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ü b e r d a s S c h r e i b e n
Es kann ein unangenehmes Problem werden, wenn man sich so früh schon (mit 17 fing ich an) ins Schreiben hineinsteigert. Bei mir war es so, daß ich eine Zeitlang dachte, es sei meine einzige Chance, dem heutigen Arbeitsmarkt zu "entkommen" und danach von materiellen Sorgen losgelöst ein Leben mit dem zu verbringen, was mir am meisten Spaß machte.
Ja, diese "Hollywood"-Vorstellung vom Leben eines Schriftstellers...
Tatsächlich kenne ich wenig Menschen, die sich mehr mit ständigen materiellen Sorgen herumplagen müssen als Schriftsteller. Wenn einem da das Schreiben nicht Berufung ist, nicht mindestens so viel Spaß macht wie Sex, dann ist man ganz schön dumm dran.
Man soll, egal was man macht, mit aller Macht danach streben, einen Beruf zu finden, der einem erlaubt, das zu tun, was einem viel, wenn nicht sogar am meisten Spaß macht. Denn mit seinem Beruf verbringt man nun einmal den größten Teil seines bewußten Lebens. Dieser Tatsache kann man nicht entkommen. Nicht einmal ein Clochard entkommt dem: er hat eben den Beruf eines Landstreichers, der auch sehr zeitraubend und anstrengend ist und der mir zumindest keinen Spaß machen würde. Und auch reiche Leute entkommen dem nicht: denn ein Vermögen muß gepflegt und verwaltet werden, sonst hört es bald auf, eines zu sein.
www.AndreasEschbach.com
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