Das ist die richtige Einstellung. Man kann nur nebenberuflich einsteigen, denn eines muß man unter allen Umständen vermeiden: daß man des Geldes wegen schreiben muß.
Ein gefährlicher Satz, der bitte richtig verstanden werden muß. Es ist OK, Geld mit Schreiben zu verdienen. In unserer Gesellschaft ist Geld schließlich der anerkannteste (und ehrlichste) Ausdruck von Anerkennung. Es ist auch OK, allein vom Schreiben zu leben, wenn man es kann. (Mein ursprünglicher Brotberuf hat sich auch erst nach und nach verdünnisiert...)
Aber nicht OK und das Gegenteil von dem, was man angestrebt hatte, ist folgende Situation: "Ich will diesen unglaublichen Horrorschocker schreiben, der mir im Hirn herumgeht - aber die Miete ist fällig, die Gaswerke mahnen, meine Frau braucht einen neuen Mantel und ich bin mit den Raten für den Fernseher im Rückstand, also schreibe ich jetzt den historischen Schinken/das Sachbuch über Eigenurintherapie/mache die Übersetzung zu der ich null Bock habe/schreibe Rezensionen von Büchern, die ich nie gelesen habe, weil dieses Magazin, das keiner liest, gut dafür zahlt usw."
(Ja, ich weiß, Balzac hat seine besten Bücher unter solchem Druck geschrieben. Na schön. Vielleicht funktioniert es für manche so. Aber er hat soviel Kaffee dabei verbraucht, daß man eine Kleinstadt damit hätte wachhalten können, und sich die Gesundheit ruiniert. Und er war BALZAC!)