Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Wurden Ihnen für die Fertigstellung/Überarbeitung des Manuskriptes Termingrenzen gesetzt? Falls ja, konnten Sie diesen Zeitplan einhalten? Wie reagieren Verlage, wenn dieser Zeitplan nicht eingehalten wird?

    Wir hatten für "Die Haarteppichknüpfer" einen Termin für die Abgabe der endgültigen Fassung vereinbart. Und ich konnte diesen Termin einhalten. - Wir sprachen Anfang Mai miteinander, und als ich gefragt wurde, wann ich fertig sein könnte, DACHTE ich "Ende Juni, frühestens" und SAGTE "Wann brauchen Sie's denn?" - Und die Antwort war: "Spätestens im November, meinen Sie, das geht?"

    "Ja", sagte ich. "Ich denke, das geht."

    Dazu ist zu sagen, daß ich bis dahin in der EDV-Branche gearbeitet hatte und von daher auf ein ganz anderes Geschäftstempo gedrillt war: da muß immer alles möglichst gestern fertig sein, und manchmal gibt es Termine, bei deren Überschreitung atemberaubende Konventionalstrafen drohen. Im Vergleich dazu erschien mir die Verlagsbranche geradezu als Hort der Ruhe, der Ausgeglichenheit und des wohlüberlegten Handelns. Da plant man sein Programm auf zwei Jahre im voraus... In der EDV weiß man nicht mal, welche Computer es in zwei Jahren geben wird!

    Mein Empfinden ist diesbezüglich also gefärbt, und was ich sage, mit Vorsicht zu genießen. - Mein Gefühl ist, daß Verlage in Sachen Termine sehr viel Kummer gewöhnt sind und sehr viel, geradezu unglaublich viel Langmut an den Tag legen. Es muß da wohl Fälle geben, in denen Autoren ein, zwei JAHRE über dem Termin waren... jo mei, wenn's Buch nachher guad is...


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