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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Wie darf man Sie sich bei Ihrer Arbeit vorstellen? Allein und einsam in einer kleinen Kammer?
Allein ja, einsam nein. Und es ist keine kleine Kammer, sondern ein großes, wunderbares Arbeitszimmer. Ein großer Baum klopft mit seinen Ästen gegen meine Fenster, die Sonne scheint herein, und rings um mich stapeln sich Nachschlagewerke, Notizbücher und so weiter - ein ziemliches Chaos.
P.S.: Den Baum gibt es leider nicht mehr. Er wurde am 5. Dezember 2001 von einem Gärtner ermordet. Jetzt geht mein Blick aufs Industriegebiet, und ich muß an hellen Tagen den Rolladen herunterlassen, um nicht geblendet zu werden.
P.P.S.: Inzwischen (2004) ist es ein noch größeres Arbeitszimmer als vorher, wenngleich keineswegs aufgeräumter. Mein Blick geht durch ein an warmen Tagen weit geöffnetes Fenster hinaus auf den Atlantik, ich sehe Segelboote vorbeiziehen und höre das Geschrei von Möven. OK, bisweilen höre ich auch ein Auto vorbeifahren. Und an kalten, regnerischen Tagen sehe ich manchmal gar nichts, weil der Regen gegen die Scheiben klatscht, und zu hören ist dann ein Wind, der hier nach viertausend Kilometern Ozean zum ersten Mal auf Land trifft und sich sagt, "Huch, was ist denn das?" und an dessen Wucht ich mich erst einmal gewöhnen mußte.
www.AndreasEschbach.com
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