Science-Fiction Schriftsteller Andreas Eschbach <<Vorige Frage
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Andreas Eschbach
ü b e r   d a s   S c h r e i b e n

 

 

Sollte man bereits während man schreibt den Kontakt zu einem möglichen Verlag aufnehmen oder ist es angebrachter, erst einmal das Gesamtmanuskript fertig zu stellen?

    Lektoren sind - verständlicherweise - in der Regel skeptisch bei Exposés von Autoren, die noch nicht unter Beweis gestellt haben, daß sie imstande sind, so ein Projekt auch durchzuziehen. Aber da Sie schon einiges vorweisen können, wäre es durchaus einen Versuch wert, bereits im Vorfeld mit Verlagen Kontakt aufzunehmen, bei denen man sich das Buch vorstellen könnte. Die können dann ja immer noch sagen, "beehren Sie uns wieder, wenn Sie's fertig haben".

    Sie müssen sich allerdings sicher sein, daß es Ihrem Schreiben nicht schadet, wenn Sie mit vielen Leuten über das geplante Buch reden, sich womöglich Vorschläge, Wünsche und dergleichen anhören müssen. Mir ging es früher oft so (es läßt mit wachsender Erfahrung nach, aber die wächst halt nur langsam), daß ich mit einem neuen Roman erst mindestens über der Hälfte sein mußte, ehe ich mit jemandem darüber reden konnte, weil sonst gewissermaßen "der Dampf raus ging". In meinen Jugendjahren war es so, daß ich Romanideen regelrecht "zerredet" habe. Ich habe meinen Freunden erzählt, was für eine Geschichte ich schreiben wollte - und danach war ich nicht mehr imstande, sie tatsächlich zu schreiben.

    Wenn Sie das aber im Griff haben, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, an Verlage heranzutreten.


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