Tun Sie, was Ihr Job als Künstler ist: Seien Sie kreativ!
An Ihrer Stelle würde ich zunächst an sämtlichen Literaturwettbewerben teilnehmen, die es gibt (und es gibt Hunderte davon). Um als Lyriker einen Verlag zu finden, kann es nicht schaden, Anerkennung sozusagen schon mitzubringen; als Gewinner wichtiger, anerkannter Wettbewerbe beispielsweise.
Oder spezialisieren Sie sich auf eine bestimmte Art von Gedichten. Es gibt viele bekannte, gern verlegte Mundart-Dichter beispielsweise. Vielleicht fallen Ihnen ja andere Spezialisierungsrichtungen ein. (Gedichte über Gegenden? Maschinen-Haikus? Bürokratie-Sonette?)
Oder machen Sie was Außergewöhnliches. Schreiben Sie das längste Gedicht ohne den Buchstaben "e". Setzen Sie sich mit einem Tisch auf den Flohmarkt und schreiben Sie Gedicht auf Bestellung, zwei Euro das Stück, und der Kunde darf zwei Stichworte vorgeben. (Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, daß die Presse davon erfährt.)
Ich persönlich würde allerdings, wenn ich mit unauslöschlicher Leidenschaft für Lyrik geschlagen wäre (was zum Glück nicht der Fall ist), statt normaler Gedichte SONGS schreiben und nach Bands suchen, die sie spielen. Ich glaube, daß starke Songtexte nach wie vor ziehen. Und so ein paar Melodien, meine Güte, das findet sich. - Und: DAVON zu leben, ist durchaus vorstellbar. Man müßte natürlich Mitglied der GEMA werden usw.