Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
Nächste Frage>>

Übersicht
Gesamtübersicht


Home
News
Bücherbord
Pinwand
Schublade
Kalender
Tagebuch
Privates Mail

Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Hat deutsche SF eine Chance auf dem Markt und wenn ja, welche Verlage nehmen sich deutscher SF-Nachwuchsautoren an?

    Das Beispiel von z.B. H. D. Klein (bei Heyne mittlerweile der 2. Roman) oder Michael Marrak (Bastei-Lübbe) zeigt, daß deutsche SF sehr wohl eine Chance auf dem Markt hat. Tatsächlich sind alle Verlage grundsätzlich sehr interessiert an SF von deutschen (bzw. deutschsprachigen) Autoren, da der angloamerikanische Sprachraum mittlerweile weitgehend abgegrast ist, die Lizenzforderungen von dort exorbitante Höhen erreichen und es - da die meisten Leute nun mal nur Englisch als Zweitsprache beherrschen - schwierig ist, im nichtenglischen Ausland gute Romane ausfindig zu machen. Das Problem ist nur, daß die wenigsten Roman deutscher Autoren etwas taugen. Ich hielt diese Feststellung, die man oft von Lektoren hört, lange auch für eine Schutzbehauptung, habe aber inzwischen einiges zu sehen bekommen und muß sagen: es stimmt. Die meisten sogenannten "SF-Romane" sind nur aus Versatzstücken aus Star Trek und Perry Rhodan zusammengequirlte, sprachlich schlampige und langweilig zu lesende Elaborate, die es nicht wert sind, daß dafür Bäume sterben.

    Die Antwort auf Ihre Frage lautet: Ja, deutsche SF hat eine Chance, eine gute sogar, aber es muß sich um Romane handeln, wie es sie NOCH NICHT gibt, sie müssen sprachlich-handwerklich zumindest in Ordnung sein und einigermaßen interessant. Dann haben Sie Chancen bei jedem Verlag, der SF herausgibt.


    www.AndreasEschbach.com
    Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.