Hmm, eigenartig. Irgendwie habe ich das Gefühl, Sie versuchen sich gerade selber davon zu überzeugen, daß Sie die Idee vom Autorendasein beerdigen und sich lieber auf Ihre wahre große (Berufs-)liebe konzentrieren sollten.
Grundsätzlich MUSS nicht jeder ein Buch geschrieben haben; man kann sicher auch ohne das dereinst in den Himmel kommen. Viele Leute haben das Gefühl, zum Schreiben eines Buches verpflichtet zu sein; das tut der Literatur nicht gerade gut.
Es ist auch nicht leicht, herauszufinden, was man wirklich will. Manchmal hilft es, von hinten her zu denken: Was werden Sie auf dem Sterbebett bedauern, nicht getan zu haben? (Und vergessen Sie dabei den Spruch von wegen "Wer schreibt, der bleibt" - in 100 Jahren kräht kein Hahn mehr nach unseren Büchern.)
Jedenfalls finde ich die Haltung "Jetzt mache ich X, um ein für allemal herauszufinden, ob das mein Ding ist/ich Talent habe/usw." grundsätzlich problematisch. Wenn Ihr erstes Buch floppt, was sagt Ihnen denn das? Nichts. Nur, daß es gefloppt ist. Wenn Sie dann aufhören, werden Sie nie erfahren, ob nicht vielleicht Ihr zweites (oder drittes, oder zehntes - in meinem Fall war es das vierte) ein richtiger Renner geworden wäre, ein Hammer, ein Bestseller, die Sensation des Jahres. Oder wenigstens leidlich erfolgreich. Die amerikanische Autorin C.J. Cherry hat 10 Jahre lang jedes Jahr 1 B (!) jedes Jahr 1 Buch geschrieben und die Verlage damit abgeklappert, ehe sie das erste los wurde - und in der Folge zu einer der berühmtesten SF-Autorinnen der USA. Eric Maria Remarque hat 127 Ablehnungen überstanden, ehe er einen Verlag für "Im Westen nichts Neues" fand, seinerzeit einer der größten Bucherfolge überhaupt.
Also, bitte nicht das Schicksal auf die Probe stellen wollen, das nimmt es übel. Es liebt dagegen die Entschlossenen, und ihnen steht es auch bei.