Mir ist eine Konversation im Gedächtnis geblieben, die ich einmal per CompuServe mit einem New Yorker Agenten hatte. Der erzählte, er sei nicht nur Agent, sondern schreibe auch selber Bücher. Die vertrete er aber nicht selber, sondern dafür habe er seinerseits einen Agenten, und zwar nicht einmal einen Kollegen aus der eigenen Agentur, sondern einen ganz weit weg. Seine eigenen Bücher selber zu vertreten, sei "invitation for trouble", meinte er.
Ich habe mal ein Buch über Verhandlungsführung gelesen, und darin die bemerkenswerte Erkenntnis gefunden, daß man sich in einer STÄRKEREN Verhandlungsposition befindet, wenn man NICHT alle Vollmachten hat. Dann kann man nämlich in kniffligen Situationen immer sagen, "da muß ich erst meine Frau fragen" oder "ich würde die Schrankwand ja nehmen, aber mein Mann wäre bestimmt nicht einverstanden mit dem Preis".
Und als Autor hat man eben alle Vollmachten, ergo einen schwereren Stand!