Grundsätzlich ja. Es wird auch häufig gemacht. Aber es gibt zwei verschiedene Motive, Pseudonyme zu verwenden. Das erste ist, daß der eigene Name ungeeignet ist als Autorenname - sei es, weil er zu unauffällig ist, zu Verwechslungen Anlaß gibt oder dergleichen.
Das zweite Motiv ist, daß sich der Autor verstecken will. Das allerdings funktioniert meinen Beobachtungen nach fast nie. Es ist zwar seltsam, aber ein Leser will immer etwas über den Autor eines Buches wissen. Wenn es da nichts zu erfahren gibt, weil einem ein gesichtsloser Anonymus entgegentritt, dann geht meist auch das Buch unter. Es gibt Gegenbeispiele - der bekannteste Autor, der wirklich unbekannt geblieben ist, ist B. Traven, von dem u.a. der Roman "Der Schatz der Sierra Madre" stammt -, aber wenige.