Vielleicht eben deswegen. Ein Verlag möchte das Gefühl haben, das Manuskript als erster und einziger in Händen zu halten, obwohl allen Beteiligten klar ist, daß man heutzutage in der Regel sein Manuskript an mehrere Verlage zugleich schickt. (Es soll noch Verlage geben, die das einem Autor trotzdem übel nehmen. Wenn die spitzkriegen, daß dasselbe Werk zugleich woanders liegt, ziehen sie es gar nicht mehr in Betracht.)
Außerdem müßte der Verlag das Manuskript dann doch erst ausdrucken, um es zu lesen. Verlagsleute sind Papierliebhaber, das gehört einfach zu diesem Beruf. Deswegen glaube ich auch nicht, daß sich an diesen Gepflogenheiten zu meinen Lebzeiten noch etwas ändern wird.
Wenn ein Buch angenommen ist übrigens: dann bittet der Verlag sehr wohl um Abgabe in elektronischer Form, um den Text in Satz geben zu können. Ich liefere die endgültigen Fassungen meiner Romane nur noch per Mail ab. Aber das ist natürlich eine ganz andere Situation.