Ich weiß nicht, wie und wo ich mit dem Korrigieren anfangen soll.
Also, was sollen Sie tun? Wie sieht der zweite Teil der Arbeit aus?
Lassen Sie das Manuskript ein wenig abkühlen. Einige Wochen zumindest, in denen Sie es NICHT ANGUCKEN. Sich möglichst mit ganz anderen Dingen beschäftigen, es nach Kräften VERGESSEN. Das Ziel ist, daß Sie Ihrem eigenen Text wieder einigermaßen als Fremde gegenübertreten können. Das müssen Sie nämlich, um sehen zu können, was DA STEHT, anstatt immer noch zu sehen, was Sie mal GEMEINT HABEN.
Sie vergessen das Manuskript natürlich nicht wirklich. Nach 5, 6 Wochen - oder 2 Monaten - oder einem halben Jahr - holen Sie es hervor, nehmen einen Stift zur Hand und sehen es noch einmal durch. Und was immer Ihnen auffällt als "möglicherweise etwas schwammig" oder "nicht ganz klar" oder "könnte man anders besser sagen" oder "hmm, was habe ich denn damit mal gemeint?", das streichen Sie an und korrigieren es, so gut Sie können.
Dann lesen Sie es MEHRMALS vor, und zwar LAUT. Sich selber, oder, wenn Sie ein Opfer finden, jemandem. Auch das tun Sie mit einem Stift in der Hand. Beim lauten Lesen fallen alle Schwächen eines Textes früher oder später auf, und zwar viel, viel deutlicher als beim normalen, stillen Lesen.
Lassen Sie es von Leuten lesen, die Sie NICHT so gut kennen. Schauen Sie sich an, was Sie an Feedback bekommen, vor allem an nicht ausgesprochenem. Wenn von 10 Lesern 7 ein Buch auf derselben Seite beiseitelegen, dann heißt das etwas, da mögen sie noch so sehr schwören, daß sie die feste Absicht hätten, es weiterzulesen, und daß sie es ganz toll fänden. Vielleicht sagt Ihnen jemand, daß sehr oft das Wort "sehr" darin vorkommt oder sonstige "Blubberwörter" wie "vielleicht", "manchmal", "irgendwie", "unbeschreiblich", "nämlich", "tatsächlich", "wirklich", "nun", "mal", "wahrscheinlich", "ganz" usw.
Dann gibt es noch gute Bücher zum Schreiben. Ich empfehle die "Stilfibel" von Ludwig Reiners, dtv, und "Über das Schreiben" von Sol Stein bei Zweitausendeins.
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