Nein, ich bin noch keinem Lektor begegnet, der eine "Schwarze Liste" führt. Erstens würde das nur unnötige Arbeit machen, zweitens muß man ja immer mit einer Weiterentwicklung rechnen. Grundsätzlich sind Verlage auf der Suche nach vielversprechenden Autoren, sonst würden sie die Manuskripte ja ungeöffnet zurücksenden. Es gibt aber halt wenige; das meiste, was einem Lektor auf den Tisch flattert, ist schon auf den ersten Blick Müll und auf jeden weiteren auch. (Ich habe schon öfter solche Stapel gesehen. "Aufregende" Lebenserinnerungen von Oberstudienräten mischen sich mit esoterischen "Weisheiten" und durchsichtig abgekupferten Krimis...)
Inzwischen bin ich sogar einigen Lektoren begegnet, die mir dereinst meinen Erstling abgelehnt haben - und sich überhaupt nicht mehr daran erinnerten! Ich dafür sehr wohl.
Kurzum: Rechnen Sie mit einem in dieser Hinsicht absolut kurzen Gedächtnis der Verlage.
Und: Eine Ablehnung bedeutet kein Scheitern. Es bedeutet nur, daß DIESER Verlag keine Möglichkeit sieht, damit Geld zu verdienen. Dasselbe Buch kann bei einem anderen Verlag der Treffer sein, oder es mag zu einem späteren Zeitpunkt willkommen sein (wenn Sie den ersten Erfolg gelandet haben, fragt Sie jeder, ob Sie nicht noch was in der Schublade haben!). Eine Ablehnung heißt einfach, Sie kommen nicht ins Geschäft mit Ihrem Angebot.
Machen Sie sich also nicht unnötig Streß, indem Sie Ablehnungen als Scheitern definieren. Es ist auch ohne das stressig genug.