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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Früher habe ich gern geschrieben und nicht schlecht. Bis ich eines Tages eine "Entdeckung" gemacht hatte, dass viele (wenn nicht alle)
Schriftsteller leiden an Depressionen oder Disharmonien im geistigen Bereich, viele enden das Leben per Selbstmord etc, darunter auch ganz grosse und gute Schriftsteller. Warum ist das so? Kann man durch das Schreiben geistig "durchdrehen"?
Ja, Sie haben recht, das ist in der Tat ein bemerkenswerter Zusammenhang. Wieviele Maler oder Musiker kennt man, die z.B. Selbstmord begangen haben? Da muß man schon lange grübeln, um auf ein paar Namen zu kommen. Schriftsteller dagegen - da fallen einem jede Menge ein. Warum das so ist, weiß ich allerdings auch nicht. Vielleicht schreibt man, um mit einer zu Depression neigenden Veranlagung zurechtzukommen. Das hieße, daß Ursache und Wirkung gerade andersherum sind, als Sie es vermuten. Man dreht nicht durch das Schreiben durch, sondern das Schreiben ist der Versuch, das Durchdrehen zu verhindern. Wenn man Schriftsteller persönlich kennenlernt, ist auch auffallend, wie viele davon ziemlich, naja, seltsame Typen sind. Aber wie die Zusammenhänge letztlich sind, kann ich, wie gesagt, nur vermuten.
www.AndreasEschbach.com
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