Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Könnte es bei der Abgabe eines Manuskriptes etwas bringen, wenn man in seiner Vita erwähnt, daß man hier und dort schon etwas veröffentlicht hat?

    Kommt darauf an. Auf den Verlag. Bei S. Fischer oder Suhrkamp machen "Groschenromane" (als ob sie noch Groschen kosten würden!!) eher negativen Eindruck. Andere Verlage sehen darin ein Zeichen, daß man nicht ganz ohne ist. Andere wiederum sind auf der Suche nach einem "Erstlingsroman" - träumen davon, die "Asche einer anderen Mutter" zu entdecken, gewissermaßen. Da gibt es keine Regeln.

    Übrigens ist "Abgabe" eines Manuskripts der Vorgang, wenn man schon einen Vertrag hat. Vorher spricht man korrekter von "unverlangter Einsendung".

    Auf der Buchmesse habe ich einen Lektor gesprochen, der zu diesem Thema meinte, man solle vorher in dem betreffenden Verlag anrufen, anfragen, wer Bücher zu dem Thema bearbeitet, dann mit dem sprechen und ihm erzählen, was man hat (=die Story in zwei Sätzen, vielversprechend klingend - was man beim Film wohl "pitching" nennt) und ihn fragen, ob er Interesse habe. Und wenn ja, dann alles weitere klären (was er als Textprobe haben will usw.). Ihm zusagen, daß man auch ein Exposé schicken könne (und das dann tun). Das sei zwar anstrengender, aber erfolgversprechender, weil der Betreffende dann auf einen Brief WARTET und sich damit beschäftigen wird. Dann kann schon das nicht passieren: Freitagnachmittag, der Lektor hat Kopfschmerzen und will bloß noch nach Hause und sagt zur Sekretärin "alle Manuskripte, die noch neben meinem Schreibtisch liegen, können Sie zurückschicken, ist wahrscheinlich eh alles wieder Schrott".


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