Naja. Das kann man so sehen. Dann darf man allerdings nicht in Antiquariate gehen oder auf Flohmärkte. Ich sehe in Antiquariaten viele Bücher, die zu ihrer Zeit mal große Hits waren und die heute vergessen sind und ihre Autoren mit ihnen. Viele Bestsellerautoren der Siebzigerjahre sind heute nirgends mehr erhältlich (und manche von denen leben noch!). Einstmals berühmte Schriftsteller des letzten Jahrhunderts kennt man nicht mal mehr dem Namen nach. - Und in tausend Jahren? Da wird man, so es noch Menschen gibt, allenfalls noch Shakespeare kennen.
Ach, wenn es einem um Ruhm und Unsterblichkeit geht, sollte man lieber Massenmörder werden.
Ich muß wieder auf den Anfang zurückkommen: die Freude am Schreiben selbst. Wenn einem die Tätigkeit des Schreibens an sich keinen Spaß macht, dann sollte man es lassen. Wenn man es nicht liebt, zu schreiben, sondern geschrieben zu haben, dann quält man sich nur unnötig. Mir persönlich geht es so, daß ich es einfach genieße, zu schreiben - auf den Tasten herumzuhacken und zu sehen, wie sich da Worte formen usw. - und ein Tag, an dem es gut gelaufen ist, freut mich mehr, als wenn ich irgendwelche Lobeshymnen über mich oder meine Bücher in der Zeitung lese (nicht daß mir das nicht auch gefällt, aber vor allem in dem Sinn: "ah, das macht vielleicht Leute auf meine Bücher aufmerksam").
Wenn es mich glücklich macht, Bücher zu schreiben, und die auch noch gelesen werden - was schert mich dann der Nachruhm? Davon hat man ja nichts.