Hallo Melanie,
bitte entschuldige, daß ich erst jetzt antworte, aber ich bin umgezogen und jetzt vollkommen hintendran mit dem Beantworten meiner Emails.
Zunächst das Wichtigste: Ein Buch zu veröffentlichen kostet den Autor überhaupt nichts - im Gegenteil, er KRIEGT Geld dafür. Manche Autoren leben ja schließlich davon, ich zum Beispiel.
Es gibt allerdings Firmen, die so tun, als seien sie Verlage, und die Autoren Geld dafür abknöpfen, daß sie ihre Bücher drucken. Das ist allerdings eine Art Schwindel. Zwar drucken sie die Bücher wirklich, aber sie sorgen nicht dafür, daß diese Bücher auch in die Buchhandlungen kommen und verkauft werden - und das ist doch eigentlich das, worauf es ankommt, nicht wahr? Da zahlt man dann viel Geld und hat nachher den Keller voller Bücher, aber niemand liest sie. Davon sollte man also die Finger lassen.
Ab wieviel Jahren man ein Buch veröffentlichen kann? Da gibt es keine Grenze. Das kann man jederzeit. Die Frage ist eher, muß es gleich ein Buch sein?
Als ich so alt war wie Du, habe ich auch Geschichten geschrieben, die auch ungefähr diese Länge hatten - meist so um die 30 Seiten. Damals gab es die heutige Technik noch nicht - keine PCs, keine Laserdrucker, nicht einmal Copyshops. Ich habe alles mit der Schreibmaschine getippt und 2 Durchschläge gemacht (weiß man heutzutage überhaupt noch, was das ist??) und an meine Freunde in der Schule zum Lesen ausgeliehen. (Auf die Idee, ein richtiges Buch herausgeben zu wollen, bin ich überhaupt nicht gekommen.)
Heute denke ich, daß das eine der besten Sachen war, die ich machen konnte, um zu lernen, gut zu schreiben. Denn meine Freunde von damals waren, wie man eben in dem Alter so ist, nicht höflich, sondern ehrlich. Sie haben nicht gesagt "toll" und heimlich gedacht, "so ein Quatsch, was der schreibt". Sie haben gesagt "nojo, ganz gut - hast Du noch mehr??" Und wenn sie das sagten, habe ich gewußt, daß ich sie irgendwie gepackt hatte mit meiner Geschichte. Ich habe also aus den Reaktionen meiner Leser gespürt, wann ich es geschafft hatte, eine Geschichte spannend zu machen. Und wenn ich eine langweilige oder uninteressante Geschichte geschrieben habe, habe ich es auch gleich zu spüren gekriegt. Das war sehr lehrreich, ohne daß ich mir dessen damals bewußt war. Später im Leben hat man nie wieder so ehrliche Menschen um sich wie mit 13, 14, 15 Jahren, zumindest was selbstgeschriebene Geschichten anbelangt.
Vielleicht möchtest Du eher auch diesen Weg gehen. Wenn Du dabei bleibst (und sicher liest Du auch viel, was auch gut ist), werden Deine Geschichten allmählich länger werden, zu Romanen werden, und in einigen Jahren schreibst Du vielleicht so gut, daß Du einen Verlag findest, der gern ein Buch von Dir herausgibt. Du mußt nicht so lange warten wie ich - ich habe mich erst mit 33 auf die Suche nach einem Verlag gemacht, was ein bißchen arg spät war. Aber jetzt würde ich an Deiner Stelle einfach den Spaß genießen, den man beim Schreiben hat - und natürlich alle Geschichten sorgfältig aufheben. (Ich habe meine von damals alle noch! Dreißig Jahre alte Blätterstapel.) Für alle Fälle.