmonische Wartezeit bis zur Geburt vergeht. Ist es dann soweit, wird, abgesehen von den
üblichen Vorbereitungen (Wurfkiste...), der Mensch selten aktiv eingreifen oder helfen
müssen.
Angoras sind ausnehmend gute,
fürsorgliche Mütter; sie benötigen ihren Besitzer nur als moralische Unterstützung und
wenn die Kitten älter sind. Wer den K(V)ater im eigenen Haus hat, kann bestätigen, daß
er sich ebenso liebevoll um seinen Nachwuchs kümmert. Die durchschnittliche Wurfgröße
liegt bei 3-5 Jungen. Diese wachsen heran, fangen mit ca. 4 Wochen an selbständig zu
fressen und werden von der Mutter (evtl. auch dem Vater), oder sogar von der ganzen
Katzenfamilie erzogen.
Der ständige Kontakt zu Menschen ist in dieser Phase besonders
wichtig. Ein liebevoll und in entspannter häuslicher Umgebung aufgezogenes Jungtier kann
dann mit 12-16 Wochen in ein (hoffentlich!!) ebenso liebevolles endgültiges Zuhause
entlassen werden. Es ist eine melancholische Zeit, wenn die kleine Rasselbande dann einer
nach dem anderen das Haus verläßt. Da läßt sich leicht
verstehen, daß ein Hobbyzüchter schon sehr genau die zukünftigen Besitzer, nebst
Lebensumständen seiner Kätzchen, unter die Lupe nimmt. Aber schon manch gute
langjährige Freundschaft ist so entstanden.
Züchterischer Tätigkeit und
Vielfalt sind bislang nur wenig Grenzen gesetzt. Dies wird sich zukünftig vermutlich
ändern. Was Gesetzgeber und Verein nicht regeln können, ist die Achtung und
Verantwortung, die man dem Lebewesen überhaupt, der favorisierten Rasse besonders,
entgegenbringen sollte.
So kam es in der Vergangenheit zu Fremdeinkreuzung anderer Rassen,
leider auch bei der Türkisch Angora. Da die Basis der reinrassigen Tiere, auf die ein
Züchter einer so seltenen Rasse zurückgreifen kann, ohnehin sehr klein ist, müssen
unsere "Türken" vor weiteren Experimenten und ehrgeizigen Zielen ( schnell mal
eine neue Farbe, schnell die wunderbaren dunkelblauen Siamaugen...) unbedingt beschützt
werden.
Wer nicht die Geduld, Liebe und das nötige Wissen mitbringt und
innerhalb der Rassegrenzen durch Selektion die realisierbaren Ziele zu erreichen versucht,
wendet sich besser einem anderen Hobby zu.
Diese türkische Katzenrasse muß in ihrer natürlichen,
ursprünglichen Schönheit, ihrer gesundheitlichen Robustheit und ihrem unvergleichlichen
Charakter naturgetreu erhalten bleiben.
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April 1998, updated 20.2.1999