Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Als ich seinerzeit meine gestammelten Werke zu Papier gebracht habe, ging mir's ähnlich - es war beinahe, als ob die Geschichte schon fertig irgendwo auf Abruf lag und langsam rauskam. Wie ist das bei Ihnen?

    Am stärksten ging (und geht) mir das so mit den Geschichten um die "Haarteppichknüpfer". Wahrscheinlich, weil bei dieser Art Geschichten relativ wenig bewußte Recherche und dergleichen notwendig ist und man sie tatsächlich weitgehend so nehmen kann, wie sie kommen.

    Beim "Jesus Video" habe ich viele Ideen bewußt umgestalten müssen, weil sie einfach nicht zur Faktenlage paßten. Aber der Witz ist, daß man dabei das Unterbewußtsein nicht außen vorlassen muß; das meldet sich dann schon ab und zu mit Ideen einer etwas niedrigeren Preisklasse, die etwas mehr um Details der Geschichte kreisen, wie eine bestimmte Szene ein bißchen aufgepeppt werden kann, von einem ungewöhnlichen Standpunkt aus erzählt werden kann oder dergleichen. Und so arbeitet man sich Stück um Stück voran und wird ständig selbst überrascht, in welche Richtung es geht. Ich könnte auch mit Fug und Recht sagen, daß ich vor dem Schreiben nicht wußte, wie es werden wird, und es wäre nicht mal gelogen. Aber eben nur die halbe Wahrheit.


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