Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach

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Unlängst schrieb mir ein Autor, dessen Name hier nichts zur Sache tut, er fände meine Seiten zum Schreiben sehr lobenswert - nur meine Software-Seite nicht. Damit würde ich bei Jungautoren womöglich den Eindruck erwecken, man müsse für teures Geld Software kaufen, damit man erfolgreich werde.

Ich will für den Fall, daß meine nebenstehende Abhandlung mißverstanden werden könnte, deswegen noch einmal ausdrücklich sagen, daß all diese Software natürlich entbehrlich ist. Shakespeare hatte auch keine Software, noch nicht einmal einen Kugelschreiber, und er ist immer noch ein Bestseller. Das zeigt, daß, was das Schreiben anbelangt, ganz andere Dinge wesentlich sind.

Und hier möchte ich nun besagten Kollegen zitieren: "Stil kann niemals aus dem 'Automaten' kommen. Und auch nicht die Ideen. Die kommen auch nicht aus dem Bauch. Sondern aus der Bildung und der Beobachtung der Umgebung. Bildung ist das Bücherlesen in der Jugend; Beobachtung das Zugfahren, Waldspazieren, am Fluss wandern, in Cafes sitzen - und auch das Führen von Notizbüchern..."

Dem kann ich mich nur anschließen. Und vielleicht noch ergänzen: Übung ist wichtig, viel schreiben ist wichtig, und Feedback suchen ist wichtig. Software spielt da eine ganz, ganz untergeordnete Rolle. Ungefähr auf dem Level von "In welcher Farbe soll mein Kugelschreiber schreiben?". Sie können alle diese Programme hier ignorieren und trotzdem ein hervorragender Schriftsteller werden. Oder Sie können Jahre damit verschwenden, nach dem 'richtigen Tool' zu suchen, anstatt zu schreiben. Es liegt an Ihnen.

Ansonsten: Es werden etliche angeblich unverzichtbare, bahnbrechende Softwareprogramme speziell für Autoren angeboten, quasi mit eingebauter Bestsellergarantie. Wann immer Sie auf so etwas stoßen, Sie können im Zweifelsfall davon ausgehen, daß ich es kenne. Und wenn es hier nicht aufgeführt ist, dann empfehle ich es nicht, ganz einfach. Okay?

Andreas Eschbach
D i e   b e s t e   S o f t w a r e   f ü r   S c h r i f t s t e l l e r

 

 

Als jemand, der einen nicht unbeträchtlichen Teil seines Lebens damit verbracht hat, mit nicht unbeträchtlichem Spaß an der Arbeit Software zu entwickeln, verfolge ich, wie man sich vorstellen kann, die diversen Versuche diverser - fast ausschließlich amerikanischer - Softwarefirmen, Software speziell für Schriftsteller herzustellen, mit regem Interesse. Ich meine damit nicht die verschiedenen Textverarbeitungssysteme, die es so gibt und die sich inzwischen ohnehin zum Verwechseln ähneln, sondern Programme, die sich anheischig machen, dem Autor dazu zu verhelfen, bessere oder spannendere oder aufregendere, auf jeden Fall aber erfolgreichere Texte zu verfassen. Kaum ein einschlägiges Programm, von dem ich nicht die Demoversion heruntergeladen und installiert habe, um ein wenig damit herumzuspielen.

Es gibt, grob gesprochen, zwei Familien solcher Programme:

  • die einen behaupten, man könne mit ihrer Hilfe seine kreativen Inspirationen besser erfassen, ordnen und nutzen als mit Hilfe simplen Papiers (wobei etwaige positive Ansätze in diese Richtung meistens durch erdrückende Funktionsvielfalt - die nötig ist, um den in aller Regel exorbitanten Preis zu rechtfertigen - wieder "ausgeglichen" werden);
  • die anderen behaupten, es gebe eine Art Universalformel für erfolgreiche, "gute" Geschichten, die nur mit Hilfe ihres Programms nutzbar gemacht werden kann (vielleicht kommt es daher, dass man im Kino in letzter Zeit das Gefühl hat, dass derartige Programme in der Gegend von Los Angeles reißenden Absatz finden und, schlimmer, tatsächlich benutzt werden?).

Bei manchen Programmen zweifelt man ernsthaft daran, dass seine Hersteller je im Leben mit einem Schriftsteller auch nur geredet haben. Aber gut, ich nehme das nicht so ernst. Es ist, wenn man so will, meine Variante des Computerdaddelns. Es macht Spaß, herauszufinden, wie alles gedacht ist, aber irgendwann sage ich "Naja" und wende mich wieder der wirklichen Arbeit zu, mit anderen Worten, meinem guten alten Notizbuch, das an Flexibilität und "Usability" nach wie vor unübertroffen ist, und meiner guten alten Textmaschine.

Doch manchmal stoße ich auf Programme, bei denen ich denke, "gar nicht so schlecht". Oder gar "wow, super". Und nur die will ich hier vorstellen.

WritePro Fiction und WritePro FictionMaster gehören in die Kategorie "wow, super". Zwei Programme, die versprechen, einem das Schreiben beizubringen. Und die dieses Versprechen auch größtenteils einlösen.
Die beiden Programme waren lange vergriffen, jetzt sind sie wieder erhältlich - vielleicht dank derer, die bei Zweitausendeins nachgehakt haben? Mehr Infos...

QuickPlot gehört in die Kategorie "gar nicht so schlecht". Ein nettes kleines Outlining-Tool, und dazu noch, man glaubt es kaum, kostenlos!
Nachdem es einige Zeit nicht mehr verfügbar war: Jetzt neue Bezugsquelle - und eine Liste von Alternativen! Mehr Infos...

StoryLines ist ein relativ junges Outlining-Programm, das auf einem einfachen, aber so pfiffigen Grundprinzip basiert, daß man sich nur wundert, wieso erst jetzt jemand auf die Idee gekommen ist.
Mehr Infos...

RoughDraft ist ein simples Textverarbeitungsprogramm für alle, denen die einschlägigen Office-Suiten zu bombastisch daherkommen. Einen Versuch wert. Und kostenlos erhältlich obendrein.
Mehr Infos direkt auf der Homepage des Autors:
www.richardsalsbury.com/

askSam ist ein altehrwürdiges, hochentwickeltes und hochleistungsfähiges Textdatenbanksystem. Und es ist richtig teuer. Ein Profitool, aber da ich es für meine Recherchen verwende, will ich es auch mal vorstellen.
Mehr Infos...

Zettelkasten ist die schlanke Alternative zu askSam. Das Programm, das die Zettelkasten-Methodik des legendären Soziologen Niklas Luhmann elektrifiziert, faßt nicht die ungeheuerlichen Datenmengen, mit denen askSam hantiert, aber es ist ungleich ästhetischer in der Handhabung - und als Freeware ungleich preisgünstiger.
Mehr Infos direkt auf der Website http://zettelkasten.danielluedecke.de/

Papyrus wird mir immer wieder von Lesern empfohlen als pfeilschnelles, superstabiles, ressourcenschonendes Office ohne viel Schnickschnack. Es umfaßt Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und relationale Datenbank, ist aber nur ganze 8 MB klein und benötigt ca. 3 MB Arbeitsspeicher. Damit ist es so schnell wie der Windows Editor, kann aber beliebig große Dokumente zu verwalten, ohne sie auf einzelne Dokumente verteilen zu müssen. Und es ist uneingeschränkt direkt von einem USB-Stick lauffähig; man kann es also am Schlüsselanhänger stets bei sich führen.
Mehr Infos direkt auf der Website http://www.papyrus.de


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