Ihr Vertrauen ehrt mich, aber bitte haben Sie Verständnis dafür, daß ich sowohl aus zeitlichen als auch rechtlichen Gründen davon absehen möchte, das zu tun. Außerdem bezweifle ich, daß es Ihnen so viel nützen würde, wie Sie denken - im Gegenteil, möglicherweise würden Sie dem, was ich dazu sagen würde, mehr Gewicht beimessen, als angebracht wäre; ich bin nämlich kein besonders guter Lektor.
Ich möchte Ihnen stattdessen nahelegen, sich einem literarischen Zirkel oder einer Schreibgruppe anzuschließen, wie es sie vielerorts gibt (häufig an den Volkshochschulen), oder selber einen zu gründen. Ich war selber fast zehn Jahre Mitglied in einer solchen Gruppe, und glauben Sie mir, die Auseinandersetzung mit den Texten anderer und das Feedback auf die eigenen ist lehrreicher als alles, was ich Ihnen sagen könnte.
Was Ihre Rechtschreibung anbelangt, so ist diese - erlauben Sie mir dieses offene Wort - bereits in Ihrem Mail ziemlich schlimm. Das sollten Sie auf keinen Fall so hinnehmen wie ein unbeeinflußbares Schicksal, wenn es wirklich Ihr Wunsch ist, Ihre Geschichten zu veröffentlichen. Wenn Sie mit einem Manuskript an einen Verlag herantreten, dann muß der Text von der Rechtschreibung und Zeichensetzung makellos sein, um eine Chance zu haben. Andernfalls nimmt man Sie nicht ernst. Sie würden auch z.B. einen Arzt nicht ernst nehmen, der sich anbietet, eine schwierige Operation an Ihnen durchzuführen, aber nicht einmal Blutdruck messen kann - oder?
Bedenken Sie: Rechtschreibung ist eines der wenigen Dinge beim Schreiben, für das es klare, eindeutige Regeln gibt, die man erlernen kann. Auch hierfür gibt es gute Kurse bei Volkshochschulen.