Das kommt auf den Verlag an. Vorschüsse sind aber weithin üblich.
Unter einem Garantiehonorar versteht man einen "nicht rückzahlbaren Vorschuß" - auf die Tantiemen nämlich. (BTW, man sollte sich lieber nicht auf einen RÜCKZAHLBAREN Vorschuß einlassen: sonst kriegt man Geld, weiß aber nicht, ob man es wieder zurückgeben muß, wenn die Verkäufe nicht wie erwartet laufen. Stell ich mir stressig vor.)
Für den ersten Roman habe ich keinen Vorschuß erhalten, sondern erhalte jetzt Tantiemen, je nachdem, wie die Verkäufe im abgelaufenen Halbjahr waren. Für den zweiten Roman habe ich einen Vorschuß erhalten, werde aber nun Abrechnungen kriegen, aus denen so lange kein Geld resultiert, wie die Gesamtsumme der Tantiemen den Vorschuß nicht übersteigt.
Es gibt Autoren, teilweise anerkannte Literaten, berühmt und wichtig, die nur von Vorschüssen leben, weil ihre Bücher den Vorschuß nicht wieder "einspielen". Das sind dann Bücher, die für den Verlag Hobby sind - die berühmte Mischfinanzierung (=von 10 Büchern wird einer ein Bestseller, 2 bringen ihre Kosten rein, und der Rest ist Verlustgeschäft. Das Problem: man weiß nicht, WELCHE der Bücher das sind). - Da sind Vorschüsse natürlich wichtig.
Schlußfolgerung:
- Man achte darauf, daß der Vorschuß NICHT ZURÜCKZAHLBAR ist. Idealerweise sollte er nicht auf Tantiemen aus anderen Büchern anrechenbar sein, sondern sich nur auf dieses eine Buch beziehen.
- Wenn man einen solchen Vorschuß angeboten kriegt: nehmen.
- Wenn nicht: nicht so schlimm, zumindest beim ersten Buch. Kommt das Geld halt später.