Grundsätzlich ist es immer eine riskante Sache, als Neuling und Anfänger die Spielregeln eines Bereichs umstürzen zu wollen. Was nicht heißt, daß es nicht geht oder daß es nicht sogar manchmal nötig ist und womöglich eines Anfängers und Neulings bedarf und seines unverstellten Blickes. Aber riskant ist es eben.
Ein Beispiel: Angenommen, Sie haben noch nie an einem Tischtennisturnier teilgenommen; fangen eben erst an zu spielen. Nun bewerben Sie sich bei einer Mannschaft und treten beim ersten Spiel mit einem völlig unüblichen Griff um den Schläger. Wenn Sie das tun, dann sollten Sie besser verdammt gut sein und gewinnen, sonst heißt es nachher: "Naja, war ja klar. Der wußte ja nicht mal, wie man den Schläger hält!" Und so weiter - lauter Sachen, die man nicht sagen würde, wenn Sie konventionell aufgetreten und einfach nur verloren hätten. Da hätte man dann gesagt: "Naja, er ist noch Neuling, aber er zeigt vielversprechende Ansätze."
Kurzum: Mit allem, was unkonventionell ist, exponieren Sie sich. Und Sie sollten besser genau wissen, was Sie tun, wenn Sie das tun.
Heißt das, ich sollte die Grundidee eines Romanes, der eigentlich keinen Anfang und kein Ende hat, fallen lassen und mich auf die traditionelle Schule des Romanschreibens konzentrieren?
Wenn die Idee zu einem bestimmten Roman in Ihnen brennt und lodert, dann müssen Sie ihn schreiben. Und dann sollten Sie auch alle Überlegungen hinsichtlich Vermarktbarkeit, Üblichkeit, Tradition usw. hintanstellen.
Merke: Sie dürfen ALLES tun - Hauptsache, das Buch ist GUT.
Der Sinn der Leseprobe ist, beim Lektor das Gefühl zu erzeugen, "ich muß das ganze Buch lesen". Also, logisch, sollte man die stärksten Teile präsentieren.
Und ich sag mal so: Wenn das nicht der Anfang des Buches ist, brauchen Sie das ja niemandem auf die Nase zu binden.