<<Vorige Frage
Nächste Frage>>
Übersicht Gesamtübersicht
Home
News
Bücherbord
Pinwand
Schublade
Kalender
Tagebuch
Privates
Mail
|

ü b e r d a s S c h r e i b e n
ich hab mein 1.buch (roman, thriller) soeben vollendet und such mir nun einen verlag. ich hab (unwissend wie ich bis vor einer woche war) dabei alles so gelayoutet, dass ich auf gut 350 seiten komme - allerdings einzeilig! ich weiß schon, das ist ein gewaltiger schinken, aber ich glaube, dass es in dem fall unumgänglich ist. soll ich jetzt das manuskript so lassen oder soll ich es doch 1,5-zeilig machen? meine angst ist nämlich, dass mein skript ob seines volumens den lektor von vorneherein abschrecken könnte. andererseits möchte ich auch nicht, dass er sich wegen des einzeiligen abstandes so ärgert, dass er auch schon nach 2 seiten alles "wegwirft". was wäre, ihrer meinung nach, das geringere übel?
Natürlich müssen Sie das Manuskript in "ordentliches" Format bringen, auch wenn es dann vermutlich 650 Seiten werden. Aber Sie sollten sowieso keinesfalls einen ahnungslosen Lektor mit diesem Papierstapel einfach so überfallen. Denn ganz klar - ein so dickes Buch von einem Neuling, das ist ein Minuspunkt. Also verbergen Sie ihn so lange wie möglich. Nehmen Sie Kontakt zu einem Lektor auf, schildern Sie ihm die Grundidee, wecken Sie seinen Appetit mit einer überzeugenden Leseprobe, geben Sie ihm das Gefühl, einer Entdeckung auf der Spur zu sein. Wenn er das Manuskript dann sehen WILL, ist es schon nicht mehr so schlimm, wenn es dick ist - er wird dann sowieso überlegen, was man kürzen kann, und kürzen tut einem Buch praktisch immer gut. (Ich glaube, ich muß mir das selber auch wieder öfter sagen... :-D )
Nun will ich Ihnen nicht zu solch fragwürdigen Manövern raten wie z.B. dem, im Gespräch mit dem Lektor auf die Frage nach dem Umfang des Romans "350 Seiten" zu sagen und dabei "vergessen" zu erwähnen, wie diese formatiert sind - kann man ja nachher immer noch entschuldigen als Neuling auf dem Gebiet -, aber natürlich wäre auch das eine gute Strategie, diesen Minuspunkt so lange zu verschleiern, bis der Appetit eines Lektors geweckt ist. :-)
www.AndreasEschbach.com
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung.
|